Im Alter von nur 28 Jahren beendet Franz Schiemer seine aktive Karriere. Der sympathische Defensivspieler aus Haag am Hausruck sieht nach unzähligen Verletzungen keinen...

Franz Schiemer (Red Bull Salzburg)Im Alter von nur 28 Jahren beendet Franz Schiemer seine aktive Karriere. Der sympathische Defensivspieler aus Haag am Hausruck sieht nach unzähligen Verletzungen keinen Sinn mehr, Profifußball zu spielen. Der 25-fache Nationalspieler bat Salzburg-Sportdirektor Ralf Rangnick um die vorzeitige Auflösung seines bis Sommer laufenden Vertrags.

Im Alter von zehn Jahren wechselte Franz Schiemer zur SV Ried, bei der er seine Profikarriere in der Saison 2003/04 startete. Damals noch in Österreichs zweithöchster Spielklasse etablierte sich der damals erst 17-jährige Schiemer schnell in der ersten Mannschaft. Es folgte ein Wechsel nach Wien-Favoriten, wo er auf Anhieb seinen ersten Meistertitel feiern durfte. Wenn auch nicht sehr aktiv, denn Schiemer lief hauptsächlich für die zweite Mannschaft der Austria auf und etablierte sich erst knapp zwei Jahre später in der Stammelf der Veilchen.

Bundesfranky

In ebendieser Zeit kam Schiemer auch zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft, in der er durch seine Kampfkraft und seinen Einsatzwillen stets eine verlässliche Konstante blieb. Zudem präsentierte sich der Abwehrspieler im Team sehr torgefährlich und erzielte in seinen 25 Länderspielen beachtliche vier Tore, davon zwei beim legendären 4:4 in Belgien. In der Bundesliga erzielte Schiemer übrigens in 184 Spielen 13 Treffer.

Drei Meistertitel mit Red Bull Salzburg

Im Jahr 2009 übersiedelte Schiemer von Wien nach Salzburg und wusste damals freilich noch nicht, dass er seinen Rentenvertrag unterschrieb. An den Meistertiteln 2010 und 2012 war Schiemer sehr aktiv beteiligt, vor der Tellerübergabe 2014 stand er hingegen nur sechsmal von Beginn an auf dem Platz und wurde siebenmal eingewechselt. Die lange Verletzungsliste des Oberösterreichers forderte ihren Tribut. Geradebei Schiemers Spielweise, die davon geprägt war, stets dahin zu gehen, wo’s weh tut, waren die zahlreichen gröberen Verletzungen und Wehwehchen ein Hemmschuh.

Beckenprobleme geben den Ausschlag

Den Ausschlag für die Entscheidung des Karriereendes gaben Beckenschmerzen. Beim Auswärtsspiel bei Celtic Glasgow musste Schiemer im Hotel bleiben, weil er sich aufgrund seiner Schmerzen kaum „rühren“ konnte. Diese Probleme sind aber nur die Spitze des Eisbergs – insgesamt verpasste Schiemer in der laufenden Saison 14 Spiele verletzungsbedingt, hatte mit Muskel- und Oberschenkelproblemen zu kämpfen und absolvierte gerademal zehn von 31 möglichen Pflichtspielen.

Keine „großen“ Verletzungen, aber viele kleine

Auch in den letzten Jahren blieb der Eisenfuß nicht verschont: Unzählige Muskelfaserrisse und Zerrungen, eine Schambeinentzündung, Schulterverletzungen, dazu jede Menge Rissquetschwunden und Gehirnerschütterungen. Von den großen, „klassischen“ Fußballerverletzungen blieb der 28-Jährige zwar verschont, aber auch die Summe macht’s aus. In den letzten sieben Jahren fiel Schiemer ganze 31-mal wegen Verletzungen aus.

Überraschendes Karriereende mit 28

In welche Richtung sich Schiemer entwickeln will und ob der Teamplayer mit der vorbildlichen Einstellung dem Fußball erhalten bleiben wird, ist derzeit noch offen. Anzunehmen ist es allerdings, zumal der Oberösterreicher ein berufsbegleitendes Masterstudium für Projekt- und Sportmanagement absolvierte. Die Fußballschuhe hing er jedoch mit dem Schlusspfiff des 5:1-Sieges über Astra Giurgiu, bei dem er in der Schlussphase eingewechselt wurde, überraschend an den Nagel.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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