Die Frage, wie Red Bull Salzburg in der nächsten Saison aufgestellt sein wird, beschäftigt nicht nur die Fans der Roten Bullen. Auch die Ligakonkurrenz... Gulácsi, Ilsanker und Quaschner weg: RB Leipzig wildert in Salzburg

Ralf Rangnick (Red Bull)Die Frage, wie Red Bull Salzburg in der nächsten Saison aufgestellt sein wird, beschäftigt nicht nur die Fans der Roten Bullen. Auch die Ligakonkurrenz lechzt nach Schwächung des Doublegewinners. Der einstige Red-Bull-Sportdirektor und jetzige RB-Leipzig-Coach Ralf Rangnick gibt bereits eine Richtung im Konzern vor und warb nun weitere drei Spieler der Salzburger Bullen ab.

Der fünfte Platz war den Leipziger Bullen zu wenig. Trainer Zorniger wurde im Frühjahr abgelöst – der unbedingte Aufstiegswille fehlte. Mit Dähne, Rodnei, Hierländer, Teigl und Reyna standen fünf Akteure im Kader der Leipziger, die zuvor schon für RB Salzburg spielten. Mit den Transfers von Terrence Boyd, Marcel Sabitzer und Omer Damari wurden zudem Ligakonkurrenten der Salzburger geschwächt. Bis dato kann zusammengefasst werden, dass RB Salzburg von den Leipzigern eher profitierte. Die „ausgelagerten“ Spieler waren in Salzburg keine unverzichtbaren Kräfte, Rapid und die Austria mussten – personell schmerzlich – der Finanzkraft und Anziehungskraft des Red-Bull-Imperiums Tribut zollen und starke Spieler wie Sabitzer oder Bruno wurden auch noch von Leipzig nach Salzburg verliehen.

Der neue Fokus

Dies könnte sich nun allerdings ändern. Ralf Rangnick konzentriert sich fortan ausschließlich auf Leipzig. Für den taffen Deutschen ist RB Salzburg plötzlich ein „Fremdklub“, der starke Fokus liegt auf dem „Muss-Aufstieg“ der Leipziger. Was viele Fans der Konkurrenz schon lange erwarten, ist ab nächster Saison wahrscheinlicher denn je: Wenn’s nötig ist, holen sich die Sachsen dann nicht nur die guten Spieler Salzburgs, sondern auch die Besten.

Sabitzer und Bruno voraussichtlich nicht mehr für Salzburg

Massimo Bruno wird aller Voraussicht nach nicht weiter an Salzburg verliehen und nach Leipzig rücktransferiert werden. Selbiges trifft auch auf Marcel Sabitzer zu, der sich jedoch gegen eine „Rückkehr“ in die zweite deutsche Bundesliga sträubt. So oder so wird Sabitzer, der seine Talentuhr ticken hört und eine außergewöhnliche Saison spielte, nicht mehr für die Salzburger auflaufen.

Leipzig holt drei weitere Salzburger Bullen

Nun ging Rangnick noch einen Schritt weiter und holte drei weitere Spieler von RB Salzburg. Torhüter Péter Gulácsi wechselt nach zwei erfolgreichen Jahren in Salzburg nach Deutschland. Ebenso der 21-jährige Angreifer Nils Quaschner, der dies eigentlich schon im Winter getan hätte, wenn die UEFA nichts dagegen gehabt hätte. Noch schmerzender ist aber der Abgang von Mittelfeldstabilisator Stefan Ilsanker, der sich über Salzburg ins Nationalteam spielte. Der 26-Jährige wollte sich nach drei Jahren in Salzburg verändern und entschied sich ebenfalls für einen Wechsel nach Leipzig.

Damari nach Salzburg?

Die Leipziger angeln sich demnach im Sommer bis zu fünf Meisterkicker aus Salzburg. Der kulante Gegentransfer soll Omer Damari sein, der in Österreich schon Klasse bewies, aber nur bedingt ins System der Roten Bullen passt. Spielen die Salzburger im 4-4-2 bzw. im 4-4-1-1, wäre Damari die Speerspitze, während Soriano der Zuarbeiter sein könnte. Dies würde allerdings die direkte Torgefährlichkeit des Spaniers leicht beschneiden. Ein sehr offensives 4-4-2-System mit zwei echten Spitzen und offensiven Flügeln, das einem 4-2-4 nahekommen würde, wird schwer umzusetzen sein. Außer die Salzburger schaffen es, die Mittelfeldzentrale und die Abwehr enorm zu verstärken, wovon derzeit nicht auszugehen ist.

Junge stärker im Fokus, aber es braucht auch Gestandene

Und das Zittern um Leistungsträger ist weiterhin im Gange: Martin Hinteregger wird sich bald weiterentwickeln wollen und an Interessenten mangelt es bei der Naturgewalt in der Innenverteidigung der Salzburger nicht. Auch Naby Keita zeigte große Fortschritte im Laufe der abgelaufenen Saison. Die Spieler, die jetzt in Salzburg noch stärker in den Fokus rücken müssen, sind demnach Nachwuchstalente wie Duje Caleta-Car, Konrad Laimer, Takumi Minamino oder Valentino Lazaro. Salzburg wird nun zu einer „stärkeren U23“, wie es schon Dietmar Beiersdorfer einst ankündigte. Jedoch wird es doch noch den einen oder anderen Gestandenen brauchen, wenn die Roten Bullen ihre doch deutliche Vormachtstellung in Österreich behalten wollen.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Violett-weiß-1911

    6.Juni.2015 #1 Author

    Herr Mandl… Sie glauben doch wirklich nicht dass ein Konzern wie Red Bull das internationale Geschäft riskiert indem man keine Spieler mehr mit Erfahrung kauft nur weil das Credo U23 ist. Überlegen sie mal wie man Leute wie Hinteregger so zum bleiben bewegen sollte – der will Champions League minimum Euro League spielen. Oder Soriano der würde nicht seinen Vertrag verlängern wenn er nicht wüsste dass wieder eine international konkurrenzfähige Truppe aufgestellt wird (ob das jetzt mit Talenten, Alt-Stars oder Lieferingern passiert ist Wurscht – die Qualität ist einzig ausschlaggebend). Salzburg wird auch kommende Saison auf diesem Niveau spielen – ob die Konkurrenz da mit kann hängt in erster Linie von den Leistungen der Konkurrenz ab (siehe Austria Wien 2013/14). Die langersehnte Selbstschwächung durch die Konzernführung wird nicht kommen. Ist ersteinmal Leipzig in der 1. Bundesliga wird die Schere noch stärker aufgehen, denn dann wird Salzburg ein noch stärkerer Magnet und Spieler wie Kampl oder Mane werden Sie dann noch viel öfter in der Mozartstadt wiederfinden.

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