Den Wolfsberger AC ereilte schon zu Beginn der Vorbereitung eine Hiobsbotschaft, die sich gewaschen hat. Mit Christian Klem und Dever Orgill dürften zwei Stammspieler... Klem und Orgill schwerverletzt: Wie kann der WAC auf die Ausfälle reagieren?

_Wolfsberger AC - Wappen mit Farben

Den Wolfsberger AC ereilte schon zu Beginn der Vorbereitung eine Hiobsbotschaft, die sich gewaschen hat. Mit Christian Klem und Dever Orgill dürften zwei Stammspieler länger ausfallen. Klem fehlt sicher für das gesamte restliche Jahr, bei Orgill hofft man indes noch auf eine Entwarnung.

Im Testspiel gegen Arsenal Tula zog sich Linksverteidiger Klem ohne Fremdeinwirkung einen Kreuzbandriss zu. Für den 26-Jährigen ist es die erste schwere Verletzung dieser Art. Gerade beim ehemaligen Sturm-Akteur ist dies besonders bitter, war Klem doch in der vergangenen Saison einer der besten, wenn nicht sogar der beste WAC-Spieler.

Downgrade auf links

Für den WAC bedeutet dies ein Umdenken – dass ein Ersatzmann anstelle von Klem geholt wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Für die linke Verteidigung steht mit Stephan Palla noch ein bundesligaerprobter Spieler zur Verfügung. Allerdings bedeutet dieses Personalproblem auch ein offensives Downgrade: Das Gespann Klem-Nutz auf der linken Seite funktionierte zuletzt blendend.

Suche nach einem beidbeinigen Außenverteidiger?

Möglich ist aber, dass der WAC noch einen Außenverteidiger holen wird, der auf beiden Seiten spielen kann. Rechts fällt Joachim Standfest weg, der seine Karriere beendete. Links trennte man sich von Dario Baldauf, der nun vielleicht doch wieder zu einem möglichen Backup wird, da er noch keinen neuen Verein gefunden hat. Ein beidbeiniger Außenverteidiger wäre also angesichts der Situation für den WAC Gold wert – aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Drei Stürmerabgänge

Auch im Angriff ist die Lage prekär: Der jamaikanische Stürmer Dever Orgill erlitt im selben Testspiel einen Querfortsatzbruch im ersten Lendenwirbelkörper. Bei ihm sind noch weitere Untersuchungen notwendig, um eine genaue Ausfalldauer zu bestimmen. Sollte auch Orgill länger ausfallen, stünde der WAC auch vor einem Stürmerproblem: Hellquist wird nicht weiter beschäftigt, Trdina wechselt nach langen Leidensweg zum SV Allerheiligen, Prosenik kehrt zu Rapid zurück.

Keine Torjäger mehr im Lavanttal

Demnach würden für den WAC-Angriff nur noch Ouédraogo und Topcagic zur Verfügung stehen. Auf den Burkiner werden natürlich große Hoffnungen ruhen, allerdings war der 28-Jährige nie ein Goalgetter, sondern eher einer der umrührt. Topcagic ist sogar die noch größere Unbekannte. Vergangene Saison erzielte er nur ein Tor aus dem Spiel heraus und war ein Schatten seiner selbst. 2012/13 war er noch der Torjäger des WAC, aber diese Zeiten dürften beim 29-Jährigen vorbei sein.

Mögliche Leihe?

Der WAC wird also im Falle eines längeren Orgill-Ausfalls noch einen Stürmer brauchen. Eigentlich sogar, wenn Orgill fit ist, zumal dieser ebenfalls nicht als Knipser, sondern eher als Läufer bekannt ist. Mögliche Abhilfe könnte man wieder bei Rapid finden. Bei den Hütteldorfern wird das derzeit laufende Trainingslager die Spreu vom Weizen trennen, aber sowohl der letztes Jahr an den WAC verliehene Prosenik, als auch der glücklose Jelic gelten als Wackelkandidaten. Zumindest einen Legionär könnte der WAC noch holen, ohne Probleme mit dem Österreicher-Topf zu bekommen.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen