Zum Abschluss der Saison 2016/17 lassen wir die Leistungen der heimischen Bundesligateams Revue passieren. Wir schauen uns die Tops und Flops, die großen Überraschungen,... Saisonrückblick, Tops & Flops 2016/17: SKN St.Pölten

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Zum Abschluss der Saison 2016/17 lassen wir die Leistungen der heimischen Bundesligateams Revue passieren. Wir schauen uns die Tops und Flops, die großen Überraschungen, die verlässlichsten Kämpfer und auch die wichtigsten Statistiken und Leistungsdaten der Teams genauer an.

Heute widmen wir uns dem SKN St.Pölten, der sich erst in der letzten Runde und dank Mattersburger Schützenhilfe vor dem Abstieg retten konnte und im Sommer personell wohl kräftig umrühren wird.

TOP

Babacar Diallo. Der senegalesische Innenverteidiger ist einer der wenigen St.Pöltner, die auch bei größeren Klubs der österreichischen Liga spielen könnten. Der Senegalese machte zwar nur zwölf Ligaspiele, zeigte aber mit seiner Athletik und Zweikampfführung auf, montierte regelmäßig seine Gegenspieler ab.

Michael Ambichl. Im Spiel selbst ist Ambichl oft unauffällig und nicht gerade ein großer Tempospieler – aber das Auge für gefährliche Situationen hat er auf jeden Fall. Acht Assists sprechen eine klare Sprache und gerade im Frühjahr holte er immer wieder die Kohlen aus dem Feuer.

Daniel Schütz. Der flexible Mittelfeldspieler war der Kicker mit nötiger Bundesligaroutine, die ein Aufsteiger einfach braucht. Kam im Mittelfeld praktisch auf allen Offensivpositionen zum Einsatz, erzielte vier Tore, bereitete drei vor und war durch seine Dynamik auch oftmals in schlechteren Spielen der positiv herausstechende Akteur der St.Pöltner.

FLOP

Kevin Luckassen. Vom bulligen Angreifer kam trotz vier Saisontoren und dem einen oder anderen Lichtblick viel zu wenig. Von einem Legionär muss man schlichtweg mehr erwarten. Das trifft unterm Strich allerdings auch auf seinen physisch unangenehmeren „Nachfolger“ Lonsana Doumbouya zu.

Adi Mehremic. Erst im Jänner aus der Slowakei gekommen, entpuppte sich der bosnische Linksverteidiger als biederer Durchschnitt, der häufig mit dem höheren Tempo der österreichischen Liga nicht zu Recht kam.

Die Fehlkäufe des Sommers. Erst vor wenigen Tagen wurde der einstige Sportdirektor Frenkie Schinkels für seinen teilweise etwas dubiosen Kaufwahn mit der Beurlaubung abgestraft. Kai Heerings, Jeroen Lumu und Alhassane Keita, allesamt Sommereinkäufe, wurden ein halbes Jahr später schon wieder abgegeben – und spielen bei ihren neuen Vereinen, wie zuvor in St.Pölten, schlichtweg schlecht.

AUFSTEIGER

Christoph Riegler. Hier ist der Begriff „Aufsteiger“ ein saisonbezogener. Der Keeper der St.Pöltner bezahlte im Herbst ein hohes Lehrgeld, fiel eher mit groben Schnitzern als mit Paraden auf. Aber der 25-Jährige kämpfte sich eindrucksvoll zurück und war im Frühjahr womöglich sogar der beste Torhüter der Liga. Wenn er daran auch 2017/18 anknüpfen kann, hat St.Pölten in ihm einen echten Trumpf.

WÄHREND DER SAISON GEWECHSELT

Kai Heerings ist Stammspieler beim deutschen Regionalligisten FC Homburg und spielte lange Zeit gegen den Abstieg aus der vierten in die fünfte deutsche Leistungsklasse. Alhassane Keita ist derzeit überraschenderweise beim portugiesischen Tabellensechsten Maritímo Madeira gesetzt, erzielte in elf Spielen drei Tore, überzeugte das portugiesische Publikum aber nicht immer. Daniel Lucas Segovia spielt in Aserbaidschan für Neftchi Baku und traf dort in 15 Spielen fünfmal. Jeroen Lumu wechselte im Winter in die Türkei zum Zweitligisten Samsunspor, wo er 13 Spiele bestritt, keine Tore auf dem Konto hat und dem Abstieg nur wegen der besseren Tordifferenz entrann.

AUSBLICK

Die Transferpolitik war weitgehend schlecht, der Abstiegskampf eine ganz enge Sache – zur Tagesordnung darf man in St.Pölten definitiv nicht übergehen. Mit dem neuen Sportdirektor Markus Schupp sollte aber etwas mehr Struktur in die sportlichen Belange kommen und wenn man nicht zu sehr umrührt, vielleicht auch da und dort stärker das Konzept eines Ausbildungsvereins verinnerlicht, anstatt sich mit drittklassigen Legionären über die Saison zu retten, ist in St.Pölten alles für eine längere Zeit in der Bundesliga angerichtet. Nächstes Jahr werden die Niederösterreicher dennoch einen weiteren Abstiegskampf annehmen müssen.

TORE

4 – Daniel Schütz, Daniel Lucas Segovia, Kevin Luckassen
3 – Lukas Thürauer, Manuel Hartl, Daniel Petrovic, Marco Perchtold, Lonsana Doumbouya
2 – Michael Ambichl, Manuel Martic, Marcel Holzmann, Jeroen Lumu, Alhassane Keita
1 – Cheikhou Dieng, Andreas Dober, Michael Huber

ASSISTS

8 – Michael Ambichl
4 – Daniel Lucas Segovia
3 – Daniel Schütz, Manuel Hartl, Cheikhou Dieng
2 – Lukas Thürauer, Kevin Luckassen, Manuel Martic, Florian Mader, Christopher Drazan
1 – Daniel Petrovic, Lonsana Doumbouya, Marcel Holzmann, David Stec, Andreas Dober, Paul Parvulescu

ASSIST-ASSISTS

6 – David Stec
3 – Lonsana Doumbouya
2 – Lukas Thürauer, Manuel Hartl, Kevin Luckassen, Manuel Martic, Daniel Petrovic, Florian Mader, Alhassane Keita
1 – Daniel Schütz, Cheikhou Dieng, Marco Perchtold, Jeroen Lumu, Andreas Dober, Michael Huber, Adi Mehremic, Mario Mosböck, Ümit Korkmaz

PÄSSE TOP (ab 300 Pässen)

79,45% – Martin Grasegger
78,41% – Paul Parvulescu
77,65% – Daniel Petrovic

PÄSSE FLOP (exkl. Torhüter; ab 300 Pässen)

57,73% – Daniel Lucas Segovia
58,37% – Adi Mehremic
62,75% – Manuel Hartl

ZWEIKÄMPFE TOP (ab 150 Zweikämpfen)

60,44% – Daniel Petrovic
58,18% – Michael Ambichl
55,45% – Manuel Martic
Babacar Diallo hat von den Feldspielern mit 67,27% den besten Wert, bestritt aber nur 110 Zweikämpfe

ZWEIKÄMPFE FLOP (ab 150 Zweikämpfen)

30,96% – Kevin Luckassen
39,24% – Alhassane Keita
39,90% – Lukas Thürauer

MEISTE SCHÜSSE

34 – Lukas Thürauer
29 – Manuel Martic
26 – Daniel Lucas Segovia

MEISTE TORSCHÜSSE

17 – Lukas Thürauer
11 – Alhassane Keita
10 – Manuel Martic

MEISTE FLANKEN (in Klammer die Anzahl der angekommenen Flanken)

46 – Daniel Schütz (11)
36 – Paul Parvulescu (10)
35 – David Stec (4)

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen