Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 12. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015

Yordy Reyna - SV GrödigNeben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

 

FC Red Bull Salzburg – SV Josko Ried 4:2

Die 12. Bundesligarunde wurde mit dem Duell zwischen Red Bull Salzburg und der SV Ried eröffnet. Den Zuschauern in der Red Bull Arena wurde dabei eine sehr abwechslungsreiche Partie geboten. Die Rieder konnten zweimal ausgleichen, mussten sich dank zweier Joker-Tore von Marcel Sabitzer aber geschlagen geben.

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Die Bullen agierten wieder mit einem sehr markanten Linksfokus, der vor allem durch Kevin Kampls permanentes Einrücken zustande kam. Zudem ließ sich aus Alan dem Sturmzentrum verstärkt auf diese Seite fallen. Damit wollten die Bullen ihre hohe individuelle Klasse für Kombinationen nutzen. Unter anderem konnte man dies beim 3:2 sehen, als Kampl mit Massimo Bruno sowie Sabitzer sich über links schnell durchspielten. Die Breite rechts wurde situativ von Christoph Leitgeb bereitgestellt, der sich von der Sechserposition löste und auf diese Weise das 1:0 vorbereitete.

Wolfsberger AC – SV Scholz Grödig 1:2

Nach etwas mehr als einem Monat muss der Wolfsberger AC die Tabellenspitze wieder räumen, denn während Red Bull Salzburg gewinnen konnte unterlagen die Kärntner dem SV Grödig mit 1:2. Dabei gingen die Lavanttaler sogar in Führung und konnten sich so früh auf ihr eigentlich starkes Konterspiel verlegen. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, wählten aber auch die Grödiger eine konservative Ausrichtung.

Die Salzburger verbuchten nur sechs Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte und fokussierten sich mehr auf eine stabile Staffelung im Abwehrdrittel, wo es beim Übergang die meisten Kombinationsunterbrechungen gab. Auch dem Grödiger Spiel in Ballbesitz wollen wir uns im Rahmen dieses Artikels widmen.

Wichtig für das Kombinationsspiel war – neben dem wieder einmal omnipräsenten Stefan Nutz im Zentrum – einerseits Philipp Huspek und andererseits Yordy Reyna. Ersterer agierte nominell am rechten Flügel, hatte aber wie man in der obigen Grafik erkennt, auch in vielen anderen Bereichen Aktionen. Reyna spielte wie gewohnt als ausweichender Stürmer, agierte dabei aber weniger als Wandspieler, sondern sollte die Mitspieler, die in die von ihm aufgezogenen Räume gingen, direkt einsetzen. Man erkennt das an der hohen Anzahl an Pässen in die gefährlichen Zonen.

SCR Altach – FK Austria Wien 1:1

Die Wiener Austria steckt weiterhin im unteren Mittelfeld der Tabelle fest. Das 1:1 in Altach war für die Veilchen bereits das siebente Unentschieden der laufenden Saison. Ihnen fehlte es dabei, trotz 61% Ballbesitzes, vor allem an Aktionen in die Tiefe, wie man in der nachstehenden Heatmap erkennen kann.

Besonders bezeichnend sind die Daten von Stürmer Omer Damari, der in 90 Minuten nur auf 19 Ballaktionen kam. Einzig über die rechte Seite, über die auch der Ausgleich fiel, entwickelten die Wiener Durchschlagskraft. Besonders Marco Meilinger war hier mit sieben Dribblings ein Aktivposten.

SK Rapid Wien – Admira Wacker Mödling 0:0

Auch der Stadtrivale der Austria, der SK Rapid Wien, holte am Wochenende nur einen Punkt. Gegen Admira Wacker Mödling dominierten die Grün-Weißen die erste Halbzeit, zogen ein sensationelles Gegenpressing auf, wurden aber von den Umstellungen von Walter Knaller aus dem Rhythmus gebracht.

In der ersten Hälfte setzte der Admira-Coach auf eine 5-3-1-1-Grundformation. Damit hielten die Niederösterreicher in erster Linie das Zentrum dicht. Sie hatten zwar kaum Zugriff und ließen einige Chancen zu, verschoben aber kompakt, sodass es hauptsächlich Schüsse aus relativ ungefährlichen Zonen gab. In der zweiten Halbzeit stellte Knaller dann auf eine Viererkettenformation um und die Admira wurde aktiver und die Aktionen vertikaler, wie man anhand des obigen Heatmap-Vergleichs erkennen kann.

SC Wiener Neustadt – SK Sturm Graz 0:0

Im Sonntagsspiel der Runde trennten sich der SC Wiener Neustadt und Sturm Graz mit einem torlosen Unentschieden. Dabei ließen vor allem die Steirer spielerische Elemente vermissen, was auch mit dem Fehlen von Marko Stankovic und Daniel Offenbacher zu tun hatte. Letzterer ist zwar im Defensivspiel nicht immer sicher, aufgrund seiner guten Technik aber jemand, der im zweiten Drittel für Struktur sorgt. Die Bedeutung von Stankovic wurde bereits im Rahmen der Scouting-Serie zu den Grazern ausführlich erklärt.

Gegen Wiener Neustadt spielten mit Anel Hadzic und Simon Piesinger zwei Spielertypen auf der Doppelsechs, die sich nur sehr bedingt ergänzen. Beide haben ihre Stärke im Spiel ohne Ball – Piesinger defensiv, Stankovic offensiv – und sind nicht diejenigen, die den Ball schnell und gezielt nach vorne bringen. Wie man in der obigen Grafik sieht kamen von den beiden kaum beschleunigende Pässe ins letzte Drittel. Ein weiterer Faktor für das ausbaufähige Kombinationsspiel: mit Daniel Beichler agierte auf der Zehnerposition ein ausweichender Akteur, der ebenfalls Mängel im Kombinationsspiel hat.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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