In der sky go Erste Liga wird es im Frühjahr einen Dreikampf um den Aufstieg in die tipico Bundesliga geben. Aktuell führt der FC... Der Erste-Liga-Herbst (1): Die Leistungsträger von Innsbruck und St.Pölten

Thomas Pichlmann - SC Wiener Neustadt_abseits.atIn der sky go Erste Liga wird es im Frühjahr einen Dreikampf um den Aufstieg in die tipico Bundesliga geben. Aktuell führt der FC Wacker Innsbruck die Tabelle punktegleich vor dem SKN St.Pölten und mit zwei Punkten Vorsprung auf den LASK an. Das Zünglein an der Meisterwaage könnte der aktuelle Tabellenvierte Liefering sein, der nicht aufsteigen darf. Wir haben uns die Schlüsselspieler der Titelkandidaten angesehen.

Wacker Innsbruck stand in der bisherigen Saison 2015/16 vor allem für Offensive. Dies kam unerwartet, da den Tirolern eigentlich eine schwierige Saison vorausgesagt wurde, nachdem man sich in der Vorsaison erst knapp vor dem Meisterschaftsende vor dem Abstieg rettete. Das Gesicht der wiedergefundenen Offensivstärke Wackers ist der 34-jährige Thomas Pichlmann. Die Innsbrucker sind bereits der sechste einheimische Profiklub des Angreifers und für diesen dürfte er die bisher beste Saison seiner Karriere spielen.

Wird es Pichlmanns beste Saison?

2002/03 erzielte Pichlmann 17 Saisontore für den DSV Leoben. In seiner besten Saison in Italien traf er in 39 Spielen in der Serie B für Grosseto 12-mal. Heuer hält der Zielspieler der Innsbrucker bereits bei 14 Saisontoren in 16 Partien und dürfte damit seinen knapp 13 Jahre alten persönlichen Rekord aus seiner Leoben-Zeit übertreffen. Pichlmanns Zuarbeiter leisteten aber auch ganze Arbeit, um ihm diese Topsaison zu ermöglichen.

Riemann als Top-Mann auf links

Zu überzeigen weiß etwa der 23-jährige Alexander Riemann. Der Deutsche kam vor der Saison vom SV Wehen Wiesbaden aus Deutschlands 3.Liga zu den Innsbruckern und brauchte nur wenige Partien, um sich voll einzuleben. Riemann kam in der Innsbrucker Offensivdreierreihe auf allen Positionen zum Einsatz, aber erst gegen Ende des Herbsts kristallisierte sich heraus, dass der einstige Stuttgart-Nachwuchsspieler sich als Linksaußen am wohlsten fühlt. In 17 Spielen erzielte er sechs Tore, sechs Assists und leitete vier weitere Treffer mit ein.

Jamnig bärenstark auf rechts

Da Riemann einen Ausländerplatz zustellt, wird er kurzfristig aber weniger interessant für größere Klubs sein, als Florian Jamnig, der im rechten Mittelfeld der Tiroler eine unerwartete Fabelsaison hinlegt. Nach 16 Spielen in der sky go Erste Liga hält er bei drei Toren, vier Assists und fünf Toreinleitungen. In der vergangenen Saison 2014/15 musste man mit dem bereits 25-jährigen Jamnig noch geduldig sein, machte er doch erst seine ersten Schritte in Österreichs zweiter Spielklasse, nachdem er zuvor für Wattens, Union Innsbruck und die Wacker Amateure in der Regionalliga spielte.

Starkes zentrales Mittelfeld, talentierte Außenverteidiger

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Wichtigkeit der zentralen Mittelfeldspieler. Jürgen Säumel sorgt in der Mittelfeld-Defensive gemeinsam mit dem kampfkräftigen Christoph Freitag für die Ordnung, während der Ex-Rapid-Amateur Armin Hamzic in einer offensiveren Rolle immer besser ins Spiel der Innsbrucker findet. Weiters verfügt der Tabellenführer auf den Außenverteidigerpositionen über zwei Toptalente: Linksverteidiger Michael Lercher kam im Sommer von Werder Bremen und brauchte keinerlei Eingewöhnungszeit. Die Admira-Leihgabe Daniel Rosenbichler könnte sich im Frühjahr auf der rechten Abwehrseite durchsetzen, gilt mit seinen 20 Jahren ebenfalls als großes Talent, das noch den letzten Schliff benötigt.

Ambichl als Steuermann der St.Pöltener

Ebenso viele Punkte wie Klaus Schmidts FC Wacker Innsbruck hat derzeit der SKN St.Pölten, der ebenfalls über einige Leistungsträger verfügt, welche schon bald zum Thema bei größeren Klubs werden sollten. Allen voran ist ein Spieler zu nennen, der sich heuer erst einmal in die Torschützenliste eintragen konnte, dafür aber bei zahlreichen Toren der Niederösterreicher seine Beine im Spiel hat. Der 24-jährige Michael Ambichl spielt derzeit im zentralen Mittelfeld der St.Pöltener, bestritt insgesamt bereits 208 Ligaspiele für die Gelb-Blauen und kann heuer bereits auf ein Tor, acht Assists und neun Toreinleitungen zurückblicken. Sollte St.Pölten nicht aufsteigen, wird man Ambichl nicht mehr halten können, auch weil sein Vertrag ausläuft.

Routiniers besorgen die Treffer

Für die Tore sorgen die Routiniers: Manuel Hartl und Daniel Lucas Segovia sind für 19 und damit 54% der Teamtore verantwortlich. Der zehnfache Torschütze Manuel Hartl, mittlerweile 30 Jahre alt, wird bereits jetzt mit einem frühzeitigen Wechsel zum LASK in Verbindung gebracht. Segovia, ebenfalls 30, dürfte hingegen in St.Pölten alt werden. Der dritte große Routinier im Bunde ist Florian Mader, der eine ähnliche Rolle einnimmt wie Säumel in Innsbruck. Rund um diese erfahrenen Akteure formte Karl Daxbacher eine nicht zu junge, hungrige Truppe, die bereit ist für den Titelkampf.

Interessante Youngster des SKN

Hervorzuheben sind auch David Stec und Patrick Schagerl. Stec ist ein dynamischer Rechtsverteidiger mit toller Einstellung, der auch schon ins U21-Nationalteam einberufen wurde. Schagerl, mit seinen 23 Lenzen 1 ½ Jahre älter als Stec, ist ein flexibler Offensivmann, der mit Vorliebe im linken Mittelfeld spielt und gute Standards tritt. Er durfte sich heuer bereits über drei Tore, zwei Assists und vier Assist-Assists freuen, während Stec einmal traf, viermal assistierte und zweimal einleitete. Auch diese beiden Spieler sind wohl kurz- bis mittelfristig ein Thema für größere Vereine.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen