Kein Unentschieden am dritten Spieltag Österreichs zweiter Spielklasse. Der KSV wieder ohne Chance, Grödig gelingt in 25 Minuten mit drei (!) Mann mehr kein... Kapfenberg kommt wieder unter die Räder – Austria mit komplett weißer Weste

Kein Unentschieden am dritten Spieltag Österreichs zweiter Spielklasse. Der KSV wieder ohne Chance, Grödig gelingt in 25 Minuten mit drei (!) Mann mehr kein Tor, Lustenau und Hartberg machen den ersten Dreier. Im Ländle-Derby besiegte die Austria aus Lustenau den SCR Altach und ist nach drei Runden nach wie vor ohne Tor- und Punktverlust.

TSV Hartberg – First Vienna FC 1:0 (1:0)

Die erste Halbzeit hatte lange nur einen Höhepunkt: Nach einer gelben Karte für Jochen Fallmann in der 28. Minute wurde Vienna-Trainer Alfred Tatar auf die Tribüne verwiesen, weil er mit dem Spielleiter Christian Dintar stritt. Miodrag Vukajlovic und Joachim Parapatits kombinierten sich mit Doppelpässen durch die Defensive der Döblinger und der Stürmer erzielte in der 45. Minute das letztlich entscheidende Tor. Kurz vor Schluss mussten Fallmann (78.) und Andrey Lebedev (82.) mit Gelbrot vom Platz, in der 90. Minute hätte Routinier Ernst Dospel fast noch den Ausgleich erzielt, traf aus 14 Metern halbvolley aber nur die Stange. Die Moriggl-Elf ließ einige gute Chancen gegen die spielerisch schwachen und später dezimierten Gäste aus, wäre beinahe noch bestraft worden. So feiert der TSV den ersten Ligaheimsieg der neuen Saison.

Blau Weiß Linz – FC Lustenau 0:1 (0:0)

Die Linzer lieferten eine sehr schwache erste Halbzeit ab, ein Tor des Neuzugangs Srdan Pavlov wurde in der 46. Minute wegen Abseits nicht gegeben. Danach erfingen sich die Hausherren aber und erspielten sich viele gute Chancen. Genau in diese Phase hinein musste Manuel Hartl wegen seiner zweiten Gelben vom Platz (65.). Diese fällt insofern unter die Kategorie „dämlich“, da er sie wegen einer Schwalbe sah. Wenige Minute später erzielten dann die Vorarlberger den Siegtreffer. Enes Novinić  schoss von der Strafraumgrenze ein (73.). Das war es dann aber, denn die Lustenauer spielten die Partie trotz Brechstange der Hausherren souverän herunter und blieben somit auch im fünften Duell ungeschlagen.

SV Grödig – SV Horn 0:2 (0:2)

Kurioser Kick an den Füßen des Untersberges. Schiedsrichter Alexander Harkam holte gleich vier Mal den roten Karton hervor. Aber der Reihe nach: Die Hütter-Elf dominierte den Gegner dann donnerte ein 25-Meter-Hammer von Miroslav Milosevic im Tor von Kevin Fend ein (32.) Drei Minuten später war das Spiel komplett ad adsurdum geführt, Philipp Zulechner vollendete nach toller Vorarbeit von David Jelenko, der über das halbe Feld gesprintet war (35.). Als wäre erwähnter Superlativ noch zu toppen, kam die zweite Halbzeit. Zunächst musste Marco Salvatore in der 52. Minute mit Gelbrot vom Platz, Sasa Pantic regte sich dermaßen auf, dass er auch unter die Dusche musste. Zwar zu neunt, aber zwei Tore in Front, brannten auch bei Stürmer Michael Wojtanowicz die Sicherungen durch und er tacklte rotwürdig, sah die Karte auch (65.). Doch die Grödiger konnten nicht mehr nachlegen, Mario Leitgeb stellte dann in der 90. Minute auf acht gegen zehn. Letztlich war die Offensive der Hausherren ungenügend, um die in den ersten beiden Partien gegen Ende eingebrochenen Horner noch zu biegen.

SKN St. Pölten – Kapfenberger SV 3:0 (2:0)

Die Fans in der NV-Arena sahen eine furiose Anfangsphase des Heimteams. Daniel Segovia stellte durch einen Elfer und einem Heber aus großer Distanz (5., 14.) schnell eine gemütlich 2:0-Führung her. Die Falken bissen sich in die Partie rein, es entwickelte sich ein ansehnliches Spielchen. Der Spanier erwies sich aber als humorloser Spielverderber und legte kurz nach Wiederanpfiff seinen dritten Treffer nach (46.). Was ansonsten in die Richtung des Tores von SKN-Schlussmann Christoph Riegler ging, hielt er sicher. Entgegen der Annahme aus der Vorwoche, dass der KSV in der Liga angekommen sei, wurden sie von der Scherb-Elf überrollt. Auf Thomas von Heesen kommt noch viel Arbeit zu.

SC Austria Lustenau – SCR Altach 2:0 (1:0)

Ohne Glanz und Glorie besiegte die Kolvidsson-Elf die Altacher. Vor der Saison wurde der „alte“ Kader noch bemängelt, nun schlug er auch Dank seiner Routine zu. Die Austria hatte das Spiel lange im Griff, Torszenen fanden aber kaum statt. In der 40. Minute wollte Kapitän Harald Dürr Christoph Stückler einsetzen, der verpasste und Kollege Jürgen Kampel netzte ein. Die Lustenauer hatten weiterhin alles im Griff und Jan Zwischenbrugger machte in der 64. Minute alles klar. Einziger Wermutstropfen: Vor dem Spiel bestätigte der isländische Trainer, dass Pierre Boya nur schwer zu halten sein werde. Drei Spiele, drei Siege, Torverhältnis 8:0 – die Erste Liga hat einen Aufstiegsfavoriten.

Die Tabelle präsentiert sich fast wie erwartet: Austria, St. Pölten und Grödig voran, hinten die Vienna und – so nicht zu erwarten – der KSV. Ob von Heesen nun den Blinker setzen kann, werden die nächsten vier Runden weisen: Es geht gegen Blau-Weiß, die Vienna, den FC Lustenau und Hartberg.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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