Zwei Runden, sechs Punkte, null Gegentore – die Austria und Grödig stehen nach zwei Spielen ungeschlagen an der Spitze. Der KSV muss sich erst... Austria Lustenau noch ohne Gegentor, Grödig auch mit sechs Punkten

Zwei Runden, sechs Punkte, null Gegentore – die Austria und Grödig stehen nach zwei Spielen ungeschlagen an der Spitze. Der KSV muss sich erst in die Liga reinbeißen, konnte spät den ersten Punkt sichern.

First Vienna FC – FC Blau Weiß Linz 0:0 (0:0)

Eine Stunde war die Vienna einen Mann mehr, nachdem Routinier Wolfgang Bubenik bereits in der 25. Minute nach zwei gelben Karten duschen gehen musste. Stürmer Markus Pink, der die zentrale Rolle im 4-3-3 eingenommen hatte, fand in der 31. Minute eine doppelte Einschusschance vor. David Wimleitner, Schlussmann der Linzer, zeichnete sich aber aus. In der Folge konnte ein Paradoxon beobachtet werden. Obwohl nur noch zu zehnt, konnten die Gäste mehr Chancen kreieren. Doch auch diese wurden  kläglich vergeben. Matthias Lindner scheiterte zwei Mal, Michael Guselbauer ertanzte sich eine gute Position, der Ball wollte aber nicht rein. Das Leder zappelte kurz vor Schluss im Tor, aber Vienna-Stürmer Lukas Hinterseer benutzte dazu statt erlaubten Mitteln die Hand. In und um das Stadion war, wie nicht anders zu erwarten, Frieden angesagt, die Fangruppen verstehen sich traditionell gut. Und so bleibt der Vienna der erste Punkt der Saison nach der 2:5-Abfuhr in St. Pölten, die Linzer nutzten auch im zweiten Spiel die Überlegenheit für einen Dreier.

FC Lustenau – SKN St. Pölten 1:1 (1:0)

Nach der 0:3-Auswärtsschlappe im ersten Spiel gegen Grödig kam auf den FC Lustenau der SKN St. Pölten zu. Ali Osman (36.) besorgte die verdiente Pausenführung, die Hausherren verpassten es aber in der zweiten Halbzeit, nachzulegen. Die Gäste, die ganz vorne mitspielen wollen, wurden nach der Pause aktiver, das öffnete den Raum für Konter. Osman und Arvedin Terzic vergaben die besten Möglichkeiten und die altbekannte Fußballerweisheit von den Toren, die man nicht schießt, schlug gnadenlos zu. Peter Brandl wurde in der 71. Minute gefoult, Routinier Mirnel Sadovic trat zum Elfer an und traf. Kurz vor Schluss hätte Christian Haselberger noch den Dreier für die Ländle-Kicker fixieren können, scheiterte aber an St. Pölten-Goalie Riegler. Der SKN muss mit der Punkteteilung zufrieden sein, mehr als den Elfmeter gab es nicht. Glück für die Gäste, Pech für die Lustenauer.

SCR Altach – SV Grödig 0:1 (0:1)

Adi Hütters Rückkehr an die alte Wirkungsstätte entpuppte sich als voller Erfolg. Thomas Salamon besorgte nach tollem Öbster-Zuspiel die 1:0-Führung bereits in der elften Minute. Doch statt eines Offensivspektakels sahen die 3.200 Fans im Schnabelholzstadion eine maue Leistung ihres Teams. Ohne Tomi, Daniel Schöpf, Christoph Schösswendter, Patrick Scherrer, Christoph Dornig und Hannes Aigner konnte Altach keinen entscheidenden Druck aufbauen, Hütters Jungs hatten die Partie im Griff und hätten auch noch höher gewinnen können. Der Ex-Altachtrainer überzeugt derzeit mit den Salzburgern auf taktischer und spielerische Linie, Rainer Scharinger muss sich schnell etwas überlegen, damit sein Team nicht früh in der Saison eine Lücke aufreißt.

Kapfenberger SV – SV Horn 3:3 (1:3)

Watschen statt Rosen gab es in der Vorwoche für die Falken. Thomas von Heesens Elf hatte sich gleich fünf Trümmer eingefangen. Beim Heimdebüt in dieser Saison gegen den zweiten Liganeuling sah es aber lange wieder nach null Punkten aus. Nach einem Gewaltschuss von Dominic Pürcher nach einem Freistoß (11.) führten die Obersteirer zwar schnell mit 1:0, die Horner schlugen aber noch vor der Pause drei Mal zu. Philipp Zulechner (25.) ließ zwei KSV-Verteidiger aussteigen, Michael Wojtanovicz (26.) drehte das Spiel innert kurzer Zeit durch einen Fehler von Kapfenberg-Schlussman Patrick Kostner und legte noch ein zweites Tor drauf. Nach der Pause bewies die Heimmannschaft aber, dass man in der Liga angekommen ist. Philipp Wendler (79.) und Dieter Elsneg (85.) erköpfelten aber in der Schlussphase den ersten Punkt für die Falken. Nach der katastrophalen Leistung in der ersten Halbzeit kann aber der Deutsche zufrieden feststellen, dass sein Team kämpfen kann, auch Michael Streiter war trotz der späten Gegentore zufrieden.

TSV Hartberg – SC Austria Lustenau 0:1 (0:1)

Wie Grödig und der KSV traf auch die Austria nach elf Minuten. Routinier Gerald Krajic erzielte für den Tabellenführer das Goldtor. Felix Roth hätte kurz vor der Pause noch auf 2:0 erhöhen können, traf aber nur die Latte. Die Moriggl-Elf spielte zwar nach dem 2:2 in der Vorwoche gegen BW Linz gut mit, konnten sich aber keine Torchancen erzwingen. Im letzten Angriffsdrittel war dann immer noch ein Lustenauer im Weg. Im zweiten Durchgang verwalteten die Gäste ihre Führung, die Hausherren machten ihnen dies aber nicht allzu schwer. Wie man auswärts spielt, ist letzten Endes egal, wenn mit drei Zählern heimgefahren wird.

Die Austria, Grödig und der SKN bestätigten mehr oder weniger, warum sie weit oben stehen wollen. Die St. Pöltner verloren trotz schwacher Leistung nicht, die anderen beiden kamen zu gemütlichen drei Punkten.  Bis auf den Tabellenletzten Kapfenberg, präsentiert sich die Tabelle schon früh in etwa der Form, wie es vor der Saison zu erwarten war. Die Teams, die auf Kontinuität setzten oder, wie im Fall der Grödiger, auf einen modernen Trainer, stehen oben.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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