In den letzten Tagen war der Cup, das ewige Stiefkind des österreichischen Fußballs, wieder einmal zahlreich in den Medien vertreten, sei es ob den... Nach der Cupauslosung: Gedanken zur Ansetzung der Viertelfinalspiele

In den letzten Tagen war der Cup, das ewige Stiefkind des österreichischen Fußballs, wieder einmal zahlreich in den Medien vertreten, sei es ob den beschämenden Zuschauerzahlen des Achtelfinales oder dem Umstand, dass Salzburg im Viertelfinale auf seine eigenen Amateure trifft. Dies soll jedoch nicht im Zentrum dieses Artikels stehen, vielmehr geht es darum zu beleuchten, wann die Viertelfinalspiele angesetzt werden. Zwar finden diese erst in rund fünf Monaten statt, doch wie nachstehend ausgeführt, sind allerlei Faktoren bei der Terminfindung zu beachten.

Die Auslosung des Viertelfinales ergab folgende Paarungen, Spieltermine sind der 10. und 11. April (Dienstag und Mittwoch) 2012:

 

Salzburg – Salzburg Amateure

Sturm Graz – Hartberg

Austria Lustenau – Austria Wien

Grödig – Ried

 

Zwei spielfreie Tage

Bei der genauen Terminsetzung der einzelnen Spiele ist nun zunächst zu beachten, dass laut ÖFB-Regulativ jedem Verein eine Pause von zwei spielfreien Tagen zusteht. Daher ist es auch nötig, einen Blick auf die am (Oster-)Wochenende zuvor stattfindende Bundesligarunde zu werfen. Diese wartet mit folgenden Spielen auf:

 

Ried – Austria Wien

Mattersburg – Sturm Graz

Salzburg – Wacker Innsbruck

Kapfenberg – Admira

Rapid Wien – Wiener Neustadt

 

Das prominenteste Spiel, das vom ORF wohl als erstes für das sonntägliche Livespiel ausgesucht werden würde, ist das Duell zwischen Ried und der Wiener Austria. Findet dieses am Sonntag statt, müssten die jeweiligen Viertelfinalspiele auf den Mittwoch gelegt werden, Stichwort zwei verpflichtende spielfreie Tage. Da an drei von vier Partien aber Vereine der Ersten Liga partizipieren, kommt nun auch deren Spielplan auf Tapet, denn diese Liga spielt regulär am Freitag, was bei einem Cupviertelfinale am Mittwoch nicht möglich wäre.

St. Pölten – LASK

Altach – Hartberg

FC Lustenau – Vienna

Grödig – WAC/St. Andrä

BW Linz – Austria Lustenau

 

Würde man also Ried – Austria am Sonntag ansetzen, hätte dies zur Folge, dass BW Linz – Austria Lustenau sowie Grödig – WAC/St. Andrä auf den Samstag verlegt werden müssten, was es dann wiederum nicht ermöglichen würde, das Linzer Derby zwischen dem LASK und BW am darauf folgenden Montag auszutragen, worauf der ORF jedoch vermutlich Wert legt, da dies der Sendeplatz für das Livespiel auf Sport+ ist.

Die Rolle des Fernsehens

Als nächstes gilt es zu beachten, dass mit dem ORF und ATV zwei Fernsehsender Liverechte an den Cupspielen halten. Die zuschauerträchtigsten Partien sind objektiv betrachtet vermutlich Austria Lustenau – Austria Wien sowie Sturm Graz – Hartberg (ohne Titelverteidiger Ried hier in irgendeiner Form diskreditieren zu wollen). Um sich nicht gegenseitig Zuseher abspenstig zu machen, kann man davon ausgehen, dass es die Intention beider Sender ist, dass die Fernsehspiele nicht parallel stattfinden. Auch eine Staffelung nacheinander am selben Tag scheint nicht optimal, da dann eine Partie schon wie in den letzten Jahren gegen 18:15 beginnen müsste, was sich gewiss negativ auf den Zuschaueraufmarsch im Stadion auswirken würde, was der ÖFB nach der herben Kritik der letzten Tage und Wochen wohl verhindern möchte. Ideal wäre daher vermutlich, je eines der beiden Spiele an Dienstag und Mittwoch anzusetzen und dies mit Ankick um frühestens 19:00.

Eine mögliche Lösung

Führt man sich nun all diese zu beachtenden Faktoren vor Augen, ist es alles andere als einfach, eine für alle Parteien zufrieden stellende Lösung zu finden.

Der Autor dieses Artikels schlägt daher folgende Ansetzungen vor:

 

Bundesliga, 7.4.:

Ried – Austria Wien

Mattersburg – Sturm Graz

Kapfenberg – Admira

Rapid Wien – Wiener Neustadt

 

Bundesliga, 8.4.:

Salzburg – Wacker Innsbruck

 

Cup, 10.4.:

19:00 Grödig – Ried (ORF Sport+)

20:30 Austria Lustenau – Austria Wien (ORF1)

 

Cup, 11.4.:

19:00 Salzburg – Salzburg Amateure

19:00 – 20:30 Sturm Graz – Hartberg (ATV)

 

Erste Liga, 13.4.:

St. Pölten – LASK

FC Lustenau – Vienna

Grödig – WAC/St. Andrä

BW Linz – Austria Lustenau

 

Erste Liga, 14.4.:

Altach – Hartberg

 

Damit gäbe es im ORF-Bundesligalivespiel zwar nicht das Duell zwischen Ried und der Austria zu sehen, aber das Westderby ist ebenfalls als durchaus telegen zu bezeichnen. Somit wäre es möglich, dass zwei der drei Zweitligisten im Cup bereits am Dienstag aktiv sind und somit ihre Ligaspiele am folgenden Freitag nicht verschieben müssten. Durch die Staffelung der Anspielzeiten wäre es zudem möglich, dass wie im Vorjahr auch ein drittes Spiel auf ORF Sport+ live übertragen wird.

Für den Mittwoch ist das interne Spiel der Salzburger vorgesehen, da Salzburg ja erst am Sonntag aktiv wäre und es in der Regionalliga, wo die Amateure kicken, kein fixes Spielschema gibt. Dieses Spiel wäre für eine Übertragung auf Servus TV prädestiniert, jedoch hat der junge, im Besitz von Red Bull befindliche Sender bisher keinerlei Interesse an Cupspielen gezeigt.

Weiters wurde für diesen Tag das steirische Derby zwischen Sturm Graz und Hartberg angesetzt, das zwar schon am Dienstag stattfinden könnte, was jedoch zur Überschneidung mit dem Spiel der beiden Austrias führen würde, was den TV-Anstalten vermutlich missfiele. Konsequenz daraus wäre jedoch, dass die Partie in der Ersten Liga zwischen Altach und Hartberg von Freitag auf Samstag verschoben werden müsste (wie nach dem Achtelfinale ein Spiel des LASK, der in Salzburg am Mittwoch antrat), was in der Regel keine Liveübertragung auf Sky zur Folge hätte, andererseits kämen am Samstagnachmittag vermutlich mehr Zuschauer ins Stadion, als am Freitagabend. Hartberg hätte jedoch dann einen Tag weniger Zeit zur Vorbereitung auf das nächste Ligaheimspiel gegen die Vienna, das bereits am Dienstag darauf stattfindet, selbiges gilt für Altach bezüglich des Derbys gegen Austria Lustenau.

Alle Beteiligten sind gefragt

Zu betonen ist, dass dies nur ein subjektiver Vorschlag ist, der aber wohl nahe dem Optimalfall kommt. Von großer Bedeutung wird auf jeden Fall sein, dass sich ÖFB, Bundesliga, Vereine und Fernsehsender möglichst bald der komplexen Situation bewusst werden, damit es nicht zu bösen Überraschungen bei der Terminsetzung kommt, denn der Cup darf sich bei seinem aktuell schlechten Image keinen einzigen Fehltritt mehr leisten.

Sollte ein österreichischer Verein das Viertelfinale der Europa League erreichen, würde dies die Terminfindung weiter verkomplizieren, dieser Fall wurde hier aber nicht berücksichtigt.

OoK_PS, abseits.at

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