Die Regionalliga West ist schon im Frühjahr angekommen, zwei Runden der Rückrunde wurden bereits gespielt. Bevor es im Jahr 2012 weiter geht, darf die... So gehen die Regionalligen in die Winterpause (3) – Im Westen nichts Neues…

Die Regionalliga West ist schon im Frühjahr angekommen, zwei Runden der Rückrunde wurden bereits gespielt. Bevor es im Jahr 2012 weiter geht, darf die Werkssportgemeinschaft Wattens von der Spitze lachen, dicht gefolgt von USK Anif und dem FC Dornbirn.

Starke Werkself

Die WSG Wattens führt die Liga mit 41 Punkten an und verteilte die Eroberung dieser fast ausgeglichen auf Heim- und Auswärtsspiele. Besiegen konnte die Tiroler niemand, lediglich fünf Mal wurden Punkte abgegeben. Verfolger Anif liegt drei Punkte zurück, auch der FC Dornbirn liegt mit 34 Punkten noch in Schlagdistanz, die Red Bull Juniors haben sich nach schwachem Beginn gefangen, der Vorjahresmeister liegt aber schon elf Punkte hinter Wattens. Nachdem die Anifer die Kooperation mit Red Bull aufgekündigt hatten, wurde das Team im Sommer neu zusammen gewürfelt und es ist unklar, ob die Mannschaft die gute Form konservieren kann. Somit ist Wattens der heißeste Kandidat auf das Play-Off.

Ein Abstiegsplatz klar vergeben

Nach Hohenems und Höchst hat sich diesmal der SV Hall diese Saison angeschickt, desolat zu agieren. Nur drei Punkte aus 17 Spielen, nur elf erzielte Tore. 56 Tore kassierten die Vorletzten von Union Innsbruck, hamsterten aber immerhin zwölf Punkte. Seekirchen liegt mit 16 Punkten auf Platz 14, auch Hard überwintert mit nur einem Punkt mehr in Abstiegsnot. Auf Platz acht rangiert der SC Bregenz mit sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Bis zu diesem Platz darf sich niemand, etwa die Salzburger Austria, einen langen Negativlauf leisten, denn es kann schnell nach unten gehen. Vor allem für die Salzburger wird die Rückrunde unangenehm, war man doch in den letzten Jahren vom Erfolg verwöhnt. Noch dazu konnten auswärts nur maue vier Punkte geholt werden.

Auch im Westen überwiegt das Kollektiv

In Teil zwei wurde schon bemerkt, dass es eigentlich keinen herausragenden Spieler gibt. Wer wirklich talentiert ist, wechselt zu einem der sechs Profiklubs im Westen. Vor allem Wacker II und Red Bull Salzburg sichern sich oft Talente und diese Karrieren versanden nur allzu oft unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Erwähnenswert sind dennoch Simon Zangerl (21, WSG Wattens), führender der Torschützenliste mit 14 Treffern, und Elvis Alibabic (18) vom SC Bregenz, er netzte 10 Mal. Beide waren interessanterweise in keiner Akademie.

Zahlen und Daten

Zangerl führt die Torschützenliste vor dem viel herumgekommenen Marko Vujic (27, 13 Tore) von Austria Salzburg an. Danach folgt hinter Lukas Katnik (22, Red Bull, 12 Tore) und Christoph Hübl (23, USK Anif, 11 Tore) gleich Alibabic. Katnik und Hübl spielten zuvor bei USK Anif. Mathias Treichl (26) vom FC Kufstein führt die Kartenstatistik mit gleich elf gelben Karten an. Dauerläufer gibt es sehr viele, die meisten Einsatzminuten verbuchte Christoph Hübl mit 1533.

Die Zuschauerstatistik führt wenig überraschend die Salzburger Austria an. 1.218 Besucher kamen im Schnitt zu den Heimspielen, macht in Summe 12.181. Auf dem zweiten Platz  folgt mit der FC Dornbirn (6.300, 788 im Schnitt). Überraschend hoch ist der Schnitt beim FC Pinzgau-Saalfelden mit 639 Besuchern. Am Ende dieser Tabelle liegen Union Innsbruck und die Red Bull Juniors mit knapp 150 Zuschauern. Insgesamt besuchten 58.297 Fans die Spiele der Regionalliga West.

Das abseits.at-Expertenfazit

Eine interessante, verlängerte Hinrunde geht erwartungsgemäß zu Ende. Abgesehen vom letzten und den ersten zwei Plätzen geht es sehr knapp zu. Aktuell kann in der Regionalliga jeder jeden schlagen, abgesehen von der Spitze und von Aufsteiger Hall geht es unglaublich eng zu. Es ist bemerkbar, dass die Profiklubs doch sehr dominieren und – im Gegensatz zu den anderen Ligen – die (aufstiegs-)ambitionierten Vereine fehlen.

Denjenigen, die im Westen gerne nach oben kommen würden, fehlt das Geld. Bregenz oder die Salzburger Austria können nicht genug investieren, um aufzusteigen. Auch wenn Anif und Wattens dominieren, so wollen die Salzburger nicht wirklich aufsteigen und die Werkself möchte weiterhin auf Amateure vertrauen. Nicht vergessen werden darf, dass der Meister gegen den Vertreter aus dem Osten ran muss. Und mit Parndorf oder Horn warten quasi Profimannschaften. Da sollte bereits im Winter nachgelegt werden, will man in die Heute-für-Morgen-Liga. Spannend bleibt es dennoch!

Georg Sander/Benjamin Fogarasi, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • vauvaueskavau

    19.November.2011 #1 Author

    wäre vielleicht auch ned uninteressant gewesen zu erwähnen, dass auch der fc dornbirn (der ja doch ein mit-titelfavorit ist) keine aufsteigsambitionen hat… was aber verständlich ist angesichts der finanziellen situation. schade is es trotzdem irgendwie, vier vorarlberger klubs in der erste liga, das hätte schon was 😉

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