Die fünfte Runde der Heute für Morgen Erste Liga brachte den ersten Punkteverlust für die bislang souveräne Austria aus Lustenau, ein niederösterreichisches Fußballfest und... Vienna verliert schon wieder, Austria gibt erstmals Punkte ab

Die fünfte Runde der Heute für Morgen Erste Liga brachte den ersten Punkteverlust für die bislang souveräne Austria aus Lustenau, ein niederösterreichisches Fußballfest und eine Punkteteilung im Steirerderby. Und Altach kann doch noch gewinnen.

TSV Hartberg – Kapfenberger SV 1:1 (1:1)

Der KSV startete mit viel Ballbesitz in das Spiel, das war so zu erwarten. Chancen ergaben sich kaum, bis Sanel Kuljic in der 16. Minute den Hammer auspackte und aus weit über 35 Metern einfach Mal drauf hielt. Unhaltbar für Hartberg-Goalie Jürgen Rindler schlug der Ball im linken Kreuzeck ein. Nach fast unglaublichen 36 Minuten wurde der erste Torschuss der Hausherren registriert, vier Minuten später zappelte der Ball zum Ausgleich im Netz. Edmir Adilovic brachte einen ruhenden Ball zur Mitte, TSV-Goalgetter Joachim Parapatits übernahm volley und netzte ein (42.). Die zweite Halbzeit war von mehr Schwung, aber auch nicht vielen Torszenen geprägt. Immerhin waren die Standards der Hausherren gefährlicher, die Punkteteilung geht in Ordnung.

First Vienna FC – FC Lustenau 2:4 (1:2)

Spektakulären Kick gab es dafür auf der Hohen Warte. Bereits nach drei Minuten brachte Stipe Vucur nach einem schnellen Gegenstoß die Gäste in Führung. Nach Elferalarm und einem Kopfball an die Latte glich Andreas Dober durch einen wuchtigen Freistoß aus (11.). Das zweite Tor der Canadi-Elf fiel quasi im Gegenstoß, wie schon beim ersten Tor war Rene Felix der Assistgeber, Osman Ali vollendete (13.). In der Folge war die Vienna bemüht, der FC wartete ab. Nach dem Wechsel war das Tatar-Team stark verbessert, Schiedsrichter Andreas Heiß stellte aber Andrey Lebedev in der 71. Minute vom Feld – eine sehr harte rote Karte. Zwei Minuten später packte Andi Dober aber wieder seinen Hammer aus, drosch den Ball per Freistoß aus gut 40 Metern zum Ausgleich ins Netz. Mit einem Mann weniger war aber gegen Ende hin die Konzentration draußen, Vucur (85.) und Arvedin Terzic (90.) sicherten den Auswärtssieg. Fünf Spiele, ein Punkt – für die Döblinger wird es schwer. Die Lustenauer hingegen sind derzeit im sicheren Mittelfeld.

FC Blau-Weiß Linz – SCR Altach 0:2 (0:0)

Die Fans in Linz sahen eine tolle erste Halbzeit. Die besten Chancen auf eine Halbzeitführung vergab Altach-Routinier Hannes Aigner, der am langen Eck vorbeischoss, statt den Ball aus elf Metern im Tor unterzubringen (18.) und Philipp Huspek für Blau-Weiß, der einen Querpass knapp verpasste (25.). Kurz nach dem Wechsel vergab Matthias Lindner gleich zwei Hundertprozentige, Tormann Kobras und Abwehrspieler Sereinig bereinigten aber die Szene. Der Altach-Goalie blieb auch gegen Daniel Guselbauer und wieder einmal Lindner der Sieger. Die Hausherren wurden eiskalt für die schlechte Chancenauswertung bestraft, Philipp Netzer (70.) und Andreas Lienhart (90.) machten den Auswärtssieg klar. Kurz vor dem zweiten Tor hatte Manuel Hartl noch die Chance auf den Ausgleich vergeben. Die Weissenböck-Elf scheiterte weniger an dem Gegner, denn an den eigenen Nerven vorm Tor.

SKN St. Pölten – SV Horn 2:1 (1:0)

Die Daniel-Segovia-Festspiele gehen in der niederösterreichischen Landeshauptstadt weiter. Die Heimmannschaft war die aktivere Elf im ersten Durchgang, gingen durch den Spanier in der 34. Minute in Führung. Wie gut das taktische Abwehrtraining der St. Pöltner war, zeigten viele Abseitsstellungen der Gäste. Vor 6.200 Fans hatte Sasa Pantic in der 20. Minute die Latte getroffen, die Pausenführung war aber verdient. Nach einer weiteren guten Chance der Gäste, die SKN-Schlussmann Christoph Riegler entschärfte, traf Segovia zwei Minuten später zur vermeintlichen Vorentscheidung (59.). Mit dem sechsten Tor im fünften Spiel schien alles geregelt, die Horner bekamen aber am Schluss noch die zweite Luft. Zuerst traf Philipp Zulechner (87.), dann legte Goalie Riegler Stürmer Michael Wojtanowicz im Strafraum. In der letzen Minute der regulären Spielzeit trat der gefoulte selber an und nährte die Annahme, dass ebendieser nicht schießen sollte. Der Horner vergab, setzte den Ball an die Stange. So sicherten sich die St. Pöltner mit etwas Glück die drei Punkte.

SC Austria Lustenau – SV Grödig 2:2 (2:0)

Noch ohne Punkt- und Torverlust gingen die Ländle-Kicker ins Spiel gegen Grödig, Jan Zwischenbrugger (3.) und Felix Roth (44.) ließen nach 45 Minuten kaum Zweifel aufkommen, dass dies auch am Freitag so bleiben würde. Die Salzburger spielten nicht schlecht, der letzte Pass kam aber nicht zwingend genug. Eine vergebene Doppelchance in der 71. Minute weckte die Gäste aber auf. Léo traf die Stange, David Witteveen brachte den Nachschuss nicht im Tor unter. Die Grödiger drückten nun mächtig an und Lukas Schubert traf nach Flanke und Cabrera-Zuspiel zum Anschlusstreffer (84.) und traf im fünften Saisonspiel als erster Gegner in das Tor der Austria, drei Minuten später besiegelte Mario Leitgeb nach einem Eckball auch den ersten Punkteverlust der Lustenauer. Lange Zeit war die Kolvidsson-Elf souverän, wankte gegen Ende hin aber gehörig.

Auch die sechste Runde bringt Spannung. Kommenden Freitag duellieren sich Letzter, Vienna, und Vorletzter, KSV, sowie die letzten beiden Aufsteiger, Horn empfängt Blau-Weiß. Im Ländle-Derby wollen die Altacher am FC vorbeiziehen, Grödig bittet die gut konternden Hartberger zum Tanz. Absolutes Spitzenspiel ist aber das Match der beiden Führenden. Nur das Torverhältnis trennt die punktegleiche Austria vom SKN St. Pölten.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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