Die nationalen Meisterschaften neigen sich dem Ende zu und außer in Deutschland kämpfen auch im Rest der Welt österreichische Legionäre um Europacup, Punkte und... Wie geht es unseren Legionären? – Die Spieler in den europäischen Top10-Ligen

Die nationalen Meisterschaften neigen sich dem Ende zu und außer in Deutschland kämpfen auch im Rest der Welt österreichische Legionäre um Europacup, Punkte und Prämien. Abseits.at bietet einen Überblick und hat die wichtigen Statistiken zusammengefasst. Diesmal sind die Kicker in den höchsten Spielklassen der Top10-Nationen der Fünfjahreswertung dran.

 

England

Paul Scharner – West Bromwich Albion

Der Dauerbrenner unter den ÖFB-Legionären liegt mit seinem Klub West Bromwich Albion so richtig schön mittendrin in der Tabelle. Nach Achillessehnenproblemen im Sommer und Knieproblemen im Herbst fehlte er zuletzt zwischen Mitte Februar und Mitte März einen Monat aufgrund eines Rippenbruchs. Der 32-jährige Mittelfeldspieler, der ab und an in der Verteidigung aushilft, hält bei 25 Einsätzen in der Liga, erzielte drei Tore und trat zwei Mal als Vorbereiter in Erscheinung. Scharners Vertrag endet im Juni, vielleicht unterschreibt er seinen letzten großen Vertrag bei einem ganz großen Team.

Andreas Weimann – Aston Villa

Manche Stürmer treffen oft, machen das zweite oder dritte Tor. Andreas Weimann ist einer für die wichtigen Tore und die machen es meistens aus. Nach dem Leihgeschäft zu Watford FC im Sommer trainierte er mit der Ersten mit und stellte in der Reserve League sein Visier ein, erzielte im Frühjahr in drei Spielen acht Treffer. In der ersten Mannschaft läuft es auch in der Rückrunde sehr gut. Nach dem Siegtreffer gegen Fulham am 10. März zeigte er zwischen der 30. und 32. Runde von der Bank aus auf und erzielte am vergangenen Wochenende in seinem ersten Saisonspiel über 90 Minuten das im Abstiegskampf wichtige Tor gegen Stoke City. Dieses war ein technisch feiner Schlenzer und bringt den 21-Jährigen für die kommenden zwei Jahre sicherlich in eine gute Position in Birmingham.

 

Italien

György Garics – FC Bologna

Im Herbst kehrte Garics nach seinem Kreuzbandriss wieder ins Nationalteam zurück, bestritt am österreichischen Nationalfeiertag seine erste Partie über die volle Distanz. Im vor allem seit dem Winter gespielten 3-4-2-1 spielte er seitdem meist die Position im rechten Mittelfeld und absolvierte elf weitere Partien in der Serie A. Derzeit laboriert er an einer Ellbogenverletzung, die er sich Mitte März zuzog, stand beim 1:0-Sieg über Bologna am Donnerstag noch nicht wieder im Kader. Sein Klub befindet sich derzeit im Abstiegskampf und legte einmal vor. Der ÖFB-Team-Rückkehrer hat noch bis 2014 Vertrag und wird diesen bei einem Verbleib in der höchsten Spielklasse wohl auch erfüllen.

Alexander Manninger – Juventus Turin

Seit August 2008 steht der 34-jährige Torhüter bei der „alten Dame“ unter Vertrag, kam zwischendurch auf eine beträchtliche Anzahl an Einsätzen, absolvierte 27 Spiele – und das beim Klub von Gianluigi Buffon! Die letzten Pflichtspiele absolviere er allerdings im Herbst 2010, als er bei fünf Europacup-Partien, unter anderem gegen seinen Ex-Klub Red Bull Salzburg, zwischen den Pfosten stand. In der Folge fiel er aber auf den dritten Platz hinter Marco Storari zurück. Ende März gab es Medienberichte, die davon sprachen, dass der Torwart nach Auslaufen seines Vertrages im Juni bereits einen Verein sucht, bei dem er als Nummer eins gelten soll. Immerhin kann der Salzburger vielleicht noch die Meisterprämie einstreichen. Sechs Runden vor Schluss liegt Juve einen Punkt vor dem AC Milan.

 

Portugal

Marc Janko – FC Porto

Im Herbst wechselte der Stürmer um kolportierte drei Millionen Euro von Twente Enschede zum großen FC Porto. Ein paar Monate vor seinem 29. Geburtstag am 25. Juni ist Janko, der bis Juni 2015 unterschrieb, wohl am Ziel seiner Reise  – „internationaler Topklub“ – angekommen. Nach drei Toren im Februar netzte er das letzte Mal am 16. März gegen Nacional Funchal und wurde zuletzt in der zweiten Halbzeit ausgetauscht. Im der 26. Runde saß er gegen Sporting Braga 90 Minuten lang auf der Bank, statt ihm spielte Kléber. Janko wird sich durchbeißen müssen, will er noch länger bei Porto erfolgreich spielen und vielleicht noch einen letzten, großen Schritt machen. Immerhin zahlten die Portugiesen doch schon weniger als die Hälfte dessen, was Twente an Red Bull Salzburg überwies. Immerhin liegt Porto voll auf Meisterkurs und es winkt die Champions League.

 

Ukraine

Markus Berger – FC Chernomorets Odessa

Von Portugal weg wechselte im Winter der 27-jährige Innenverteidiger Markus Berger. Seit Anfang März absolvierte er alle ab diesem Zeitpunkt sechs möglichen Ligapartien für den Mittelständler, der gegenwärtig auf dem zehnten Platz der Premier Liga liegt. Das letzte Spiel, das Odessa gegen Karpaty Lviv im Cup am 11. April verlor, spielte er ebenfalls durch. Der Schritt in die Ukraine, deren Liga spätestens seit den Europacup-Erfolgen von Dynamo Kiew und Shakhtar Donetsk und nun wegen der EM 2012 im Fokus steht, könnte sich wohl als Karrierebooster für den gebürtigen Salzburger entpuppen. Immerhin bildeten Ukrainer bereits in der Zeit der Sowjetunion, vor allem in den 80ern mit der Legende Oleg Blochin, das Rückgrat der Sbórnaja. Noch 1994, nachdem viele Ukrainer aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten nach dem Zerfall der UdSSR die russische Staatsbürgerschaft angenommen hatten, war dies der Fall. Der WM-Torschützenkönig von 1994 Oleg Salenko war beispielsweise einer dieser Spieler.

 

Niederlande

Marcel Ritzmaier – PSV Eindhoven

Seit Anfang 2012 gehört der 18-jähige Knittelfelder dem Profikader des Philips-Sportvereins an. Allerdings liegen seine 121 Einsatzminuten bei den Profis schon länger zurück. Nach dem Debüt gegen den FC Lisse im Cup, bei dem er in der 74. Minute eingewechselt wurde, folgten zunächst noch 14 Minuten in der Europa League gegen Legia Warschau und dann ein Spiel über 90 Minuten am 15. Dezember 2011 gegen Rapid Bukarest. Angesichts der starken Konkurrenz im Mittelfeld und seiner erst 18 Jahre sicherlich kein Beinbruch. Ein Leihgeschäft zu einem Klub, bei dem er spielen kann, wäre sicherlich nicht schlecht, denn unter Neo-Coach Philip Cocu läuft es rund. Bis Winter will er sich noch beweisen, dann stünde ein Wechsel auf Leihbasis im Raum. Bis 2014 gehört er noch Eindhoven.

Tobias Kainz – SC Heerenveen

Vor knapp einem Jahr feierte der 19-jährige Steirer sein Debüt in Blau-Weiß. Im Juni 2011 verlängerte der ehemalige Sturm- und Austria-Nachwuchsspieler seinen Kontrakt beim Eredivisie-Verein bis Juni 2013. Heerenveen ist voll im Kampf um das internationale Geschäft, da bleiben Kainz nur Einsatzminuten bei Jong SC Heerenveen/FC Emmen. Der zentrale Mittelfeldspieler ist dort im Sommer zum Kapitän gewählt worden und ist auch sonst Schleifenträger im ÖFB-Nachwuchs. Langsam aber sicher müssen aber Einsatzminuten im Profibereich her. In der Übertrittszeit im Sommer könnte sich etwas tun, damit der Sportclub dann entscheiden kann, ob der Vertrag über 2013 hinaus verlängert wird.

Andreas Lasnik – NAC Breda

Nach der zauberhaften Spielzeit 2010/11, in der der Mittelfelsstratege bei  dem späteren Absteiger Willem II Tilburg auf tolle neun Tore und elf Assists kam, ließ er sich viel Zeit mit der Suche nach einem neuen Verein. Das kostete ihn die Sommervorbereitung und auch im Frühjahr läuft es bei Breda alles andere als gut. Er kommt zumeist von der Bank und sein Assist bei der 3:4-Niederlage gegen Roda Kerkrade am 1. Oktober 2011 blieb auch das einzig Zählbare für den Offensivspieler. Im Sommer sollte er noch einmal voll angreifen, ansonsten kann er sich schon im Transferfenster im Winter 2013, ein halbes Jahr vor Auslaufen des Vertrags, um einen neuen Arbeitgeber umschauen. Ansonsten bleibt die Saison 2010/11 die einzig richtig gute für den 28-jährigen Voitsberger.

 

Griechenland

Jürgen Macho – Panionios Athen

Die Zeit des Torwarts in Griechenland ist nach seiner Knie-Operation im Sommer wohl vorbei. Der Vertrag läuft zwar noch bis 2014, wird aber aufgrund der finanziellen Situation aufgelöst werden. Wohin und ob die Karriere des Wieners, der im August seinen 35. Geburtstag feiern wird, ist noch unklar. Fakt ist, dass sich Macho bei Transfers schon öfters verpokert hat.

Mario Hieblinger – FC Ergotelis

Und er kickt noch immer. Auch in seiner sechsten Saison bei Ergotelis gehört der mittlerweile 35-jährige Innenverteidiger aus Mistelbach zur Innenverteidigung des Klubs, absolvierte 24 von 28 Ligaspielen. Sein Vertrag läuft noch bis Ende der kommenden Saison, Ergotelis liegt allerdings nur knapp über dem Strich. Im Winter hatte sich laut den Vorarlberger Nachrichten Austria Lustenau um die Dienste des Legionärs bemüht, eventuell schenkt er im Sommer oder Winter seinem Verein noch ein paar Euros Ablöse und kehrt nach sieben Jahren im Land des Europameisters 2004 nach Österreich zurück.

Im zweiten Teil werfen wir einen Blick auf die Legionäre in den ersten Ligen ab dem elften Platz nach der Fünfjahreswertung, unter anderem mit den ehemaligen Rapidlern Veli Kavlak, Tanju Kayhan und Yasin Pehlivan oder dem Basler Champions-League-Helden Aleksandar Dragovic, aber auch mit Kickern wie Martin Pusic oder Ronald Gercaliu.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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