Zwanzig Mannschaften klopfen an der Tür zur Millionenliga, aber nur die Hälfte von ihnen wird Einlass finden. Abseits.at präsentiert die Paarungen des Playoffs zur... Vorschau zum Champions-League-Playoff – Teil 1

Zwanzig Mannschaften klopfen an der Tür zur Millionenliga, aber nur die Hälfte von ihnen wird Einlass finden. Abseits.at präsentiert die Paarungen des Playoffs zur Champions League.

Spartak Moskau –  Fenerbahçe

Bisher keine direkten Duelle

Seit Juni schwingt in Moskau der Spanier Unai Emery das Trainerzepter, er soll Spartak wieder an einstige internationale Erfolge heranführen, stehen doch in der Champions League bzw. dem Landesmeister Cup schon drei Viertelfinals und ein Semifinale zu Buche. Um diesem Ziel näher zu kommen wurde, wie es in Russland mittlerweile Gang und Gebe ist, eifrig in den Kader investiert. Zu den neuen Gesichtern im  Luzhniki Stadion zählen unter anderem Brasilianer Rômulo, der um sieben Millionen Euro von Vasco da Gama kam sowie Kim Källström – der Schwede droht für die Playoff-Spiele jedoch verletzungsbedingt auszufallen. In der Meisterschaft setzte es zuletzt eine herbe 0:5-Packung bei Zenit St. Petersburg, am vergangenen Wochenende konnte jedoch Rubin Kazan geschlagen werden.

Fenerbahçe machte zuletzt vor allem abseits des Rasens von sich reden. Aufgrund des türkischen Korruptionsskandals war der 18-malige Meister im Vorjahr aus der Champions League ausgeschlossen worden und musste sich daher auf die heimische Liga konzentrieren, in der jedoch Erzrivalen Galatasaray die Nase vorne hatte. In der dritten Qualifikationsrunde setzte sich das Team von Aykut Kocaman nach einem 1:1 zuhause mit 4:1 bei Vaslui durch, wobei die Rumänen beim Stand von 1:1 einen Elfmeter vergaben. Zu den prominenten Neuverpflichtungen des Sommers zählen unter anderem Milos Krasic, Dirk Kuyt und Mehmet Topal.

Basel – CFR Cluj

Letztes direktes Duell: 2:1 und 0:1 (Champions-League-Gruppenphase 2010/11)

Um ein Haar wäre Basels Champions-League-Kampagne bereits nach der dritten Qualifikationsrunde zu Ende gewesen. Nach einem 1:0-Sieg bei Molde stand es in Basel bis in die Nachspielzeit 1:1, ehe die Norweger einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen bekamen. Dieser wurde jedoch von Keeper Yann Sommer pariert, was den Rheinstädtern den Aufstieg sicherte. Im Rückspiel wirkte erstmals auch der Ägypter Mohamed Salah mit, der sich zuvor mit seiner Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London befunden hatte. Nach den Abgängen von Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka soll das Spiel der Basler nun vom chilenischen Nationalspieler Marcelo Diaz geleitet werden.

Cluj setzte sich in der Vorrunde mit zwei Siegen gegen den tschechischen Meister Slovan Liberec durch und möchte nun nach 2008/09 und 2010/11 zum dritten Mal in die Gruppenphase der Champions League einziehen. Zu den prominentesten Akteuren im bunt gemischten Kader des Eisenbahnervereins – es stehen alleine acht Portugiesen unter Vertrag – zählen Stürmer Modou Sougou und der griechische Nationalspieler Pantelis Kapetanos. Neu im Team befindet sich Ciprian Deac, dem bei Schalke 04 der Durchbruch nicht gelang, er fällt verletzungsbedingt allerdings noch bis Mitte September aus. Am Freitag kamen die Klausenburger in der heimischen Meisterschaft nicht über ein 2:2 gegen Nachzügler Iasi hinaus.

Helsingborg – Celtic

Bisher keine direkten Duelle

Rund zwölf Jahre ist es mittlerweile her, dass im Olympiastadion von Helsingborg die Champions League zu Gast war. Damals schlug man sich trotz einiger hoher Niederlagen achtbar und trotzte Bayern München, Paris SG und Rosenborg insgesamt fünf Punkte ab. In der Vorrunde hatten die Schweden überraschend wenige Probleme mit Polens Meister Śląsk Wrocław, sodass auch im Falle eines Scheiterns gegen Celtic internationale Spiele bis in den Dezember hinein gesichert sind. Zum letzten Mal war Helsingborg so lange in der Saison 2007/08 im Europacup vertreten, als im damaligen UEFA Cup sogar das Sechzehntelfinale erreicht wurde – unter anderem nach einem Sieg gegen die Wiener Austria.

Celtics letzter Auftritt in der Champions League datiert aus dem Jahr 2008, seither war das Erreichen der Europa League das Höchste der Gefühle. Nach dem Zwangsabstieg der Rangers in die vierte Spielklasse steht der Landesmeister-Cup-Sieger von 1967 wohl schon seit Saisonbeginn als neuer schottischer Chamion fest, weshalb der Fokus vermehrt auf das internationale Geschäft gerichtet werden kann, wo die schottischen Clubs in den letzten Jahren für wahrlich keine positiven Schlagzeilen sorgen konnten. Als Trumpf könnte sich der Angriff Celtics beweisen, wo mit Georgios Samaras und Gary Hooper viel individuelle Klasse wartet.

Borussia Mönchengladbach – Dynamo Kiew

Letztes direktes Duell: 2:0 und 0:1 (Landesmeister-Cup-Semifinale 1976/77)

„Ich bin erschüttert“, lauteten Rainer Bonhofs erste Worte nach der Auslosung. Der Vorstand der Borussia hatte sich wohl einen leichteren Gegner als die vermögenden Ukrainer erhofft, wenn die Fohlen erstmals seit 1996 wieder im internationalen Geschäft antreten. Doch es hilft alles nichts, die Überraschungsmannschaft der Vorsaison muss sich dieser Herausforderung stellen und scheint trotz des Abgangs von Marco Reuss gut gerüstet zu sein. Das Team von Martin Stranzl verstärkte sich im Sommer unter anderem mit Álvaro Domínguez von Atlético Madrid, Luuk de Jong (Twente) und Granit Xhaka aus Basel, um für die Doppelbelastung, die zumindest bis kurz vor Weihnachten andauern wird, gut besetzt zu sein.

Dynamo Kiew schaltete in der Runde zuvor Feyenoord Rotterdam auf und rüstete seinen Kader in den vergangenen Wochen gewaltig auf. So wurden der portugiesische Nationalspieler Miguel Veloso, Marco Rubén und Raffael von Hertha BSC verpflichtet, der prominenteste Neuzugang ist aber wohl Niko Kranjcar, der zuletzt bei den Tottenham Hotspurs tätig war. Angesichts dieser Investitionen ist die Marschrichtung klar, im modernisierten Olympiastadion von Kiew soll wieder die Königsklasse Einzug halten.

Lille – Kopenhagen

Bisher keine direkten Duelle

Endlich verfügen auch die Nordfranzosen über eine Arena, die dem Anspruch der Champions League gerecht wird. Das nagelneue Grand Stade Lille Métropole fasst rund 50.000 Zuschauer und wird auch Austragungsort der Europameisterschaft 2016 sein. Doch nicht nur auf dem Sektor der Infrastruktur tat sich bei OSC einiges. Eden Hazard wurde um 40 Millionen Euro an Chelsea veräußert, während man sich im Gegenzug mit Marvin Martin von Sochaux verstärkte. Die heurige Saison sollte internationale jedenfalls erfolgreicher als die vergangene ausfallen, denn da reichte es in der Champions League nur zum letzten Gruppenplatz. Frankreich ist in der Fünfjahreswertung der UEFA mittlerweile auf den sechsten Rang abgerutscht und droht sogar von den Niederlanden überholt zu werden, was den Verlust eines Champions-League-Platzes bedeuten würde.

Kopenhagen setzte sich in der Vorrunde in einem dramatischen Spiel mit 3:2 bei Brügge durch, was vor allem für den belgischen Trainer Ariël Jacobs einen besonderen Erfolg darstellte. Nach einer äußerst durchwachsenen vergangenen Saison, wo es weder zum Meistertitel, noch zum europäischen Überwintern reichte, soll nun alles besser werden, wozu auch Henri Bienvenu beitragen könnte. Der Stürmer wechselte im vergangenen Sommer um vier Millionen Euro von den Young Boys Bern zu Fenerbahçe, wo er sich jedoch nicht durchsetzen konnte und ist nun bei den Dänen im Gespräch.

OoK_PS, abseits.at

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.