Langsam wird es ernst, was die Vergabe der Plätze in der Königsklasse angeht. Die dritte von vier Qualifikationsrunden steht auf dem Programm und die... Vorschau zur 3. Runde der Champions-League-Qualifikation – Teil 1

Langsam wird es ernst, was die Vergabe der Plätze in der Königsklasse angeht. Die dritte von vier Qualifikationsrunden steht auf dem Programm und die Gewinner dürfen sich bereits zumindest über die Teilnahme an der Europa League freuen. Abseits.at stellt die interessantesten Spiele vor.

Śląsk Wrocław – Helsingborg

Bisher keine direkten Duelle

Nach einem beruhigenden 2:0-Auswärtssieg bei Montenegros Meister Buducnost Podgorica sah es für Śląsk bereits nach dem Hinspiel sehr gut aus, doch die Gäste ließen die Polen zittern und gewannen im neuen EM-Stadion schlussendlich mit 1:0, was jedoch nicht zum Aufstieg reichte. Sebastian Mila und Kollegen dürfen sich nun auf ein Endspiel um die erstmalige Teilnahme an einer Gruppenphase freuen, mit der der polnische Überraschungsmeister sicherlich die internationalen Saisonziele bereits erreicht hätte.

Helsingborg eliminierte in der vorhergehenden Runde den walisischen Vertreter TNS und hat damit zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte die Champions League vor Augen Im Jahr 2000 schaltete man in der Qualifikation sensationell Inter Mailand aus und erreichte dann in der Gruppenphase respektable fünf Punkte – unter anderem durch ein Remis gegen Bayern München. Auch in der heimischen Allsvenskan sind noch alle Chancen vorhanden, denn dort rangiert die Mannschaft von Åge Hareide momentan zwar nicht an der Spitze, hat aber noch alle Chancen zur Titelverteidigung.

BATE Borisow – Debrecen

Bisher keine direkten Duelle

Bereits zwei Mal stand BATE Borisow in der Gruppenphase der Champions League und eine dritte Teilnahme soll wenn möglich in diesem Jahr erfolgen. Dabei wäre das internationale Abenteuer beinahe schon zu Ende gewesen, denn in der zweiten Runde konnte im Hinspiel Vardar Skopje gerade noch in der Nachspielzeit mit 3:2 niedergerungen werden und im Rückspiel in Mazedonien zitterte man sich zu einem torlosen Remis. Die Fäden im Spiel des weißrussischen Serienmeisters zieht weiterhin der mittlerweile eingebürgerte Brasilianer Renan Bressan, der derzeit aber bei den Olympischen Spielen in London weilt und seinem Verein daher nicht zur Verfügung steht. Dafür verpflichtete BATE mit Aleksandr Hleb einen äußerst prominenten Akteur.

Auch Debrecen hatte einige Mühe, um diese Runde zu erreichen, denn so setzte es beim Hinspiel gegen den albanischen Vertreter Skenderbeu eine überraschende Niederlage, die im Rückspiel jedoch ausgebügelt werden konnte. Dieses Rückspiel fand jedoch nicht im heimischen Stadion statt, sondern in Nyíregyháza, da die eigene Arena momentan renoviert wird.  Daher können die Ungarn auch beim Spiel gegen BATE auf keinen wirklichen Heimvorteil pochen, was sie jedoch ohnehin gewohnt sind, da sie sowohl in der Champions als auch Europa League bereits nach Budapest ausweichen mussten.

Dynamo Kiew – Feyenoord Rotterdam

Letztes direktes Duell: 0:0 und 0:2 (Champions-League-Gruppenphase 2002/03)

In den letzten beiden Jahren reichte es für Dynamo Kiew, das die Spitzenposition im ukrainischen Fußball mittlerweile an Shakhtar Donezk abtreten musste, lediglich zur Teilnahme an der Europa League. Daher soll es für die Mannen rund um Andriy Shevchenko nun endlich wieder zum großen Wurf reichen, wozu unter anderem Nico Kranjcar von den Tottenham Hotspur verpflichtet wurde. Vor zwei Jahren kam in der Champions-League-Qualifikation jedoch ebenfalls gegen einen niederländischen Vertreter das Aus – damals war Ajax eine Nummer zu groß.

Feyenoords letzte internationale Ausrufezeichen liegen bereits einige Zeit zurück. Der ehemalige UEFA-Cup-Sieger hatte in den letzten Jahren mit finanziellen Problemen zu kämpfen, so dass eine Teilnahme an der Champions League einen willkommenen Geldregen mit sich bringen würde. Zuletzt war man vor drei Jahren international vertreten, schied jedoch in der Europa League ohne einen einzigen Punkt erzielt zu haben aus. Auf nationaler Ebene war das 0:10 vor zwei Jahren gegen die PSV Eindhoven indessen der absolute Tiefpunkt. Zuletzt verließ Verteidiger Ron Vlaar den Verein in Richtung Aston Villa, was eine nicht zu unterschätzende Schwächung darstellt.

AEL Limassol – Partizan Belgrad

Bisher keine direkten Duelle

Zypern befindet sich weiter auf dem Vormarsch in Fußballeuropa – zumindest was die Clubs betrifft. Die Chancen stehen alles andere als schlecht, als dass die Ferieninsel in diesem Jahr sogar einen Fixplatz in der Champions League erreichen kann, was den guten Ergebnissen den letzten Jahre geschuldet ist. Dazu will nun auch Limassol beitragen, das wie nahezu alle zypriotischen Vereine in erster Linie auf ausländische Akteure baut. Der ehemalige Arbeitgeber von Markus Hiden setzt bei seiner ersten internationalen Teilnahme seit zehn Jahren dazu an, zumindest in die Europa League einzuziehen, sollte Partizan aus dem Weg geräumt werden.

Die Serben machten mit zypriotischen Gegnern zuletzt keine guten Erfahrungen. Vor zwei Jahren schied man gegen APOEL Nikosia aus, während im Jahr davor der gleiche Verein für Lokalrivalen Roter Stern eine zu hohe Hürde war. Sollte dennoch der Einzug in die Königsklasse gelingen, wird man wohl vor allem danach trachten, eine bessere Bilanz als bei der letzten Teilnahme hinzulegen, als man punktelos die Segel streichen musste.

Motherwell – Panathinaikos

Bisher keine direkten Duelle

Das Thema schlechthin der letzten Wochen und Monate im schottischen Fußball war die Pleite der Rangers und die vielen negativen Folgen davon. Einer der wenigen Profiteure vom Finanzkollaps des ehemaligen Giganten ist Motherwell, das so in die Qualifikation zur Champions League rutschte und nun etwas unverhofft sein Glück dabei versuchen darf, in eine Gruppenphase zu gelangen. Zumindest kann man dabei auf ein wenig Erfahrung zurückgreifen, da die Truppe aus North Lanarkshire vor zwei Jahren immerhin das Playoff zur Europa League erreichte und auf dem Weg dorthin unter anderem den norwegischen Vertreter Aalesund eliminierte. Nach einigen Abgängen umfasst der Kader derzeit allerdings nur mehr 17 Spieler.

Auch vor Panathinaikos machte die Finanzkrise nicht Halt, denn so gelang es erst im zweiten Anlauf, eine Lizenz für die neue Spielzeit zu erhalten. Auch was den Kader angeht, wurde in den letzten Jahren der Sparstift angesetzt, Superstars wie Djibril Cissé sucht man vergebens. Zudem verlief auch das vergangene Europacupjahr höchst enttäuschend; einem Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen Odense folgte das KO gegen Maccabi Tel-Aviv im Playoff zur Europa League.

OoK_PS, abseits.at

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