In Deutschlands zweiter Eliteliga bleibt sowohl das Abstiegs- als auch das Aufstiegsrennen spannend und für die Teams im Mittelfeld kann es noch in beide... 2. Deutsche Liga: Kerschbaumer trifft zum Last-Minute-Sieg

In Deutschlands zweiter Eliteliga bleibt sowohl das Abstiegs- als auch das Aufstiegsrennen spannend und für die Teams im Mittelfeld kann es noch in beide Richtungen gehen, denn zwischen Tabellenplatz drei und sechzehn liegen gerade Mal 11 Punkte. Auch an diesem Spieltag ließen einige Favoriten Federn und das Team der Stunde konnte einen weiteren Sieg einfahren. Aus heimischer Sicht gab es wieder einige Glanzleistungen, aber auch den ein oder anderen Spieler, der unter seinen Erwartungen blieb.

Auf der Bielefelder Alm wird weiter geträumt

Am Freitagabend standen sich die Teams aus Dresden und Heidenheim gegenüber, wobei die Sachsen im heimischen Stadion einen knappen 3:2-Sieg einfahren konnten. Beim Dynamo stand Horvath in der Startelf und Möschl beobachtete das gesamte Geschehen von der Ersatzbank aus. Der agile Außenspieler ließ dabei einmal mehr sein Talent aufblitzen und konnte mit Distanzschüssen gefährlich werden. Insgesamt eine gute Leistung von ihm, bei der er den Dresdner Offensivbemühungen Antrieb verlieh und permanent den Ball forderte. Einziger Schwachpunkt war sein Zweikampfverhalten, gegen robuste Heidenheimer hatte er einen schweren Stand. Bei den Gästen kam Dovedan kurz vor Schluss ins Spiel, bewirkte aber nichts mehr.

Ein Last-Minute-Tor bescherte der Arminia gegen Nürnberg einen 1:0-Heimsieg und so halten sich die Bielefelder weiterhin in Schlagdistanz zum Relegationsplatz. Mann des Spiels war einmal mehr Kerschbaumer, der extrem viele Kilometer abspulte, der gefährlichste Mann seines Teams war und folgerichtig (nach Vorlage von Prietl) den entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit markierte. Der Österreicher, über dessen offene Zukunft bereits kräftig spekuliert wird, spielt eine hervorragende Saison und ist der Topscorer seines Teams. Auch der Vorlagengeber Prietl spielte eine gute Partie, bei der er zwar relativ wenige Ballkontakte hatte, aber gut gegen den Ball arbeitete, aggressiv in die Zweikämpfe ging und seine Pässe meist an den Mann brachte. Auf der Gegenseite spielte Margreitter in der Innenverteidigung großteils eine gute Partie, bei der er vor allem mit seiner Zweikampfstärke und seiner Ruhe bestach. Kreidl und Jäger standen bei den Franken nicht im Kader.

Nur das Kleeblatt jubelt am Samstag

Am Samstagnachmittag standen vier Spiele am Programm. St. Pauli trennte sich am heimischen Millerntor torlos von den Löwen aus Braunschweig, bei denen sich Teigl beim Aufwärmen verletzte und daher kurzfristig aus dem Kader genommen wurde.

Darmstadt kam zu Hause gegen Ingolstadt ebenfalls nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus und bleibt auf einem direkten Abstiegsplatz kleben. Die Punkteteilung ist für beide Teams definitiv zu wenig. Knaller saß bei den Schanzern wie gewohnt nur auf der Bank.

Ebenfalls unentschieden endete die Partie zwischen Bochum und Kiel. Beim 1:1 markierte Stöger das 1:0, nachdem er den Ball aus gut 11 Metern überlegt einschob. Ansonsten kam vom zentral agierenden Österreicher wieder einiges an guten Ideen. Mit seinen Lochpässen, seinem schnellen Umschaltspiel und seinen Standards belebte er das Offensivspiel seines VfL ungemein. Trotz der ein oder anderen guten Aktion war ihm ein zweiter Torerfolg nicht vergönnt. Hinterseer begann wieder als Solospitze in der Sturmmitte und hatte, wie es in den letzten Wochen bereits öfters der Fall war, Pech im Abschluss, obwohl er sich gut bewegte und viele Bälle fixierte. Außerdem konnte er einige Fouls ziehen und war ein ständiger Unruheherd bei den Bochumern. Auf Seiten der Störche saß Hoheneder nur auf der Bank.

Beim Spiel zwischen den beiden formstärksten Teams konnte sich Greuther Fürth zu Hause im Kellerduell gegen Kaiserslautern knapp mit 2:1 durchsetzen. Beim Kleeblatt, das seit Langem wieder einmal über dem Stricht steht, zeigte Gugganig eine solide Leistung, bei der er sich öfters in die Offensive einschalten konnte und auch den Ball gut nach vorne trieb. Obwohl er bei seinen Gelegenheiten zu ungenau war, kann er mit sich zufrieden sein, da er sowohl im Zweikampf als auch im Passspiel sehr stark agierte und das Mittelfeld seines Teams zusammenhielt. Bei den Pfälzern konnte Mwene nicht ganz an seine starken Leistungen anschließen, hatte aber beim Tor seines Teams seine Beine im Spiel und spielte einige kluge Pässe nach vorne. Bei einer Abwehraktion hatte er Glück, zeigte sich ansonsten aber sehr routiniert und ließ auf seiner Seite wenig zu. Vucur im Abwehrzentrum zeigte im Aufbau seine Stärken und auch im Stellungspiel wirkte er sehr konzentriert. Einige Unachtsamkeiten im Verbund ermöglichten den starken Fürthern aber doch mehrere Chancen, welche sich die Hintermannschaft der Pfälzer ankreiden lassen müssen.

Düsseldorfer Überflieger

Im Derby gegen den MSV Duisburg konnten die Fortunen aus Düsseldorf einen wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg tätigen und gewannen mit 2:1. Beim MSV saß Gartner nur auf der Bank.

Regensburg bleibt ebenfalls im Rennen um Platz drei, denn der Jahn konnte zu Hause gegen Sandhausen mit 2:1 siegreich bleiben. Kulovits wird nach seiner Verletzung erst langsam herangeführt und saß beim SVS nur auf der Bank.

Union Berlin musste einen weiteren Dämpfer erleiden und kam im heimischen Stadion nicht über ein 0:0-Unentschieden gegen Aue hinaus. Trimmel und Hosiner starteten bei den Eisernen, wobei der Stürmer durch Kopfbälle gefährlich werden konnte und seine beste Leistung seit Langem im Dress der Hauptstädter abrufen konnte. Trimmel lieferte auf der rechten Abwehrseite ein gewohnt starkes Spiel ab, bei dem er offensiv mehrmals aktiv wurde und vor allem als Passgeber in Erscheinung trat. Gegen die Auer, die vornehmlich durch die Mitte zu ihren Chancen kamen, hatte er auf der Seite nur wenige Defensivaufgabe zu lösen und konnte sich so gut in den Spielaufbau miteinbinden. Wydra auf der Gegenseite zeigte eine ganz passable Vorstellung, bei der er zwar im Torabschluss nicht in Erscheinung trat, im Defensivverbund aber entscheidend mitwirkte und für die Auer eine wichtige Stütze darstellte. Im Zweikampf hatte er zwar seine Probleme und musste sich mehrmals per Foul behelfen, seine Ruhe am Ball verlieh aber der Hintermannschaft der Ostdeutschen Stabilität. Außerdem erfreulich war die Kadernominierung von Schösswendter, der zwar keine Einsatzminuten bekam, aber endlich wieder im Aufgebot der Berliner stand.

Nationalteam und Fazit

Wenige Tage vor der Kadernominierung von Foda sind logischerweise auch einige Akteure der zweiten Liga im Fokus des Nationalteams. Auf der rechten Abwehrseite taten sich besonders Mwene und Trimmel hervor, die sich beide einen Platz im erweiterten Kader verdient hätten. Angesichts der starken Konkurrenz (Lainer, Bauer) ist eine Nominierung aber eher unwahrscheinlich. Eine Möglichkeit für die Zweitligakicker wäre, falls einer der hiergenannten Spieler auf die linke Abwehrseite ausweicht. Man wird sehen. In der Innenverteidigung spielen Wydra und Margreitter ganz solide Spielzeiten, wobei auch hier ob der Konkurrenz wohl nicht mehr als ein Kaderplatz für einen der zwei möglich ist. Ganz anders sieht die Lage im Mittelfeld aus, wo eine Nominierung von Kerschbaumer keine Überraschung darstellen würde, da der polyvalent einsetzbare Mittelfeldspieler eine extrem starke Saison absolviert und besonders in den letzten Wochen aus seiner Mannschaft herausstach. Im Blickfeld sind hier wohl Stöger und Horvat, wobei eine Nennung von einem der Beiden eher unwahrscheinlich ist. Ansonsten befindet sich wohl kein Zweitligaakteur im Fokus des Teamchefs.

Legionär der Runde ist an diesem Wochenende Kerschbaumer, der einmal mehr seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen konnte. Sein Teamkollege Prietl und Horvath zeigten ebenfalls gute Performances. Margreitter, Stöger, Trimmel, Wydra, Gugganig, Hinterseer und Hosiner zeigten allesamt ganz ansprechende Leistungen, wobei hier jeder noch Luft nach oben hat. Die Pfälzer Vucur und Mwene konnten ihre Potential nicht vollständig ausschöpfen und vor allem der starke Außenspieler blieb hinter den Erwartungen zurück. Dovedan bekam einen Kurzeinsatz, konnte sich aber nicht mehr präsentieren. Möschl, Schösswendter, Hoheneder, Knaller, Kulovits und Gartner saßen bei ihren Teams nur auf der Bank. Kreidl, Jäger und Teigl standen aus unterschiedlichen Gründen nicht im Kader ihrer Mannschaften.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer