Eine lange, spannende und anstrengende Zweitligasaison liegt hinter uns endete erst in dieser Woche mit den letzten Relegationsspielen. Insgesamt 23 Österreicher standen in dieser... 2. Deutsche Liga: Saisonbilanz unserer Legionäre 2017/18 (Platz 11-23)

Eine lange, spannende und anstrengende Zweitligasaison liegt hinter uns endete erst in dieser Woche mit den letzten Relegationsspielen. Insgesamt 23 Österreicher standen in dieser Spielzeit mehr oder minder am Feld in Liga Zwei. Manchen kamen dabei gar nicht oder nur sporadisch zum Einsatz, andere hingegen starteten voll durch und befinden sich bereits am Weg in eine höhere Liga. Alle Spieler sind nach ihren Saison-Performances sowie ihren Zukunftsplänen durchleuchtet worden und werden je nach Leistung in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Im ersten Teil des Fazits geht es vor allem um die Kicker, die ihr Potential nicht ausschöpfen konnten, eine verkorkste Saison hatten oder gar nicht erst zum Einsatz kamen. Dennoch finden sich in den Plätzen 23-11 auch ein paar Lichtblicke.

23. Michael Gspurning, Union Berlin
Der steirische Torhüter, der nach etlichen Auslandsstationen und ein paar Einsätzen im Nationalteam seine Karriere im schönen Berlin ausklingen lassen wollte, tat dies, fixierte seine Kicker im Winter am berühmt berüchtigten „Nagel“ und beendete seine aktive Karriere. Nachdem er in der Hinrunde nur als Back-Up fungierte und bereits in das Trainerteam hineinschnupperte, wechselte er in der Winterpause endgültig die Fronten und wurde Teil des Trainerstabs. Obwohl ein neuer Coach den Eisernen ab Sommer vorstehen wird, wird der Österreicher vermutlich weiterhin den Hauptstädtern angehören und seinen Vertrag bis Sommer 2019 erfüllen.

22. Johannes Kreidl, 1. FC Nürnberg
Der junge Torhüter kam vorwiegend in der Zweier-Mannschaft zum Einsatz, stand aber mehrmals beim Zweitliga-Team im Kader und dürfte seine Zukunft in Nürnberg haben. Ihm wird großes Talent bescheinigt und ob des möglichen Abgangs von Ersatztormann Kirschbaum könnte der junge Legionär nächstes Jahr in der Bundesliga auf der Bank sitzen und auf seine Chance hoffen.

21. Lukas Jäger, 1. FC Nürnberg
Ebenfalls ohne Einsatz blieb Jäger in seinem ersten Jahr in Nürnberg. Mit vielen Vorschusslorbeeren verpflichtet, entwickelte sich der Defensivakteur zu einem wahren Trainingsweltmeister, eine Chance in der Kampfmannschaft blieb ihm aber verwehrt. Mögliche Einsätze im nächsten Jahr in der Bundesliga dürften wohl eine Nummer zu groß für ihn sein, weshalb ein Wechsel nicht unwahrscheinlich wäre. Eine Rückkehr nach Österreich bzw. eine Leihe zu einem ambitionierten Zweitligisten könnte seiner leicht stagnierenden Karriere neuen Schwung verleihen.

20. Marco Knaller, FC Ingolstadt
In Sandhausen ausgebootet verschlug es den Schlussmann ins schöne Ingolstadt, wo er ebenfalls die Rolle des Reservisten Inne hat. In der abgelaufenen Spielzeit durfte er nur in der ersten Cup- bzw. in der letzten Meisterschaftsrunde im Tor stehen, ansonsten blieb ihm der Platz auf der Bank. Ob er dem Einser-Goalie Nyland im Sommer den Stammplatz streitig machen kann ist fraglich, aber durchaus möglich, sollte Knaller sein Niveau aus der Saison 2016/17 wieder abrufen können. Man darf gespannt sein.

19. Christoph Schösswendter, Union Berlin
Der baumlange Innenverteidiger wechselte im Sommer für eine nicht unbeträchtliche Summe nach Köpenick, konnte sich dort aber nie durchsetzen und schaffte es zu lediglich 69 Spielminuten in dieser Saison. Seit Oktober ist er ohnehin außen vor, mehr als ein „Platzerl am Bankerl“ war nicht mehr drinnen. Mit dem Trainerwechsel im Sommer kann er sich neu beweisen und er hofft selbst, dass er eine „faire Chance“ bekommen wird, wie er in einem Interview kürzlich verriet. Sollte jedoch keine Besserung seiner Situation in Sicht sein, dürfte sich ein Wechsel anbahnen – Ziel ungewiss.

18. Niklas Hoheneder, Holstein Kiel
Der routinierte Innenverteidiger nimmt seine Rolle als Absicherung für die Defensive blendend ein, denn obwohl er nur 209 Spielminuten in dieser Saison bekam, ist er ein wichtiger Faktor für die Mannschaft. Mit seiner Ruhe und Erfahrung hilft er dem Team neben dem Platz und im Training. Dennoch kam der Defensivmann zu einem Saisontor und insgesamt sieben Einsätzen. In der verlorenen Relegation war er aber kein Bestandteil der Planungen von Trainer Anfang. Stand jetzt ist seine Zukunft noch offen, da sein Vertrag ausläuft, aber die Zeichen auf eine Verlängerung stehen nicht schlecht.

17. Christian Gartner, MSV Duisburg
Mit etwas Verspätung startete der junge Burgenländer in diese Saison, denn er wurde nach einem halben Jahr Vereinslosigkeit erst im Winter vom MSV unter Vertrag genommen. Dort kam er gegen Ende hin immer besser in Form, erzielte am letzten Spieltag ein Tor und wird wohl in der Sommervorbereitung ordentlich Gas geben, um sich seinen Stammplatz zu erkämpfen. Die Aussichten dazu sind nicht schlecht, denn er kennt die Liga aus Düsseldorfer Zeiten sehr gut und sollte er es schaffen an das Leistungsniveau von damals anzuknüpfen, könnte er ein prägender Spieler für die Duisburger in der nächsten Saison werden.

16. Georg Teigl, Eintracht Braunschweig
Das hat sich Georg Teigl bestimmt anders vorgestellt. Mit hohen Erwartungen ging die Eintracht in die Saison, legte personell im Winter (unter anderem mit Teigl) nach und schlussendlich müssen die Braunschweiger den bitteren Gang in die dritte Liga antreten. Für den Außenspieler persönlich verlief die Halbsaison recht durchwachsen, denn obwohl er meist in der Startelf stand, konnte er sein Topniveau beinahe nie abrufen. Was bleibt sind 14 Spiele, bei denen er entweder die rechte Seite beackerte oder im Sturmzentrum seine Kreise zog. Insgesamt eine bittere Halbsaison für alle Beteiligten. Wo seine Zukunft liegt, ist noch unklar, denn er kehrt nach dem Abstieg zu seinem Stammverein Augsburg zurück und ob dort mit dem Österreicher geplant, steht noch in den Sternen.

15. Patrick Möschl, Dynamo Dresden
Etwas überraschend ließ Dresden vor der Saison mit dem Transfer von Möschl aufhorchen, aber der junge Mann überzeugte zu Beginn und erspielte sich einen Platz in der ersten Elf. Nach und nach wurden seine Einsatzzeiten ob der großen Konkurrenz immer weniger und er fand in der Rückrunde keine Beachtung mehr. Kleine Verletzungen förderten sein Standing nicht sonderlich und so muss der blitzschnelle Offensivmann im Sommer erneut in der Vorbereitung angreifen, damit er sich in der Gunst des Trainers profilieren kann. Summa summarum stehen bei ihm 11 Einsätze zu Buche, in denen er immerhin einen Treffer erzielen konnte. Ein Sommertransfer steht wohl nicht im Raum bei ihm.

14. Philipp Hosiner, Union Berlin
Der heimische Stürmer blickt auf keine einfache Saison zurück. Erst ist er klar als Joker eingeplant, dann darf er mehrmals von Beginn an ran, kann diese Chancen aber nicht so recht nützen und gegen Ende hin fand er sich wieder auf der Reservebank. 19 Spiele, davon 6 von Beginn an, sind also das Fazit dieser Saison, wobei er aber zwei Tore erzielen konnte und bei einigen Kurzeinsätzen neuen Schwung in das Spiel bringen konnte. Aufgrund der langwierigen Verletzung von Polter und der möglichen Chance auf weitere Startelfeinsätze zu Beginn der neuen Saison, will sich der Stürmer bei den Eisernen durchbeißen. Potential ist auf jeden Fall vorhanden und es wäre ihm nach seinen langwierigen Krankheiten sehr zu vergönnen, sollte er diese Chance nutzen und noch einmal so richtig durchstarten.

13. Dominik Wydra, Erzgebirge Aue
Eine seltsame Spielzeit hat Wydra in Aue hinter sich gebracht. Anfangs nur sporadisch als defensiver Mittelfeldmann eingesetzt, avancierte er recht bald in der Hinrunde zum Abwehrchef mit einer grandiosen Spielereröffnung, ehe er im Laufe der Rückrunde wieder auf die Bank degradiert wurde. Er pendelte dabei zwischen Bank und Spielfeld, konnte aber an seine Leistungen aus der Hinrunde nicht mehr anschließen. Insgesamt stehen bei ihm 29 Einsätze, ein Tor und der Last-Minute-Klassenerhalt zu Buche. In Zukunft wird er sich wohl mit seiner Qualität einen Stammplatz in Aue erkämpfen, wenngleich davon auszugehen ist, dass ein Abstiegskandidat in Liga Zwei nicht das Ende der Fahnenstange für ihn sein wird.

12. Stefan Kulovits, SV Sandhausen
Wahrscheinlich einer der härtesten Spieler der zweiten Liga hat eine ebenso harte Saison hinter sich, denn aufgrund von diversen Verletzungen kam der zentrale Mittelfeldmann nur auf 14 Spiele. Dennoch ist der Kapitän seines Teams der Leitwolf im Spiel, obwohl seine Leistungen meist sehr unauffällig sind und er eher über die Mentalität ins Spiel kommt. Allgemein konnte er in dieser Saison nicht ganz an die Leistungen aus der letzten Spielzeit anschließen. In Sandhausen ist man mit dem 1-Tore-Mann aus dieser Runde sehr zufrieden und so wurde erst kürzlich sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Wohin es den Routinier nach seiner Sandhäuser Station treiben wird, das ist bis dato offen.

11. Sascha Horvath, Dynamo Dresden
Knapp an den Top Ten vorbeigeschrammt ist der kleinste unserer Legionäre. Nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten, blühte der jungen Flügelflitzer immer mehr auf und erarbeitete sich über einen längeren Zeitraum hinweg einen Platz in der Startelf. Dabei konnte er nicht immer überzeugen, denn in seinen 20 Spielen gelangen ihm nur 2 Scorerpunkte. In Dresden hält man aber große Stücke auf ihn und man ist in der Zukunft sehr gespannt auf seine Entwicklung. In dieser Spielzeit ließ er sein Talent schon immer öfters aufblitzen und so ist es gut möglich, dass er nach seinem „Probejahr“ in Deutschland in der nächsten Saison voll durchstarten wird.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer