Am vergangenen Wochende kam es zu einigen spannenden Ergebnissen in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands. Im Aufstiegsrennen konnten alle Vereine siegen und der Abstiegskampf spitzt... 2. Deutsche Liga: Union-Berlin-Legionäre mit überzeugenden Leistungen

_Union Berlin WappenAm vergangenen Wochende kam es zu einigen spannenden Ergebnissen in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands. Im Aufstiegsrennen konnten alle Vereine siegen und der Abstiegskampf spitzt sich weiter zu. Mittendrin sind mehrere Österreicher, welche die Matches ihrer Mannschaften maßgeblich beeinflussten. Es gab zwei Österreicher-Tore zu bewundern, ein junger Legionär feierte sein Startelfcomeback und zwei heimische Kicker müssen den bitteren Gang in die dritte Liga antreten.

Österreicher-Duell geht an die Hauptstädter

Am Freitagabend erreichte St.Pauli einen souveränen 3:0-Sieg im heimischen Stadion gegen Heidenheim. Bei den Gästen stand Rasner aufgrund einer Sperre von Griesbeck von Beginn an am Feld. Er agierte dabei im zentralen Mittelfeld in einem 4-4-2-System. Dabei erfüllte er vorwiegend Defensivaufgaben. Er spielte wiederholt Fehlpässe und die fehlende Spielpraxis war ihm phasenweise stark anzumerken. Erschwerend kam hinzu, dass die gesamte Heidenheimer Truppe einen schlechten Tag erwischt hatte und er deshalb Probleme hatte, ins Spiel zu finden. Nach rund 70 Minuten wurde Rasner ausgewechselt.

Bochum bezwang Dresden zu Hause mit 4:2 und dürfte nun endgültig das Abstiegsgespenst vertrieben haben. Der rekonvaleszente Stöger und der erkrankte Wydra fehlten bei den Hausherren.

Im dritten Freitags-Match besiegten die Eisernen aus Berlin den SV Sandhausen mit 2:1. An der Alten Försterei begannen Trimmel und Hosiner bei der Union. Trimmel rechts hinten und Hosiner, gemeinsam mit Polter, im Doppelsturm. Der Angreifer zeigte eine gute Leistung. Er erzielte das 1:0, als er nach einer Trimmel-Flanke und einer Polter-Verlängerung am schnellsten schaltete und den Ball im Tor unterbrachte. Ansonsten zeigte er sich sehr zweikampfstark und lauffreudig. Er wurde aus taktischen Gründen nach gut 70 Minuten ausgewechselt. Trimmel zeigte in diesem Spiel einmal mehr, warum er so wichtig ist für die Hauptstädter. Seine Flanken aus dem Halbfeld sorgen stets für Gefahr, sein Einsatz für die Mannschaft ist vorbildlich und defensiv ist er immer zur Stelle. Einziges Manko an diesem Wochenende war, dass er sich mehrere, leichte Ballverluste leistete. Bei den Gästen stand Knaller im Tor und zeigte eine solide Vorstellung. Bei den Toren war er machtlos und ansonsten leistete er sich keine Fehler. Bereits zu Beginn konnte er sich mit einer guten Parade auszeichnen. Kulovits startete im defensiven Mittelfeld und agierte das gesamte Spiel über recht unauffällig. Er ging in viele Zweikämpfe, leistete sich wenige Fehler im Spielaufbau und bereitete den Anschlusstreffer mit einer mustergültigen Flanke vor. Eine passable Leistung des Kapitäns.

Badener Tristess und Kleins Schuss zum Glück

Karlsruhe verlor das Heimspiel gegen Kaiserslautern mit 1:3 und muss nächste Saison in der dritten Liga antreten. Hoffer kam bei den Heimischen 20 Minuten vor Schluss ins Spiel, konnte aber an der Niederlage nichts mehr ändern. Sallahi fehlte verletzungsbedingt. Mwene und Vucur standen bei den Gästen in der Startformation. Der rechte Außenspieler Mwene, der übrigens jede einzelne Minute in dieser Saison auf dem Platz stand, war stark an das Spiel der Pfälzer gebunden, da er viele Bälle forderte. Defensiv stand er sehr kompakt und konnte mehrere Bälle klären. Offensiv trat er nur selten in Erscheinung. Vucur verzeichnete gegen harmlose Karslruher keine groben Schnitzer und war in der Spieleröffnung sehr konzentriert. Der robuste Innenverteidiger entschied die meisten Zweikämpfe für sich und war ein wichtiger Spieler für den Auswärtssieg der Roten Teufel.

Bielefeld verspielte im Heimspiel gegen Greuther Fürth in letzter Minute den sicher geglaubten Heimsieg. Die Gäste, bei denen Zulj aufgrund eines eitrigen Zahns fehlte, waren die gesamte zweite Hälfte in Unterzahl. Bei ihnen saßen Derflinger und Gugganig auf der Bank. Prietl war bei der Arminia in der Startformation. Er wurde im defensiven Mittelfeld in einem 4-2-3-1-System aufgeboten. Er spielte erneut stark gegen den Ball und gewann viele Zweikämpfe. An den Spielaufbau war er nicht stark angebunden. Er hatte nur wenige Ballaktionen zu verzeichnen und hielt seinen Mitspielern hauptsächlich den Rücken frei.

Der VfB Stuttgart konnte einen 0:2-Rückstand in Nürnberg drehen und gewann durch einen Treffer von Klein mit 3:2. Der Österreicher kam nach 70 Minuten ins Spiel und nahm die Position des rechten Mittelfeldspielers ein. Er hatte drei Torschüsse zu verzeichnen und zeigte sich äußerst spielfreudig. In der Nachspielzeit kam der Ball im Strafraum zu ihm und er verwandelte trocken ins lange Eck. Anzumerken ist, dass sein auslaufender Vertrag in Stuttgart nicht verlängert wird und er sich im Sommer nach einem neuen Verein umschauen muss. Margreitter verpasste das Spiel gegen Stuttgart aus privaten Gründen.

Kein Österreicher-Sieg im Abstiegskampf

1860 München verlor das Heimspiel gegen Braunschweig im 0:1. Die größtenteils spielbestimmenden Münchner, bei denen Liendl im zentralen Mittelfeld durchspielte, konnten ihre klaren Chancen nicht nutzen. Der Österreicher war die Schaltzentrale der Sechzger und hatte die mit Abstand meisten Ballaktionen. Seine Standards waren zwar gewohnt gut getreten, konnten aber nicht so gefährlich werden wie in den letzten Spielen. Er agierte zeitweise etwas unglücklich, da er einige Bälle leicht herschenkte und in manchen Situationen die falschen Entscheidungen traf. Engagierte, aber keinesfalls überragende Leistung des Mittelfeldmanns.

Die Würzburger, rund um Goalie Siebenhandl, verloren auswärts in Aue mit 1:3. Bei den Gegentoren war der Torhüter zwar machtlos, brachte sich aber einige Male selbst in die Bredouille, als er weit aus seinem Kasten herauskam und den Ball nicht sofort wegschlug. Ansonsten agierte er fehlerfrei und zeigte ein paar starke Paraden.

Hannover entschied das Heimspiel gegen Düsseldorf mit 1:0 für sich. Harnik stand bei den Gästen in der Startformation und kam, wie schon zuletzt, über den Flügel. Gefährlich wurde er zwar sehr selten, ging aber mit seinem Einsatz voran und ist in Sachen Kampf ein Vorbild für seine Mitspieler. Gartner startete bei der Fortuna auf der linken Außbahn und war äußerst umtriebig. Der lauffreudige Mittelfeldspieler hatte viele Ballaktionen und bewegte sich gut in die freien Räume. Torgefahr ging von ihm nur selten aus, aber durch seine Ballgewinne und Pässe leitete er den einen oder anderen Angriff der Düsseldorfer ein. Die Leistung des jungen Mannes passt und so dürfte er auch die nächste Partie wieder in der Startelf stehen.

Fazit des Wochendendes

Hosiner und Trimmel zeigten starke Vorstellungen für die Union. Auch Mwene und Vucur im Dress von Kaiserslautern konnten überzeugen. Diese vier Spieler hatten einen erheblichen Anteil an den Siegen ihrer Mannschaften. Die Torhüter Knaller und Siebenhandl agierten erneut fehlerfrei, wobei Letzterer ungewohnte Unsicherheiten zeigte. Kulovits, Harnik, Gartner, Liendl und Prietl zeigten ganz passable Leistungen, wobei bei ihnen noch viel mehr drinnen sein sollte. Rasner stand zwar wieder in der Startelf, konnte aber nicht überzeugen und dürfte am nächsten Spieltag wohl wieder ins zweite Glied rutschen. Erfreulich war der Kurzauftritt von Klein, der das Siegtor erzielen konnte. Weniger erfreulich war der Einsatz von Hoffer, der nichts zu Stande brachte. Derflinger, Sahin-Radlinger, Pogatetz und Gugganig saßen das gesamte Spiel über auf der Ersatzbank. Sallahi, Margreitter, Zulj, Gspurning, Wydra und Stöger standen aus unterschiedlichsten Gründen nicht im Kader ihrer Teams.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer

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