Der vorletzte Spieltag der extrem engen zweiten Liga ging geschlossen am vergangen Sonntag über die Bühne und brachte mehrere Überraschungen mit sich. Nach dem... 2. Deutsche Liga: Vucur und Dovedan mit starken Leistungen

Der vorletzte Spieltag der extrem engen zweiten Liga ging geschlossen am vergangen Sonntag über die Bühne und brachte mehrere Überraschungen mit sich. Nach dem Motto „Totgesagte leben länger“ verschärft sich der Abstiegskampf zunehmend und steht jetzt unter dem Vorzeichen aus 6 mach 2. Im Aufstiegsrennen sind die Würfel endgültig gefallen. Mit dabei waren wie immer unsere Legionäre, die sich an diesem Spieltag nicht so stark in Szene setzen konnten.

Die Störche fliegen Richtung Bundesliga

Alle neun Spiele standen am Sonntagnachmittag am Programm. In der ausverkauften Esprit-Arena in Düsseldorf, die dort ihre Aufstiegsfeierlichkeiten fortsetzten, kamen die Hausherren zu einem 1:1-Unentschieden gegen Holstein Kiel. Die Kieler haben somit den Relegationsplatz fixiert und dürfen sich weiterhin Hoffnungen auf den Durchmarsch machen. Hoheneder sah die Partie wie gewohnt von der Ersatzbank aus.

Der „Glubb“ ist ebenfalls zurück in Liga eins. Durch den 2:0-Auswärtserfolg in Sandhausen haben die Franken ihr Aufstiegsticket in der Tasche und können sich feiern lassen. Margreitter zeigte beim FCN eine gewohnt starke Partie und leitete mit einem wuchtigen Kopfball den Führungstreffer ein. Der Abwehrchef spielte ein unaufgeregtes Match, einzig bei den scharfen Hereingaben der Sandhäuser Mitte der zweiten Hälfte kam er leicht ins Trudeln. Jäger stand nicht im Kader. Auf der Gegenseite erwischte Kulovits einen schlechten Tag und wurde folgerichtig nach gut einer Stunde substituiert. Der sonst so kämpferisch starke Mittelfeldmann fand keinen Zugriff gegen die giftigen Nürnberger und so verlor er nicht nur wichtige Duelle im Mittelfeld, sondern auch die Kontrolle über das Spiel.

Der VfL Bochum muss seine Aufstiegshoffnungen begraben, denn der VfL verlor in Berlin mit 1:3. Hinterseer konnte zwar den späten Anschlusstreffer erzielen, war ansonsten aber meist unsichtbar und hatte einen schweren Stand bei den Berliner Verteidigern. Vielleicht seine schwächste Frühjahrs-Performance zeigte Kevin Stöger, dem diesmal nur sehr wenig gelang und der das Spiel seines Teams nicht leiten konnte. Nach den letzten Wochen, in denen er sich in Hochform präsentierte, ist diese dürftige Darbietung zu verkraften. Auf der Gegenseite stand Schösswendter nicht im Kader, Hosiner saß 90 Minuten auf der Bank und Trimmel startete rechts hinten. Auch der Außenverteidiger hatte schon bessere Tage erlebt, denn seine vielen Zuspiele waren teilweise zu ungenau und so konnte er seine Stärken nicht vollends ausschöpfen. Insgesamt aber eine recht solide Vorstellung von ihm, denn in der Defensive ließ er nur sehr wenig zu und verstärkte so die Abwehr.

Wunder von Darmstadt nimmt Gestalt an

Sie waren schon abgestiegen, die Liga hat sie abgeschrieben, aber dann kam Schuster zurück ans Böllenfalltor und plötzlich sind sie wieder mittendrin. Die Rede ist von Darmstadt 98, die nach ihrem 3:0-Auswärtssieg in Regensburg plötzlich auf einem Nichtabstiegsplatz stehen und alles, wirklich alles, in eigenen Händen haben. Für Regensburg hingegen ist der Traum von der Relegation vorbei. Nichts desto Trotz muss man den Hut ziehen vor dieser Mannschaft, die eine grandiose Saison gespielt haben.

Keine grandiose Saison zeigten die Kiezkicker von St. Pauli, die sich aber mit einem mühsamen 1:0-Sieg gegen Bielefeld den Klassenerhalt sichern konnten. Bei der Arminia standen unsere zwei Legionäre wie immer in der Startelf, konnten aber nicht ihr Potential ausschöpfen. An Kerschbaumer lief das Spiel regelrecht vorbei und er wurde nach knapp einer Stunde ausgewechselt. Prietl zeigte sich bemüht, nahm die Zweikämpfe an und forderte viele Bälle, etwas Zählbares kam dennoch nicht drum rum und so stehen die Arminen am Ende mit leeren Händen da. Aber kein Beinbruch für die Bielefelder, die eine starke Saison spielten und sich am Ende wohl im vorderen Drittel wiederfinden werden.

Das zehnjährige Jubiläum von Coach Lieberknecht hätte bitterer nicht sein können. Zum einen verlor seine Mannschaft zu Hause mit 0:2 gegen Ingolstadt (Anm. Sie sind damit gerettet und Knaller saß auf der Bank.) und zum anderen rutschte sein Team auf den Relegationsplatz ab. Aus heimischer Sicht stand Teigl wieder in der Startelf, wurde aber auf der ungewohnten Position im Sturm aufgeboten und hatte daher sichtlich Probleme, seine neue Rolle zu interpretieren. Er zog zwar einige Fouls, hatte einige ungefährliche Abschlüsse und verlangte permanent nach dem Spielgerät, aber echte Torgefahr konnte er nicht erzeugen. Der hochveranlagte Mittelfeldmann ist wohl besser auf dem Flügel aufgehoben, wie er in dieser Saison bereits unter Beweis stellen konnte.

Fürth rutscht ab und K`lautern verabschiedet sich

In einem ruppig geführten Sachsen-Derby trennen sich Aue und Dresden mit einem 0:0-Unentschieden, welches beiden Teams nicht so recht weiterhilft. Beide Mannschaften benötigen noch Punkte am letzten Spieltag, um den möglichen Absturz in die dritte Liga zu verhindern. Wydra saß bei Aue nur auf der Bank und Horvath auf Seiten der Dresdner wurde in Minute 72 eingewechselt. Der junge Offensivmann wirkte bemüht, konnte aber nichts mehr bewirken. Möschl stand erneut nicht im Kader beim Dynamo.

Das Kleeblatt aus Fürth kam im heimischen Stadion nicht über ein 2:2 gegen die bereits fix geretteten Duisburger hinaus und rutscht somit auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Lukas Gugganig, der im defensiven Mittelfeld sein Können unter Beweis stellen durfte, hatte einige Ballfehler in seinem Spiel und agierte im Aufbau etwas fahrig. Seine körperliche Robustheit konnte er stellenweise gewinnbringend einsetzen, offensiv bewirkte er aber nur sehr wenig. Insgesamt eine eher dürftige Leistung von ihm, wobei aber zu bemerken ist, dass er für Ernst, seinem Nebenmann, viele Räume schaffen konnte und ihm oftmals den Rücken freihielt. Gartner saß beim MSV nur auf der Bank.

Das letzte Zweitliga-Heimspiel verlief für die Roten Teufel sehr erfolgreich, denn sie besiegten, in einer höchstens mittelmäßigen Partie, die abstiegsgefährdeten Gäste aus Heidenheim mit 1:0. Mwene stand nicht im Kader (10. Gelbe Karte) und Vucur startete in der Innenverteidigung. Der baumlange Abwehrmann zeigte dabei eine sehr sachliche Leistung, bei der er eine ruhige Kugel schob, seine Zweikämpfe robust absolvierte und im Spielaufbau beinahe fehlerlos agierte. Der Aktivposten auf der anderen Seite war einmal mehr Dovedan, dem zwar kein Tor vergönnt war, sich aber für die Mannschaft aufrieb und einer der gefährlichsten Spieler seines Teams war.

Ausblick und Fazit

Der Aufstiegskampf ist durch, einzig Düsseldorf und Nürnberg schnapsen sich im direkten Duell den Titel aus. Kiel ist in der Aufstiegsrelegation und blickt am Wochenende wohl gespannt gen Wolfsburg, Hamburg und Freiburg. Der Abstiegskampf spitzt sich immer weiter zu, der letzte Spieltag muss entscheiden. Die Paarungen Heidenheim vs. Fürth und Darmstadt vs. Aue werden wohl die Abstiegsduelle schlechthin, wenngleich auch Braunschweig in Kiel gewinnen muss Dresden im Ostderby gegen Union Berlin zum Punkten verdammt ist. Der letzte Spieltag verspricht auf jeden Fall Spannung, denn 6 Teams sind noch mittendrin, statt nur dabei.

Der Legionär der Runde ragte an diesem Wochenende zwar nicht über allen anderen hinaus, dennoch zeigte Stipe Vucur für seine bereits fix abgestiegenen Lauterer eine tadellose Leistung. Dovedan kann ebenfalls mit sich zufrieden sein, er hat zumindest alles versucht. Selbiges gilt für Margreitter, der erneut eine starke Partie ablieferte. Prietl, Hinterseer und Trimmel hatten schon bessere Spiele, dennoch zeigten sie in Ansätzen ihr Können. Kerschbaumer, Teigl, Stöger, Kulovits und Gugganig erwischten recht schwache Tage und müssen sich wieder steigern. Horvath wurde eingewechselt, konnte seine Qualitäten aber nicht mehr gewinnbringend einsetzen. Wydra, Hoheneder, Hosiner, Knaller und Gartner saßen bei ihren Teams nur auf der Bank. Jäger, Kreidl, Mwene, Schösswendter und Möschl standen aus unterschiedlichen Gründen nicht im Kader ihrer Mannschaften.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer