In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 02. Spieltag 2014/15 (Teil 2) – Kevin Wimmer geht als Sieger aus dem Österreicher-Duell hervor

FC KölnIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns im ersten Teil die Leistungen von David Alaba, Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl ansahen, werfen wir nun einen Blick auf die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Köln, bei der gleich drei Österreicher in der Startaufstellung standen.

VfB Stuttgart – 1. FC Köln   0:2

Der VfB bleibt sich treu und steigt wie schon in den letzten beiden Jahren schwach in die neue Bundesliga-Saison ein. Die Schwaben verloren gegen die Gäste aus Köln am zweiten Spieltag mit 2:0 und warten nun bereits seit 1996 auf einen Heimsieg gegen die Geißböcke. Köln hingegen erwischte mit vier Punkten aus zwei Partien einen tollen Start und liegt nun zwischenzeitlich auf dem vierten Tabellenplatz, der Peter Stöger jedoch kalt lässt. Der Coach freut sich zwar über den guten Auftakt in die neue Saison, betont aber, dass durchaus noch schwierige Phasen kommen werden: „Wir haben vier Punkte, das ist noch kein Klassenerhalt.“

Wenn sich der VfB Stuttgart nicht rasch steigert, dann dürfen sich die Fans der Schwaben, so wie in der vergangenen Saison, auf einen spannenden Abstiegskampf vorbereiten. Die Stuttgarter hatten zwar 69% Ballbesitz, jedoch gingen ihnen im letzten Drittel sämtliche Ideen aus. Die gesamte Kölner Mannschaft arbeitete konzentriert nach hinten und wartete geduldig auf Konterchancen. Insgesamt ein absolut verdienter Sieg, da Stögers taktisches Konzept von seinen Spielern konsequent umgesetzt wurde.

Beim VfB begann Florian Klein wieder auf der rechten Abwehrseite hinter Martin Harnik. Klein war zwar an keinem der Gegentreffer beteiligt, konnte das Spiel jedoch auf seiner Seite nicht wie gewünscht vorantreiben und präsentierte sich im Aufbauspiel zu verhalten. Er brachte zwar 89% seiner 37 Pässe zu seinen Mitspielern, spielte jedoch meistens quer und erzeugte keine gefährlichen Situationen. In der Offensive kann er lediglich einen Schuss vorweisen, der jedoch abgeblockt wurde, sowie zwei Flanken, die ebenfalls nicht durchkamen. Während 47% aller Stuttgarter Angriffe über links vorgetragen wurden, liefen über seine Seite bloß 26% aller Vorstöße, was die Asymmetrie im Aufbauspiel gut verdeutlicht. Klein hatte mit 56 Ballkontakten um 20 weniger als Linksverteidiger Gotoku Sakai – die Innenverteidiger der Stuttgarter kamen gar auf 130 bzw. 133 Ballberührungen und spielten gemeinsam 233 Pässe, woran man erkennen kann, dass Klein im Aufbauspiel oft “ausgelassen“ wurde. Der Außenverteidiger gewann immerhin 9 seiner 15 Duelle (60%) und fing einen gegnerischen Pass ab. Der kicker bewertete ihn mit einer 4, sportal.de gab ihm eine 4,5.

Seinem Teamkollegen Martin Harnik erging es noch schlechter, denn der rechte Mittelfeldspieler musste in der Halbzeit in der Kabine bleiben. Trotz der großen Überlegenheit der Stuttgarter in Sachen Ballbesitz, kam der Flügelspieler auf nur 21 Ballkontakte. In der zehnten Minute gab er einen Schuss ab, der jedoch am Tor vorbeiging und seine einzige nennenswerte Aktion in der Offensive bleiben sollte. Harnik gelang es einfach nicht sich auf seinem Flügel in Szene zu setzen und wirkte wie ein Fremdkörper. Von acht Zweikämpfen entschied er lediglich zwei für sich (25%). Nach 45 Minuten erlöste ihn Trainer Armin Veh und schickte Timo Werner in die Partie, der seine Aufgaben in der Offensive besser löste. Der kicker gab Harnik die Note 5, sportal.de sogar eine 5,5. Harnik wird sich dringend steigern müssen, möchte er seinen Stammplatz behalten.

Wesentlich besser lief es für den Kölner Innenverteidiger Kevin Wimmer, der so wie in der ersten Runde neben Dominic Maroh im Abwehrzentrum auflief. Die beiden organisierten die Viererkette ausgezeichnet und profitierten auch von der Disziplin der anderen Kölner Mannschaftsteile, da sich jeder einzelne am Defensivspiel beteiligte und sich so kaum Lücken auftaten. Kevin Wimmer unterlief kein einziger nennenswerter Fehler, er zeigte alles in allem eine sehr konzentrierte Leistung und machte so vor dem Länderspiel gegen Schweden Werbung für sich. Er klärte insgesamt neunmal, öfters als jeder andere Kölner, den Ball aus dem eigenen Strafraum, fing zwei gegnerische Pässe ab und blockte einen Schuss ab. Er kam auf 43 Ballkontakte. spielte 33 Pässe, von denen 85% bei seinen Mitspielern ankamen und entschied sieben seiner zehn Duelle für sich (70%). Der kicker gab ihm die Note 3, sportal.de eine 2,5.

In der kommenden Runde kommt es zum Duell der Bundesliga-Aufsteiger, denn Köln reist zum SC Paderborn, der nach den beiden Spieltagen etwas überraschend ebenfalls vier Punkte auf dem Konto hat. Auf die Stuttgarter wartet mit dem Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München im Gegensatz dazu ein gewaltiger Brocken und mit einer ähnlichen Leistung ist wohl nur die Höhe der Niederlage ungewiss.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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