In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 11. Spieltag 2013/14 (Teil 2)  – Christian Fuchs bei Schalke-Sieg schwach, Emanuel Pogatetz bei Nürnberg-Niederlage stark

Emanuel Pogatetz (VfL Wolfsburg, ÖFB)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks schauten wir David Alaba und Zlatko Junuzovic auf die Beine, nun wollen wir uns die Leistungen von Emanuel Pogatetz und Christian Fuchs ansehen.

1.FC Nürnberg – SC Freiburg   0:3

Der 1. FC Nürnberg kassierte gegen den SC Freiburg eine bittere 0:3-Niederlage und steht nun nur noch auf dem 17. Tabellenplatz, punktegleich mit dem Schlusslicht Eintracht Braunschweig. Seit der Saison 2007/08 schaffte es keine Mannschaft nach elf Spieltagen ohne Sieg dazustehen – damals gelang Energie Cottbus das gleiche Kunststück. Das Ergebnis spiegelt aber in keiner Weise den Spielverlauf wieder, denn bis zum ersten Gegentor in der 57. Minute spielten nur die Hausherren und kamen auch zu zahlreichen Chancen. Freiburg-Goalie Oliver Baumann, der in der vergangenen Runde bei der 3:0-Niederlage gegen den Hamburger SV an allen Gegentoren schuld war, erwischte diesmal einen hervorragenden Tag und wehrte insgesamt zwölf Torschüsse an, womit er einen neuen persönlichen Rekord aufstellte. Der Schlussmann erhielt vom kicker die Note 1 und machte damit seinen blamablen Auftritt vom 10. Spieltag wieder gut.

Emanuel Pogatetz trifft an der Heimniederlage keine Schuld, denn der österreichische Innenverteidiger machte hinten einen guten Job und war zudem vorne der gefährlichste Nürnberger. Nach Standardsituationen kam er immer wieder gefährlich per Kopf zu guten Chancen. Einmal hielt Oliver Baumann spektakulär einen seiner Kopfbälle aus kurzer Distanz, ein anderes Mal landete der Ball im Netz, doch Schiedsrichter Gräfe entschied auf ein Foulspiel gegen den Österreicher, da sich dieser bei einem Gegenspieler aufstützte – eine vertretbare Entscheidung, die manch anderer Schiedsrichter jedoch anders bewertet hätte.

Pogatetz schoss insgesamt dreimal aufs gegnerische Tor, schlug eine Flanke und überzeugte im Spielaufbau mit langen präzisen Pässen aus der Abwehr heraus. Insgesamt schlug er 14 weite Bälle auf seine Mitspieler von denen zehn ankamen. Der Innenverteidiger kam auf 76 Ballkontakte und spielte insgesamt 59 Pässe, wobei 81% der Zuspiele bei seinen Mannschaftskollegen landeten. Er lief gute 11,2 Kilometer und schaltete sich nach dem Platzverweis des Freiburgers Oliver Sorg immer wieder mit in die Offensive ein. Seine Körpersprache war vorbildlich und man spürte, dass er sich mit aller Macht gegen die Niederlage stemmte. Er gewann insgesamt 9 seiner 15 Duelle (60%), wobei er einige Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte bestritt. Pogatetz machte zwei Tacklings, fing einen gegnerischen Pass ab und klärte sieben Bälle aus dem eigenen Strafraum.

Sein Kollege im Abwehrzentrum, der Schwede Per Nilsson, erwischte hingegen einen ganz schwachen Tag, machte allgemein einen unsicheren Eindruck und muss das dritte Tor alleine auf seine Kappe nehmen, nachdem ein Rückpass mit der Brust zu Tormann Schäfer zu schwach ausfiel und abgefangen wurde. Emanuel Pogatetz bekam von allen Nürnberger-Feldspielern vom kicker mit der Note 3,5 die beste Bewertung. Von sportal.de bekam er sogar eine glatte 3.

Hertha BSC Berlin – FC Schalke 04   0:2

Die Berliner bleiben die Lieblingsgegner der Königsblauen, denn nach dem 2:0-Auswärtssieg holte Schalke gegen den Verein aus der Hauptstadt aus den letzten zehn Duellen unglaubliche 28 Punkte (neun Siege, ein Unentschieden). Schalke erwies sich als die zielstrebigere Mannschaft und nutzte die Schwächen der Hertha bei Standardsituationen aus. Adam Szalai brachte die Gäste nach 26 Minuten in Führung, Julian Draxler erzielte den entscheidenden zweiten Treffer erst in der Nachspielzeit.

Christian Fuchs spielte zuletzt gegen Borussia Dortmund im linken Mittelfeld, kam nun aber wieder auf seiner Standardposition als linker Außenverteidiger zum Einsatz, da Dennis Aogo neben Roman Neustädter als zweiter Sechser im defensiven Mittelfeld agierte. Der österreichische Nationalspieler ist weiterhin auf der Suche nach seiner Form, denn er zeigte alles in allem eine eher schwache Partie, auch wenn man ihm vom Einsatz her absolut keine Vorwürfe machen kann. Mit 12,4 Kilometern Laufdistanz absolvierte er seine bisherige Saisonbestleistung, zudem machte er die meisten Tacklings aller Spieler (6) und fing drei gegnerische Pässe ab. Er absolvierte die meisten Sprints seiner Mannschaftskollegen (29) und die zweitmeisten intensiven Läufe (77). Christian Fuchs bereitete in der Offensive zwei Torschüsse vor und schlug eine Flanke. Im Spielaufbau unterliefen dem Außenverteidiger jedoch zahlreiche Fehler – von seinen 30 Pässen kamen nur 63% bei seinen Mitspielern an. Auch was die Zweikämpfe angeht ist seine Statistik verbesserungswürdig, da er nur 14 seiner 29 Duelle für sich entschied (48,3%), was für einen Abwehrspieler deutlich unter dem Normalwert liegt. Aufgrund seines ungenauen Passspiels und seiner Zweikampfschwäche bekam er vom kicker und von sportal.de trotz eines Auswärtssiegs, bei dem die Null hinten stand, nur die Note 4.

Raphael Holzhauser und Alexander Manninger erlebten den 2:1-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 leider nur von der Ersatzbank aus, während Julian Baumgartlinger den Mainzern verletzungsbedingt abging. Martin Harnik wurde bei der 6:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund erst in der 74. Minute beim Stand von 5:1 eingewechselt.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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