In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 13. Spieltag 2012/13 (Teil 1) – Marko Arnautovic trifft beim 1:1-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil sehen wir uns die Performance unserer Werder-Legionäre an, die beim Auswärtsspiel gegen den VfL Wolfsburg zu einem 1:1-Unentschieden kamen. Den einzigen Treffer der Gäste erzielte Marko Arnautovic in der 35. Minute.

In dem Duell steckte einiges an Brisanz, da der langjährige  Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs erst vor wenigen Tagen zum VfL Wolfsburg wechselte. Es entwickelte sich eine ausgeglichene und offene Partie, die Schiedsrichter Schmidt stark beeinflusste, als er in der 62. Minute Werder-Außenverteidiger Lukas Schmitz die gelb-rote Karte zeigte. Der Platzverweis war höchst umstritten, da wohl beide gelbe Karten zu hart waren. Dafür übersah der Unparteiische aber auch ein Handspiel im Strafraum von Marko Arnautovic und ein Foul von Zlatko Junuzuvic an Ivica Olic, das ebenfalls mit einem Strafstoß geahndet hätte werden können.

Marko Arnautovic erzielt seinen zweiten Treffer

Marko Arnautovic begann wieder als offensiver, rechter Flügelspieler, wobei man das Werder-System wahlweise als 4-3-3-, oder als 4-1-4-1-System interpretieren kann. Seine Position lag im Schnitt jedenfalls genau auf einer Höhe mit der des Mittelstürmers Nils Petersen und ein wenig vor Eljero Elia. Den Treffer zur zwischenzeitlichen Führung bereitete sein Freund Elia hervorragend vor, indem er sich in einer 1-gegen-1-Situation am rechten Flügel gegen Fagner durchsetzte, in den Strafraum zog und auf den völlig freistehenden Arnautovic zurücklegte. Der österreichische Nationalspieler ließ sich diese Riesenchance nicht nehmen und traf mit seinem linken Fuß aus kurzer Distanz ins fast leerstehende Tor. Auch abseits dieser Szene hatte er einige gute Momente, schoss drei weitere Male aufs Tor und bereitete eine gute Chance für Petersen vor. Arnautovic hatte einen recht großen Aktionsradius, zog immer wieder in die Mitte und tat, besonders nach dem Platzverweis, auch viel für die Defensive. Er wurde in viele Zweikämpfe verwickelt, wobei er die meisten in der gegnerischen Hälfte bestritt und auch deshalb keine gute Bilanz in dieser Statistik vorweisen kann. Von 31 Duellen entschied er 13 sich (41,9%), wobei er in der eigenen Hälfte vier seiner sieben Zweikämpfe gewann. Arnautovic hatte 46 Ballkontakte und spielte 28 Pässe, von denen 79% bei seinen Mitspielern landeten. Bis zu seiner Auswechslung in der 83. Minute lief er 9,7 Kilometer und bestritt die meisten Sprints aller Werder-Spieler (33). Marko Arnautovic bekam vom kicker die Note 2,5 – Kapitän Aaron Hunt bekam als einziger Werder-Akteur mit der Note 2 eine bessere Bewertung.

Zlatko Junuzovic mit solider Leistung

Zlatko Junuzovic begann wie gewohnt als einziger Sechser im ansonsten offensiv ausgerichteten Mittelfeld der Bremer und bewältigte diese Aufgabe dank seiner großen Laufbereitschaft und aufopfernden Spielweise wieder gut. Er spulte 12,19 Kilometer ab und bestritt mit 69 die meisten intensiven Läufe seiner Mannschaftskollegen. In der Offensive kam er zwar nur auf einen Torschuss und eine Torvorlage, dafür schaltete er diesmal richtig gut und schnell um, wenn seine Mannschaft den Ball eroberte, wodurch sich immer wieder gute Konterchancen ergaben. Leider tat sich der ansonsten so zweikampfstarke Mittelfeldspieler diesmal etwas schwer in seinen Duellen und gewann nur 11 seiner 27 Zweikämpfe (40,7%), eine Statistik die bei ihm im Normalfall wesentlich freundlicher aussieht. Dazu kommt, dass er viele Duelle in der eigenen Hälfte verlor, wie diese Grafik anschaulich verdeutlicht.

Die blauen Kreise symbolisieren die gewonenen, die weißen die verlorenen Zweikämpfe

Junuzovic zeigte aber ein starkes Stellungsspiel, kam schnell hinter den Ball und bewegte sich aus taktischer Sicht geschickt, was auch dazu führte, dass er vier gegnerische Pässe abfangen konnte. Junuzovic hatte 53 Ballkontakte und spielte 41 Pässe, von denen 85% ankamen. Der kicker gab ihm für seine Leistung die Note 3.

Sebastian Prödl unauffällig in der Innenverteidigung

Sebastian Prödl ersetzte den gesperrten Innenverteidiger Assani Lukimya und zeigte neben Sokratis eine eher unauffällige Leistung. Beim Gegentreffer, den die Wolfsburger schön herausspielten, spielte Diego einen Pass in die Schnittstelle der Abwehr zwischen Prödl und dem eingewechselten Außenverteidiger Aleksander Ignjovski – einen großen Vorwurf wird man dem Österreicher hier jedoch nicht machen können. Ansonsten ließ er nicht viel anbrennen und zeigte ein recht gutes Stellungsspiel. Er fing vier gegnerische Pässe ab und klärte den Ball fünfmal im eigenen Strafraum. Seine Zweikampfbilanz ist knapp positiv (53,8%), wobei er sichtlich schwer ins Spiel fand und seine ersten drei Duelle verlor. Danach fing er sich und gewann zwischen der 19. und 76. Minute alle sieben Zweikämpfe. Prödl lief 10,2 Kilometer und absolvierte sieben Sprints und 29 intensive Läufe. In der Offensive hatte er keine nennenswerten Szenen. Alles in allem kein schlechter Auftritt, aber ob diese Leistung reichen wird, um Lukimya aus der Startelf zu spielen, darf bezweifelt werden. Vom kicker erhielt der Abwehrspieler die Note 3,5.

Fazit

Arnautovic
+: Tor, einige starke Aktionen in der Offensive, schönes Kombinationsspiel
-: meistens zweiter Sieger in den Zweikämpfen,

Junuzovic
+: laufstark, gutes Stellungsspiel, schnelles Umschalten nach Ballgewinn
-: ebenfalls Probleme bei Zweikämpfen

Prödl
+: keine Patzer, meistens gutes Stellungsspiel
-: zu Beginn Probleme bei Zweikämpfen, wenig Ballkontakte

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

  • Gordonzolar

    26.November.2012 #1 Author

    Kleiner Fehler: Der Ball beim Gegentor kam durch die Schnittstelle zwischen Prödl und Eljero Elia. Ignjovski sollte schon vorher eingewechselt werden, da aber keine Spielunterbrechung stattfand musste Elia als Linksverteidiger aushelfen und hat die Lücke zwischen sich und Prödl aufgemacht, da er als Flügelspieler natürlich wenig Ahnung von Viererkette hat. Der Ausgleich ist sogesehen eine direkte Folge des Platzverweises.

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