In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 13. Spieltag 2012/13 (Teil 2) – David Alaba feiert Kantersieg gegen Hannover 96

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil sahen wir uns die Leistungen von Arnautovic, Junuzovic und Prödl an, nun widmen wir uns den übrigen Legionären.

Wir beginnen mit der Partie zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund, in der sich die Gäste nach einem hochklassigen, temporeichen Spiel knapp mit 2:1 durchsetzen konnten. Die Hausherren gingen zwar bereits in der vierten Minute durch ein Traumtor von Marco Caligiuri in Führung, doch Torjäger Robert Lewandowski drehte die Partie mit zwei Treffern in der 12. und 43. Minute um.

Andreas Ivanschitz mit zahlreichen Chancen

Die Mainzer begannen in einer 4-2-3-1-Formation und Andi Ivanschitz begann im offensiven Mittelfeld hinter der Solospitze Adam Szalai. Bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute zeigte er eine engagierte Leistung und war sicherlich der auffälligste Mainzer in der Offensivabteilung. Obwohl er fast 30 Minuten weniger am Platz stand als die meisten seiner Kollegen, schoss er doppelt so oft aufs Tor von Roman Weidenfeller wie Marcel Risse, der Mainzer mit den zweitmeisten Torschüssen. Sein Auftritt hatte nur einen Schönheitsfehler – der von seinem Trainer und Manager in dieser Hinsicht oft kritisierte Ivanschitz konnte die sich bietenden Chancen nicht nutzen, wobei diesmal auch viel Pech im Spiel war, da die Schüsse teilweise wirklich nur knapp ihr Ziel verfehlten. Dies gab auch der Mainzer Manager Christian Heidel nach der Partie zu. Dennoch meinte er, dass Ivanschitz die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor fehlen würde. Er fügte aber hinzu, dass der Österreicher nicht in Mainz spielen würde, wenn er dieses Manko nicht hätte. Auch wenn ihm kein Treffer gelang darf er mit seiner Performance zufrieden sein, da er die Dortmunder Hintermannschaft in einigen Szenen vor große Probleme stellte, sich viel und gut bewegte und einen spritzigen Eindruck machte. 8,27 Kilometer Laufdistanz nach etwa einer Stunde Spielzeit sind für ihn ein hervorragender Wert. Neben seinen vier Torschüssen bereitete er eine Torschussvorlage vor, hatte 26 Ballkontakte und spielte acht Pässe, von denen sechs bei seinen Kollegen ankamen. Er versuchte oft mittels Einzelaktionen die starke Dortmunder Hintermannschaft zu überwinden, blieb aber einige Male hängen und verlor viermal den Ball. Ivanschitz machte ein Tackling und fing zwei gegnerische Pässe ab. Alles in allem eine mutige Vorstellung des österreichischen Nationalspielers, dem aber das nötige Glück im Abschluss fehlte. Der kicker bewertete seinen Auftritt mit der Note 3,5.

Baumgartlinger mit der zweitbesten Bewertung aller Mainzer Spieler  

Julian Baumgartlinger begann zusammen mit dem ebenfalls stark spielenden Elkin Soto im defensiven Mittelfeld und war einer der Garanten dafür, dass die Mainzer sich lange Zeit mit dem Meister auf Augenhöhe messen konnten. Der Mittelfeldmotor lief mit 12,09 Kilometer mehr als jeder andere Mainzer, hatte mit 71 die zweitmeisten Ballkontakte seiner Mitspieler und brachte die meisten erfolgreichen Pässe an. Von 54 Zuspielen landeten 50 bei seinen Mannschaftskollegen (93%), womit er wieder einmal seine Passgenauigkeit unter Beweise stellte. Baumgartlinger gewann 10 seiner 19 Zweikämpfe (52,6%), wobei er in der ersten Hälfte in den Duellen kaum zu bezwingen war und sieben seiner neun Duelle gewann. Baumgartlinger machte drei Tacklings, fing zwei gegnerische Bälle ab und klärte einmal den Ball aus dem eigenen Strafraum. Der kicker gab ihm die Note 2,5, nur Innenverteidiger Svensson bekam mit einer 2 eine etwas bessere Bewertung.

David Alaba unauffällig aber stark beim 5:0-Kantersieg

Der FC Bayern München verwöhnte seine Fans mit einem 5:0-Kantersieg über Hannover 96 und spielte gegen die überforderten Gäste seine ganze Klasse aus. David Alaba war zwar an keinem der Tore direkt beteiligt, machte aber dennoch eine gute Partie, was auch seine Leistungsdaten bestätigen. Er gewann 12 seiner 18 Zweikämpfe (66,7%), hatte 76 Ballkontakte und spielte 47 Pässe, von denen 84% ankamen. In der Abwehr ließ er nichts anbrennen, obwohl er mit Lars Stindl noch einen der gefährlicheren Hannover-96-Akteuren auf seinem Flügel als Gegenspieler hatte. Was die Spieleröffnung nach vorne anging, sah man ihm an, dass es ihm gut tat, dass Kompagnon Franck Ribery nach seiner Verletzung nun auch in der Bundesliga wieder mit von der Partie war. Zu Holger Badstuber, seinem Nebenmann in der Viererkette, spielte er acht Pässe, Schweinsteiger und Kroos bekamen jeweils sechs Zuspiele vom linken Außenverteidiger. Franck Ribery hingegen setzte er gleich 13 Mal ein. Der Franzose suchte den Österreicher sogar noch öfters – ganze 19 Mal spielte er einen Pass zu Alaba!  Der kicker gab ihm für seinen guten Auftritt die Note 2,5, womit er sich nach der etwas schwächeren Partie gegen den 1.FC Nürnberg schnell wieder rehabilitieren konnte.

Christian Fuchs mit Problemen gegen Eintracht Frankfurt

Der FC Schalke 04 und Eintracht Frankfurt trennten sich 1:1-Unentschieden, ein durchaus gerechtes Ergebnis, da die Gäste in der ersten Halbzeit die besseren Möglichkeiten hatten, die Hausherren jedoch nach der Pause im zweiten Durchgang die Oberhand hielten. Eintracht Frankfurt versteckte sich vor mehr als 61.000 Zuschauern nicht, sondern legte gleich frech los und kreierte aussichtsreiche Chancen, wobei der rechte Mittelfeldspieler Stefan Aigner zu Beginn im Mittelpunkt stand. In der 11. Minute verlor er zunächst leichtfertig einen Ball im Mittelfeld und verschuldete so den ersten Treffer der Partie durch Klaas-Jan Huntelaar. Nur zwei Minuten später nutzte er Abstimmungsprobleme zwischen Christian Fuchs und Innenverteidiger Joel Matip und erzielte postwendend den Ausgleich. Christian Fuchs tat sich überhaupt schwer gegen die starken Gegenspieler auf seinem Flügel, denn Stefan Aigner und Außenverteidiger Sebastian Jung präsentierten sich von ihrer besten Seite. Aigner suchte immer wieder den Weg in die Schnittstelle der Viererkette zwischen Fuchs und Matip. Die beiden Schalke-Spieler waren sich öfters nicht einig und ließen ihren Frust über den jeweils anderen auch am Spielfeld lauthals hinaus. Fuchs gewann 7 seiner 14 Zweikämpfe (50%), hatte 67 Ballkontakte und spielte 31 Pässe, von denen 74% bei seinen Mitspielern landeten. Er machte vier Tacklings, fing zwei gegnerische Pässe ab und klärte viermal den Ball aus der Gefahrenzone. Der österreichische Nationalspieler schlug drei Flanken und steuerte zwei Torschussvorlagen bei, die jedoch nichts einbrachten. Er selbst schoss kein einziges Mal aufs gegnerische Tor, was ein wenig ungewöhnlich für ihn ist und zeigt, dass er in der Offensive ein wenig zurückhaltender als sonst agierte. Nach dem dichten Programm ist Fuchs vielleicht schon ein wenig überspielt und eine kurze Pause würde ihm wohl nicht schaden. Sein Ersatzmann Sergio Escudero konnte den Österreicher im Falle seiner Abwesenheit bis jetzt allerdings nur selten gleichwertig ersetzen. Vom kicker bekam Christian Fuchs die Note 3 – eine Bewertung die man nur schwer nachvollziehen kann und die leider um einen Grad schlechter hätte ausfallen müssen.

Martin Harnik bei bitterer Stuttgart-Niederlage noch einer der besseren Akteure

Der SC Freiburg freut sich wenn der VfB Stuttgart anreist, denn gegen keine andere Bundesligamannschaft gewannen die Breisgauer öfter. Der 3:0-Erfolg vom Wochenende war insgesamt der achte Heimsieg gegen den VfB Stuttgart und er fiel auch in dieser Höhe absolut verdient aus. Martin Harnik, der im Gegensatz zu Raphael Holzhauser in der Startaufstellung stand, begann wieder am rechten Flügel und bekam vom kicker die Note 4, womit er die beste Bewertung aller Stuttgarter bekam, was schon einiges über diese Partie aussagt. Der Österreicher war überraschend stark in den Zweikämpfen, denn er entschied 18 seiner 27 Duelle für sich (66,7%), ein Wert, an den er im Normalfall nicht einmal annähernd herankommt. Bis zu seiner Auswechslung in der 78. Minute kam er aber nur auf 36 Ballkontakte und spielte 22 Pässe, von denen 64% bei seinen Mitspielern landeten. Er gab einen Torschuss ab und schlug zwei Flanken – ansonsten gab es in der Offensive kaum nennenswerte Aktionen von ihm. Dreimal versuchte er mittels Einzelaktion Gefahr zu erzeugen und in 1-gegen-1-Duelle zu gehen – dreimal verlor er den Ball. Bis zu seiner Auswechslung lief er 10,9 Kilometer, was wie gewohnt ein toller Wert ist. Vom Kämpferischen her kann man ihm nicht viele Vorwürfe machen, aber das Spiel lief über weite Strecken an ihm vorbei und er konnte in der Offensive einfach zu wenige Akzente setzen. Raphael Holzhauser kam beim Stand von 3:0 in der 78. Minute für Harnik in die Partie – zu einem Zeitpunkt an dem schon alles verloren war.

Fazit

Ivanschitz
+: laufstark, viele Schüsse,  gute Szenen in der Offensive aber…
-:..kein Glück im Abschluss, wenige Ballkontakte

Baumgartlinger
+: hohe Passgenauigkeit, viele Ballkontakte, laufstark, in der ersten Halbzeit sehr zweikampfstark
-: fiel im zweiten Durchgang etwas ab

Alaba
+: zweikampfstark, tolle Passquote, gutes Zusammenspiel mit Ribery
-: keine zwingenden Szenen in der Offensive

Fuchs
+: Großteils solide Partie, aber…
-: …immer wieder Abstimmungsschwierigkeiten mit Matip, wenig Druck nach vorne

Harnik
+: zweikampfstark
-: Ballverluste nach Einzelaktionen, wenig nennenswertes in der Offensive

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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