In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 15. Spieltag 2012/13 (Teil 2) – Gute Leistungen von Alaba, Fuchs und Ivanschitz

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks betrachteten wir in erster Linie die Arnautovic-Festspiele gegen Hoffenheim. Die anderen österreichischen Legionäre boten aber zum großen Teil auch gute Leistungen.

Redakteur Alexander Semeliker analysierte bereits vor zwei Tagen das Spitzenspiel der vergangenen Runde zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Wir sehen uns nun an, wie sich David Alaba gegen den Vorjahresmeister schlug. Das 20-Jährige Ausnahmetalent begann wie gewohnt als linker Außenverteidiger und hatte es die meiste Zeit über mit Mario Götze zu tun, den er aber gut im Griff hatte. In den Zweikämpfen präsentierte sich der österreichische Nationalspieler gegen den starken Gegner sehr abgebrüht. Alaba gewann 10 seiner 15 Duelle (66,7%) und zeigte seine taktische Reife beim Stellungsspiel. Er lief elf Kilometer und absolvierte mannschaftsintern die meisten Sprints (31) und die zweitmeisten intensiven Läufe (72). Leider konnte der Außenverteidiger gegen die Dortmunder nicht viel Druck über seine Seite erzeugen und beschränkte sich meistens auf die Defensivarbeit.  Alaba hatte zwar die meisten Ballkontakte in der Partie (81) und spielte auch die meisten Pässe (67), allerdings musste er oft quer spielen und konnte nur selten mit Kompagnon Franck Ribery  den linken Flügel unsicher machen. Er spielte elf Pässe auf den Franzosen, 15 Zuspiele zu seinen Innenverteidigern und 22 Pässe zu den zentralen, defensiven Mittelfeldspielern Javi Martinez und Bastian Schweinsteiger. Alaba kann sich eine Torschussvorlage gutschreiben lassen, ansonsten hatte er in der Offensive keine nennenswerten Aktionen. Die meisten Angriffe der Bayern gingen über den rechten Flügel: nur 29% der Offensivaktionen wurden über links vorgetragen, während Philipp Lahm und Thomas Müller über rechts 46% aller Angriffe einleiteten. Lahm schlug vier Flanken, Alaba keine einzige. Der kicker gab ihm aufgrund seiner soliden Defensivarbeit die Note 3.

Christian Fuchs mit solider Partie

Der FC Schalke 04 kam zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus, wobei die überlegenen Gastgeber am Schluss mit dem Punkt zufrieden sein mussten, da der Ausgleich durch Julian Draxler erst in der 85. Minute fiel. Schalke 04 hatte aber weit mehr von der Partie, suchte 22 Mal den Abschluss, während die Gäste bloß fünf Mal ihr Glück versuchten. Wie im Bayern-Spiel liefen auch beim FC Schalke 04 weit mehr Angriffe über die linke Seite, wobei Fuchs immerhin sechs Flanken schlug, zwei Torschüsse abfeuerte und zwei Torschussvorlagen vorbereitete. Keine schlechte Statistik, auch wenn gegen diesen passiven Gegner der letzte Nachdruck ein wenig fehlte. In der Defensive war er nur selten gefordert, er gewann 12 seiner 22 Duelle (54,6%), machte zwei Tacklings und fing mit sechs Pässen die meisten Zuspiele aller Spieler ab. Er kam auf 74 Ballkontakte und spielte 39 Pässe, von denen 72% ankamen. So wie David Alaba bekam auch Fuchs vom kicker die Note 3. Gladbach-Innenverteidiger Martin Stranzl hielt hinten die Abwehr souverän zusammen und bekam als Belohnung die Note 2 und die Auszeichnung zum Spieler des Spiels.

Andreas Ivanschitz mit guter Leistung im linken Mittelfeld

Der 1. FSV Mainz 05 empfing zu Hause Hannover 96 und Thomas Tuchel setzte auf eine 4-4-1-1-Formation mit einer flachen Mittelfeldkette. Wahrscheinlich entschloss er sich auch deshalb von seiner Raute Abstand zu nehmen, da Julian Baumgartlinger aufgrund einer Sperre die Partie nur von der Tribüne aus sehen konnte. Andreas Ivanschitz begann im linken Mittelfeld und zeigte dort eine gute Partie. Er nahm am Platz eine Führungsrolle ein, hatte eine gute Körpersprache und versuchte dem Spiel Impulse zu geben, was ihm jedoch nicht immer gelang. Von der Einstellung her lieferte er jedenfalls eine Top-Leistung ab, besonders nach der 49. Minute – der Mainzer Keeper Christian Wetklo sah nämlich zu diesem Zeitpunkt die rote Karte, sodass die Gastgeber fast eine ganze Halbzeit lang in Unterzahl spielen mussten. Bis zu seiner Auswechslung in der 83. Minute kam Ivanschitz auf 41 Ballkontakte und spielte 13 Pässe, von denen 62% ankamen. Diese Daten lesen sich auf den ersten Blick nicht besonders aufregend, es waren aber einige gute Zuspiele dabei, beispielsweise ein intelligenter Pass in der 30. Minute auf Goalgetter Adam Szalai, der die folgende Chance jedoch nicht nutzen konnte. Insgesamt sorgte er für zwei Torschussvorlagen, schlug zwei Flanken und schoss einmal selbst aufs gegnerische Tor. Seine Zweikampfbilanz ist knapp negativ, denn er entschied fünf seiner elf Duelle für sich. (45,5%). Der kicker gab Ivanschitz für seine Leistung ebenfalls die Note 3.

Die restlichen Österreicher

Erwin „Jimmy“ Hoffer, Robert Almer, Emanuel Pogatetz und Raphael Holzhauser saßen diese Runde 90 Minuten lang auf der Ersatzbank und warteten vergeblich auf einen möglichen Einsatz. Martin Harnik musste nach seiner zuletzt eher schwachen Leistung ebenfalls die ersten 45 Minuten auf einen Einsatz warten, kam beim 1:0-Auswärtssieg der Stuttgarter erst zu Beginn der zweiten Halbzeit ins Spiel und bekam vom Kicker die Note 5,5 für die zweiten 45 Minuten, eine etwas harte Bewertung, die wahrscheinlich darauf fußt, dass der österreichische Teamspieler bei zwei Konterchancen am starken Schlussmann Wolfgang Hesl scheiterte. Hesl spielte in der Saison 2010/11 leihweise bei der SV Ried und debütierte nun endlich auch in der deutschen Bundesliga. Harnik lief in einer Halbzeit starke 6,5 Kilometer, kam auf 26 Ballkontakte und spielte 11 Pässe, von denen 82% bei seinen Mitspielern ankamen. Seit dem 2:1-Auswärtssieg in Gladbach befindet sich der offensive Mittelfeldspieler leider in einem kleinen Formtief, was auch die zweite Hälfte gegen Greuther Fürth zeigte. Sorgen machen müssen wir uns jedoch sicher nicht, denn Harnik hat die Qualitäten sich selbst aus der Krise zu schießen.

Fazit

Alaba
+: reife Leistung in der Defensive, zweikampfstark, laufstark
-: wenige Akzente nach vorne

Fuchs
+: gutes Stellungsspiel, bemüht nach vorne..
-:..aber der letzte Nachdruck fehlte bei manchen Aktionen

Ivanschitz
+: tolle Körpersprache, Führungsqualitäten bewiesen, intelligente Pässe
-: ihm gelang nicht alles, konnte das Spiel nicht immer an sich reißen

Harnik
+: laufstark
-: Schwächen im Abschluss, machte frustrierten Eindruck

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger