In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck , 15. Spieltag (Teil 2) – Pogatetz bester Mann am Platz

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir gestern die Leistungen von Fuchs, Harnik und Arnautović unter die Lupe nahmen, wenden wir uns heute Pogatetz, Baumgartlinger, Ivanschitz und Alaba zu.

Emanuel Pogatetz traf mit Hannover 96 auswärts auf den SC Freiburg und durfte nach der Partie zufrieden die Heimreise antreten. Nach 90 Minuten stand es zwar nur 1:1-Unentschieden, aber der österreichische Innenverteidiger zeigte seine bisher beste Saisonleistung und wurde vom Kicker zum „Spieler des Spiels“ gewählt. Pogatetz bekam vom deutschen Fachmagazin eine 2,5 und verbessert seinen Notenschnitt damit von 3,46 auf 3,40. Wie Christian Fuchs hat auch er in der aktuellen Bundesligasaison weiterhin keine einzige Minute versäumt. Nach seiner schwachen Leistung in der 13. Runde gegen den VfL Wolfsburg, erinnerten seine Darbietungen in den letzten beiden Spieltagen an seine starke Form von vergangener Saison.

Pogatetz lief in den 90 Minuten 10,16 Kilometer und knackte damit das erste Mal in der aktuellen Spielzeit die 10-Kilometer-Marke. Elf Sprints und 49 intensive Läufe runden das Bild ab – Pogatetz wirkte recht spritzig und nahm von Beginn an seine Gegenspieler aus dem Spiel. Hannover 96 konnte in der Partie lediglich 45% der Zweikämpfe gewinnen, was aber nicht am Österreicher lag, der wieder einmal Top-Werte in dieser Statistik vorweisen kann. Pogatetz gewann 65,38%  seiner Zweikämpfe und wenn man folgende Grafik betrachtet, dann sieht man gut, dass fast alle verlorenen Zweikämpfe in der Nähe der Mittellinie stattgefunden haben. Im und vor dem Strafraum ließ er hingegen (fast) nichts anbrennen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Klick zum Vergrößern)

Die schwarzen Punkte sind die gewonnen Zweikämpfe, die roten Punkte die verlorenen Duelle. Seinen ersten Zweikampf verlor Pogatetz übrigens erst in der 32. Minute.

Von 18 Pässen kamen 15 (83,4%)  bei seinen Mitspielern an, wobei ein Pass zu einer Torschussvorlage führte, aus der aber kein Treffer entstand. Beim SC Freiburg stand übrigens der 21-jährige Jonathan Schmid, wie auch in den letzten beiden Spieltagen, die gesamte Partie über am Platz. Der Franzose mit österreichischen Wurzeln wäre für das österreichische Nationalteam eine Option, würde aber noch einen österreichischen Pass benötigen. Am liebsten spielt Schmid im rechten Mittelfeld, allerdings kann er genauso gut als rechter Außenverteidiger aufgestellt werden. Gegen Hannover 96 verdrängte er auf dieser Position Andreas Hinkel, da Freiburg-Trainer Sorg mehr Druck über die Außenbahnen erzeugen wollte.

Emanuel Pogatetz bestreitet am kommenden Samstag ein Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

Baumgartlinger mit 101 Ballkontakten gegen den VfL Wolfsburg

Nachdem Baumgartlinger letztes Wochenende beim 3:2-Sieg gegen den FC Bayern München zum ersten Mal mehr als 13 Kilometer lief, stellte er an diesem Spieltag, beim 2:2-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg, wieder einen persönlichen Rekord in der deutschen Bundesliga auf. Diesmal lief er zwar „nur“ 11,72 Kilometer, dafür hatte er aber zum ersten Mal in dieser Saison mehr als hundert Ballkontakte. Kein anderer Spieler berührte öfter den Ball als der defensive Mittelfeldspieler, der zentral neben dem starken Elkin Soko agierte und eine ordentliche Leistung ablieferte. Beim Leistungscheck, der die ersten 13 Runden Baumgartlingers beleuchtete, stellten wir fest, dass er für seine Verhältnisse sehr wenige Ballkontakte hatte. In den letzten beiden Partien, die er über die volle Zeit absolvierte, hatte er nur 46, bzw. 41 Ballkontakte. Umso überraschender ist es, dass Baumgartlinger nun gleich 101 Ballkontakte gelangen.

Auch seine geringe Fehlpassquote von 10,2% ist äußerst positiv: Von 88 Pässen, landeten nur neun bei den Gegenspielern. Den Ausgleich zum 2:2 bereitete er mit einem herrlichen Zuspiel auf Elkin Soto vor, der den Ball auf den Torschützen Choupo-Mouting verlängerte. Auch die Zweikampfstatistik ist in Ordnung: Von 21 Zweikämpfen entschied Baumgartlinger zwölf für sich (57,14%).

Nachdem Baumgartlinger gegen den FC Bayern München ein großartiges Spiel ablieferte, konnte er seine gute Form auch im Auswärtsspiel gegen Wolfsburg bestätigen. Nächstes Wochenende empfängt der FSV Mainz 05 den Hamburger SV und wir hoffen, dass Trainer Thomas Tuchel den Nationalspieler mit einem weiteren Einsatz von Beginn an belohnen wird.

Ivanschitz holt Elfmeter heraus und verwandelt ihn selbst

Andreas Ivanschitz spielte erst zum zweiten Mal in dieser Saison die vollen 90 Minuten durch, holte einen Strafstoß heraus, den er selbst verwandelte und bekam vom Kicker die Note 3 – die selbe Bewertung die Elkin Soto bekam, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Ivanschitz kam in einem 4-4-1-1-System als hängende Spitze hinter Allagui zum Einsatz und schoss insgesamt vier Mal auf das gegnerische Tor – kein anderer Mainzer fasste sich so oft ein Herz. Ivanschitz lief 11,37 Kilometer und übertraf damit seinen Rekord aus der ersten Runde, als er gegen Bayer Leverkusen 11,32 Kilometer abspulte. 23 Sprints und 59 intensive Läufe sind ein Wert, mit dem sein Trainer ebenfalls zufrieden sein kann. Ein wenig anders sieht es bei der Zweikampfbilanz aus – von zwanzig Duellen entschied der Österreicher nur sieben für sich (35%). Dafür gewann er den wichtigsten Zweikampf des Spiels, nämlich das Duell in der Eins-gegen-Eins-Situation mit Torhüter Benaglio, der sich nur mit einem Foul zu helfen wusste.

Ivanschitz hat mit einem Kicker-Notenschnitt von 3,15 weiterhin den besten Wert aller österreichischen Nationalspieler, die ihr Geld in der deutschen Bundesliga verdienen. Martin Stranzl kommt zwar auf einen Schnitt von 3,07, hat aber bekanntlich auch unter Marcel Koller keine Lust auf Länderspiele.

David Alaba steuert ein Assist bei

David Alaba feierte eine kleine Premiere gegen den SV Werder Bremen, denn er stand erstmals in dieser Saison in zwei Spielen hintereinander in der Startaufstellung. Während er gegen den FSV Mainz 05 noch durchspielen durfte, musste er gegen die Bremer nach einer Stunde für Arjen Robben Platz machen. In diesen 60 Minuten zeigte er eine ordentliche Leistung für die er vom Kicker die Note 3 bekam – immerhin einen halben Punkt besser, als die vom zweiten defensiven Mittelfeldspieler Luiz Gustavo. Seine beste Szene hatte er in der 22. Minute, als er nach Ballgewinn einen Konter einleitete, den Zweikampf gegen Bargfrede gewann und Ribery fand, der den Konter eiskalt abschloss.

In den 60 Minuten lief Alaba 7,76 Kilometer, was auf 90 Minuten hochgerechnet 11,64 Kilometer wären. Seine Zweikampfwerte sind hingegen wieder einmal wenig berauschend. Alaba gewann nur zwei von acht Zweikämpfe für sich (25%). Immerhin kamen seine Pässe an – 28 gelungenen Passversuchen stehen nur vier Fehlpässe gegenüber (87,5%).

Der FC Bayern München trifft nächsten Sonntag auswärts auf den VfB Stuttgart. Hoffen wir, dass Alaba wieder in der Startaufstellung stehen wird, damit wir nächste Woche über ein Österreicher-Duell mit Martin Harnik berichten können.

Stefan Karger – www.abseits.at

Stefan Karger

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