In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 16. Spieltag 2012/13 (Teil 3)  – Arnautovic-Assist als einziger Glanzpunkt bei Werder-Niederlage in Frankfurt

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im dritten und letzten Teil des Leistungschecks schauen wir unseren Werder-Legionären auf die Beine, die gegen Eintracht Frankfurt eine bittere 4:1-Auswärtsniederlage kassierten.

51.000 Zuschauer sahen in Frankfurt eine unterhaltsame und intensive Partie, bei der die fünf Treffer jedoch erst in der zweiten Hälfte fielen. Eintracht feierte den höchsten Heimsieg der Saison, während die Bremer die höchste Auswärtsniederlage einstecken mussten.

Rabenschwarzer Tag für Sebastian Prödl  

Der österreichische Nationalspieler zeigte in der vergangenen Woche gegen 1899 Hoffenheim eine Top-Leistung, erzielte einen Treffer und ließ auch in der Defensive nichts anbrennen. Gegen Eintracht Frankfurt erwischte er leider einen ganz schwachen Tag und lieferte wahrscheinlich seine schwächste Saisonleistung ab. Prödl gewann zwar den überwiegenden Teil seiner Zweikämpfe (78,3%!), aber in den entscheidenden Szenen machte er schwerwiegende Fehler, die der Gegner eiskalt bestrafte. Kurz nach der Pause erzielte der starke offensive Mittelfeldspieler Alexander Meier den ersten Treffer für die Heimmannschaft, nachdem Prödl ihn nach einer Oczipka-Flanke aus den Augen verlor. Meier konnte aus kurzer Distanz ungehindert zum Kopfball kommen, da Prödl nicht hochstieg und ihn alleine gewähren ließ. Kurz nach dem Frankfurter Führungstreffer hätte der Österreicher seinen Fehler fast wieder gutgemacht, als er nach einem De-Bruyne-Freistoß per Kopf knapp am starken Schlussmann Kevin Trapp scheiterte, der nicht nur in dieser Szene seine große Klasse unter Beweis stellte. Beim dritten Tor machte er leider abermals nicht den besten Eindruck: Olivier Occean setzte sich auf der linken Seite durch und legte den Ball zurück auf Stefan Aigner. Sebastian Prödl stand zunächst recht gut, bewegte sich dann jedoch zu weit von Aigner weg und rutschte anschließend sogar aus, sodass Aigner alle Zeit der Welt hatte den Ball im Tor von Sebastian Mielitz unterzubringen. Beim letzten Treffer joggte der Innenverteidiger zu langsam zur Viererkette zurück und kam anschließend nicht mehr mit dem Torschützen Takashi Inui mit, der ein Zuspiel in die Schnittstelle der Abwehr bekam. Während er das erste Tor alleine verantworten muss, trifft ihn bei den anderen Treffern nicht die alleinige Schuld – dennoch ein sehr unglücklicher Auftritt, für den er vom kicker und von sportal.de die Note 5 bekam.

Marko Arnautovic steuert Assist bei

Marko Arnautovic hatte in der 54. Minute seine beste Szene, als er beim Ausgleich zum 1:1-Zwischenstand mit einer perfekten Flanke Mittelstürmer Nils Petersen bediente. Ansonsten hatte man oft den Eindruck, dass er nach seiner Galavorstellung gegen 1899 Hoffenheim auch in Frankfurt alles alleine niederreißen wollte. Gleich zehnmal versuchte er per Einzelaktion an seinen Gegenspielern vorbeizugehen, wobei die Hälfte der Versuche von Erfolg gekrönt war. In den Zweikämpfen war er jedoch oftmals einen Tick zu spät dran, sodass er nur 4 seiner 17 Duelle gewann (23,5%). In einigen Situationen hätte er den Pass zu seinen Mitspielern machen müssen, anstatt alleine sein Glück zu versuchen. Mit Kevin Trapp stand noch dazu ein Klassemann im Tor, an dem die Bremer verzweifelten. Arnautovic kam auf 59 Ballkontakte und spielte 38 Pässe, von denen 76% bei seinen Mitspielern landeten. Neben seinem Assist steuerte er drei weitere Torvorlagen bei und schlug fünf Flanken. Er feuerte zwei Torschüsse ab, von denen einer aufs gegnerische Tor ging. Arnautovic lief 10,2 Kilometer und fing zwei gegnerische Pässe ab. Alles in allem zeigte er eine durchschnittliche Leistung, für die er vom kicker eine 3,5, von sportal.de eine 4 erhielt. Man kann eben nicht jeden Spieltag drei Tore erzielen.

Zlatko Junuzovic wichtiger Impulsgeber

Thomas Schaaf stellte sein System ein wenig um und stellte mit Clemens Fritz einen Mann ins zentrale Mittelfeld, der seine Rolle gegen Eintracht Frankfurt recht defensiv interpretierte. Der weit offensivere Aaron Hunt kämpfte zuletzt mit Wadenproblemen und wird erst im kommenden Meisterschaftsspiel gegen den 1. FC Nürnberg wieder mitmischen können. Im Normalfall ist Junuzovic in einem 4-1-4-1-System der alleinige Sechser, nun bekam er mit Fritz einen Mitspieler an seine Seite gestellt, der ihn defensiv etwas entlasten sollte. Wenn man sich die durchschnittlichen Positionen der Spieler ansieht, dann sieht man, dass Junuzovic etwas offensiver als Fritz agierte. Der österreichische Nationalspieler gab seiner Mannschaft auch wichtige Impulse im Spiel nach vorne und versuchte das Spiel nach Ballgewinnen schnell zu machen. Er spielte nur zwölf Mal den Ball zur Viererkette zurück (plus zwei Mal zum Tormann) und suchte ansonsten immer die vertikalen Lösungen nach vorne.  Bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute, als er angeschlagen vom Platz musste, kam er auf 49 Ballkontakte und spielte 40 Pässe, von denen 83% bei seinen Mannschaftskollegen ankamen. Er lief 8,7 Kilometer, steuerte zwei Torschussvorlagen bei, schoss selbst aber kein einziges Mal aufs Eintracht-Tor. Neben zwei Tacklings fing er drei gegnerische Bälle ab und versuchte fünf Dribblings, von denen zwei erfolgreich waren. Junuzovic bekam sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 3,5.

Fazit

Prödl
+: gewann viele Zweikämpfe…
-:..verlor aber die entscheidenden Duelle, unachtsam

Arnautovic
+:Assist, viele Offensivaktionen
-: in manchen Szenen zu eigensinnig,  zweikampfschwach

Junuzovic
+:gute Spieleröffnung,
-: kam nicht immer schnell genug hinter den Ball

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger