In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 28. Spieltag (Teil 2) – Pogatetz mit Hannover 96 auf Europa-League-Kurs

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Während wir im ersten Teil des Leistungschecks das Spiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem 1. FSV Mainz 05 mit Ivanschitz, Baumgartlinger und Junuzovic unter die Lupe nahmen, sehen wir uns nun die Leistungen von Pogatetz, Fuchs und Harnik genauer an.

Hannover 96 befindet sich nach dem 2:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach mit 41 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz und darf sich nun ernsthafte Hoffnungen machen auch im nächsten Jahr international vertreten zu sein. Viele Ausrutscher wird sich der Verein jedoch nicht leisten können, da mit dem VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg gleich vier Konkurrenten mit 40 Punkten Pogatetz und Co. Druck machen werden. Hannover 96  bleibt nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach das einzige Team in der Bundesliga ohne Heimniederlage.

Stellungsfehler beim Gegentreffer

Die erste Halbzeit konnte in keiner Weise den hohen Erwartungen entsprechen. Beide Teams begannen mit viel Respekt voreinander, Torchancen waren Mangelware. Im zweiten Durchgang kamen die Fans jedoch auf ihre Kosten, denn die Partie nahm endlich Tempo auf und beide Mannschaften nahmen deutlich mehr Risiko. Die beiden Hannover-Stürmer Ya Konan (57.) und Diouf (76.) brachten die Heimmannschaft zunächst mit 2:0 in Führung. Beim Anschlusstreffer von Nordtveit in der 78. Minute sah Pogatetz leider nicht besonders gut aus. Der österreichische Innenverteidiger rückte, wie so oft in dieser Partie, aus der Viererkette um den Gegenspieler schon bei der Ballannahme zu stören. Nordtveit konnte jedoch ungehindert in die Mitte ziehen, da Pogatetz ihm zunächst auf diese Variante einlud, dann jedoch zu spät kam, sodass die Grätsche ins Leere ging. Der Österreicher spekulierte wohl auch ein wenig damit, dass Nordtveit alles andere als ein Goalgetter ist, sodass er eher mit einem Pass auf die Seite rechnete. Der Norweger nahm sich jedoch ein Herz, zog außerhalb des Strafraums ab und erzielte seinen ersten Treffer seit 30 Spieltagen. Die Schlussoffensive der Gäste brachte jedoch nichts mehr ein.

Relativ schwache Zweikampfbilanz – unterschiedliche Bewertungen

Pogatetz gilt als einer der besten und härtesten Zweikämpfer der deutschen Bundesliga und ist so gut wie in jeder Partie in dieser Wertung deutlich positiv. Gegen Borussia Mönchengladbach gewann er jedoch nur 7 seiner 15 Duelle (46,67%). Pogatetz hatte 38 Ballkontakte und spielte 25 Pässe, von denen 21 bei seinen Mitspielern ankamen (84%). Er lief 9,77 Kilometer und absolvierte 9 Sprints und 34 intensive Läufe. Der österreichische Nationalspieler bekam vom Kicker die Note 4 und von sportal.de die Note 2,5. Die Wahrheit liegt wohl genau in der Mitte – eine 3 wäre zu gut, eine 3,5 fast schon zu schlecht. Von seiner Körpersprache her kann man ihm keine Vorwürfe machen. Sein Stellungsspiel war bis auf die Szene vom Anschlusstreffer in Ordnung.

Am kommenden Sonntag trifft Hannover 96 auswärts auf den FC Schalke 04.

Fuchs mit Fehlern im Spielaufbau

Mehr als 30.000 Zuschauer sahen eine recht ansehnliche Partie zwischen 1899 Hoffenheim und dem FC Schalke 04. Es gab gerechter Weise keinen Sieger, die Partie endete 1:1-Unentschieden, wobei die Gäste ein wenig Glück hatten, dass der ansonsten starke Schiedsrichter Schmidt in der 80. Minute auf Elfmeter entschied – eine fragwürdige Entscheidung. Huntelaar verwandelte sicher und sorgte so für den 1:1-Endstand, da Salihovic auf der anderen Seite die Heimmannschaft in der 30. Minute in Führung brachte. Hoffenheim-Keeper Tom Starke konnte mit einigen spektakulären Paraden glänzen und es ist ein wenig symptomatisch, dass die Schalker einen Elfmeter benötigten, um den starken Schlussmann zu bezwingen.

Christian Fuchs konnte sich diesmal nur selten in der Offensive in Szene setzen und sorgte erst mit einem starken Freistoß gegen Ende der Partie für Aufmerksamkeit. Dem Außenverteidiger unterliefen zudem viele Fehler im Spielaufbau. Der Österreicher hatte die meisten Ballkontakte aller Akteure (89), fabrizierte allerdings auch die meisten Fehlpässe (12). Fast jedes dritte Abspiel landete bei einem Gegenspieler. So wie Pogatetz hat auch Fuchs diesmal eine knapp negative Zweikampfbilanz. Von 27 Duellen konnte er 13 für sich entscheiden (48,15%). Neben einem Schuss gelangen ihm auch zwei Torschussvorlagen, die jedoch leider zu keinem Treffer führten. Der Kicker benotete den Österreicher mit einer 4, sportal.de gab ihm eine 3,5.

Wie bereits oben erwähnt trifft der FC Schalke 04 in der kommenden Runde zu Hause auf Hannover 96.

Acht Tore in Dortmund

Martin Harnik trat mit dem VfB Stuttgart auswärts gegen Borussia Dortmund an und erlebte das wohl verrückteste Spiel des Jahres über die volle Distanz am Platz. Nach 70 Minuten führte die Heimmannschaft noch mit 2:0, dann rissen jedoch alle Dämme. Nach dem Schlusspfiff trennten sich beide Mannschaften mit einem 4:4-Unentschieden, wobei die Führung ständig wechselte –ein wahrer Krimi und eine tolle Werbung für den Fußball!

Martin Harnik stand vor der Partie bei 14 Meisterschaftstoren und sieben Assists und an dieser Statistik änderte sich leider trotz der vier Treffer in Dortmund nichts. Das Spiel lief teilweise an ihm ein wenig vorbei und er hatte Schwierigkeiten sich auf der rechten Seite in Szene zu setzen. Insgesamt hatte Harnik 55 Ballkontakte und spielte 36 Pässe, von denen 26 bei seinen Teamkollegen ankamen (72,22%). Auch Harnik hat eine knapp negative Zweikampfbilanz, da er 15 seiner 31 Duelle für sich entschied (48,39%). Überragend sind wieder einmal seine Werte in der Kategorie Laufdistanz, denn Harnik absolvierte 12,95 Kilometer 29 Sprints und 86 intensive Läufe. Kein anderer Spieler legte so weite Wege zurück wie der Österreicher, der jedoch über weite Strecken des Spiels mehr damit beschäftigt war die Räume für die Gegenspieler zuzumachen, als sich selbst in die Offensive einzuschalten. Der Kicker gab dem österreichischen Nationalspieler die Note 3,5, von sportal.de bekam er eine 4, da er vor dem Hummels-Treffer zum 3:3 leichtfertig den Ball verlor.

Am Samstag trifft der VfB Stuttgart zu Hause auf den 1. FSV Mainz 05.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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