In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 31. Spieltag (Teil 1) – Martin Harnik und Christian Fuchs im kicker-Team der Runde

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Am 31. Spieltag schafften es gleich zwei Österreicher ins Team der Runde, wobei insbesondere VfB-Stuttgart-Legionär Martin Harnik wieder für positive Schlagzeilen sorgte, da er gegen den SV Werder Bremen sein 16. und 17. Meisterschaftstor erzielte.

Der VfB-Stuttgart ist nach dem 4:1-Erfolg gegen den SV Werder Bremen nun seit neun Spielen in Folge ohne Niederlage, während das Team von Zlatko Junuzovic seit sechs Meisterschaftsspielen auf einen Sieg warten muss. Dabei erwischte die Gastmannschaft den besseren Spielverlauf und ging in der 25. Minute verdient durch Rosenberg in Führung, nachdem zuvor schon Marin eine große Chance auf den Führungstreffer hatte. Gentner sorgte durch einen sehenswerten Weitschuss für den 1:1-Ausgleich und Martin Harnik erhöhte noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 2:1, nachdem Wiese einen Niedermeier-Kopfball nach einer Ecke nur kurz abwehren konnte. Für das 3:1, das abermals nach einem Eckball fiel zeigte sich wieder der österreichische Legionär verantwortlich. Der eingewechselte Cacau setzte in der 86. Minute den Schlusspunkt zum 4:1.

Harnik steht goldrichtig

Zwei Schüsse, zwei Tore: Martin Harnik zeigte gegen den SV Werder Bremen was Effektivität bedeutet. Beide Tore fielen nach Standardsituation, in denen der österreichische Legionär erstens gut stand und zweitens schneller als seine Gegenspieler schaltete. Harnik ist momentan nicht nur der torgefährlichste Mittelfeldspieler in der deutschen Bundesliga, sondern mit elf Treffern auch der beste Torschütze der Rückrunde. Es zeichnet ihn aus, dass er dennoch auf dem Boden bleibt – in einem Interview mit der kleinen Zeitung betonte er, dass ihn diese außergewöhnlichen Statistiken nicht stolz machen würden, sondern dass er sich eher über den Erfolgslauf seiner Mannschaft freut. Am Schluss bekennt er sich außerdem zu hundert Prozent zu seinem Verein und sagt, dass er keinen Gedanken an einen Wechsel verschwendet. Harnik sagte, dass er bescheiden bleiben muss, da er weiß, dass es ihm Fußballgeschäft schnell in eine andere Richtung gehen kann. Alles in allem ein äußerst sympathisches Interview, in dem er seine Reife eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Bis auf die Tore eher unauffällig

Abgesehen von den beiden Treffern konnte sich Harnik am vergangenen Freitag nur selten in Szene setzen. Seine Laufwerte können sich aber wieder einmal sehen lassen, besonders die Anzahl der Aktionen, die er mit hohem Tempo absolvierte. Bis zu seiner Auswechslung in der 86. Minute lief er 11,3 Kilometer, was für Harnik eher am unteren Ende seines Leistungsspektrums angesiedelt ist. Mit 37 Sprints und 88 intensiven Läufen verweist er jedoch alle anderen Spieler am Platz klar auf die weiteren Ränge. 125 Aktionen mit hohem Tempo in 86 Minuten sind ein fantastischer Wert. Harnik hatte 46 Ballkontakte, er schoss, wie schon oben erwähnt, zwei Mal aufs Tor und traf beide Male. Außerdem schlug er eine Flanke und sorgte für vier Torschussvorlagen, die jedoch zu keinem Assist führten. Seine Zweikampfbilanz ist knapp negativ, denn er gewann 17 seiner 35 Duelle (48,48%). Vom Kicker erhielt er die Note 1,5, sportal.de gab ihm eine 2,5 – eine Bewertung die von den Lesern scharf kritisiert wurde, da sich ein Matchwinner eine bessere Note verdient. Viele Teams würden sich einen Spieler wünschen, der zwei Tore macht, aber ansonsten eher unauffällig spielt.

Am kommenden Samstag spielt der VfB Stuttgart auswärts gegen den 1. FC Köln

Zlatko Junuzovic weiterhin auf Formsuche

Zlatko Junuzovic stand zum achten Mal in Folge in der Startelf der Bremer und wurde von Trainer Thomas Schaaf diesmal links im Mittelfeld aufgestellt, sodass er auf seiner Seite zusammen mit Außenverteidiger Schmitz gegen Harnik und Sakai spielte. Das Duell ging eindeutig an die Stuttgarter, denn Junuzovic konnte ein weiteres Mal nur durch seine Laufleistung überzeugen und blieb einiges schuldig, da diesmal auch seine Zweikampfquote schwach war. Wie gewohnt war Junuzovic wieder einmal der fleißigste Spieler am Platz und auch wenn er diesmal nicht die 13-Kilometer-Marke knacken konnte, ist seine Laufleistung mit 12,55 Kilometern absolut vorbildlich. Neben 14 Sprints absolvierte er die meisten intensiven Läufe aller Werder-Spieler (66). Der 24-Jährige hatte nur 40 Ballkontakte, aber immerhin eine gute Passquote, denn von 25 Pässen landeten 22 bei seinen Mitspielern (88%). Der österreichische Nationalspieler schoss zwei Mal aufs gegnerische Tor und bereitete einen Torschuss vor, der jedoch leider zu keinem Assist führte. Von 19 Zweikämpfen gewann er nur 7 (36,84%). Der Kicker gab ihm die Note 5, sportal.de war ein wenig gnädiger und bewertete ihn mit einer 4,5.

Am kommenden Samstag empfängt der SV Werder Bremen zu Hause den FC Bayern München.

Fuchs beim Revierderby mit Jones der beste Schalke-Spieler

Der FC Schalke 04 verlor das Revierderby gegen Borussia Dortmund zu Hause mit 2:1, bot dem Meister der letzten und wahrscheinlich auch der aktuellen Saison aber einen sehenswertes Duell. Für die Tore sorgten Farfan (9.), Piszczek (17.) und der eingewechselte Kehl (63.). Sebastian Kehl schoss nicht nur den Siegestreffer, sondern stabilisierte nach seiner Einwechslung zur Halbzeit das Dortmunder Mittelfeld und war wohl der beste Spieler am Platz. Auf der anderen Seite fielen insbesondere Jermaine Jones und Christian Fuchs positiv auf. Fuchs machte in der Defensive einen guten Job, präsentierte sich zweikampfstark und beging keine entscheidenden Fehler, vergaß aber auch nicht auf die Offensive, was sich mit eindrucksvollen Zahlen belegen lässt. Der Außenverteidiger schlug aus dem Spiel heraus vier Flanken, von denen zwei bei seinen Mitspielern ankamen und sorgte immer wieder bei Standardsituationen mit seinen angeschnittenen Hereingaben für große Gefahr im gegnerischen Strafraum. In der neunten Minute führte eine dieser Standardsituationen auch zur Führung, als Farfan nach einem Fuchs-Eckball zum Abschluss kam und das 1:0 erzielte. Insgesamt sorgte er für acht (!!) Torschussvorlagen, von denen die Mitspieler leider nur eine nutzen konnte. Christian Fuchs lief 10,47 Kilometer und absolvierte neben 57 intensiven Läufen die meisten Sprints seiner Mannschaft (23). Fuchs hatte nach Uchida die zweitmeisten Ballkontakte aller Schalke-Spieler (63) und spielte 26 Pässe, von denen 19 bei seinen Mitspielern ankamen (73,08%). Fuchs bekam vom Kicker die Note 2 und wurde, so wie Martin Harnik, ins Team der Runde nominiert. Während das Harniks vierte Nominierung war, findet sich Fuchs nun schon zum sechsten Mal im Team der Runde, also etwa jeden fünften Spieltag.

Am kommenden Sonntag reist der FC Schalke 04 zum Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg an. Fuchs ist nicht dabei, da er gegen Borussia Dortmund seine fünfte gelbe Karte sah. Der Außenverteidiger hatte Glück, dass Schiedsrichter Gräfe Milde walten ließ und ihn nicht mit Gelb-Rot vom Platz stellte.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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