In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 26. Spieltag (Teil 1) – Fuchs zum vierten Mal in dieser Saison im Team der Runde

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Die Leistung von Christian Fuchs wird dem Nationaltrainer auf alle Fälle Freude bereitet haben, denn der linke Außenverteidiger feierte nicht nur einen 4:1-Auswärtssieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, sondern steuerte auch einen Assist bei und spielte sich bereits zum vierten Mal ins kicker-Team der Runde.

Dabei fing sein Arbeitstag alles andere als erfreulich an, da Kaiserslautern-Innenverteidiger Rodney schon in der dritten Minute nach einem Tiffert-Freistoß unbedrängt per Kopf die Führung für die Heimmannschaft erzielen konnte. Am einzigen Treffer der Hausherren trägt Fuchs allerdings keine Schuld, denn es war Stürmerstar Huntelaar, der den Gegenspieler aus dem Visier verlor – der Niederländer sollte seinen Fehler allerdings wieder gutmachen.

Schalke dreht dir Partie noch vor der Pause um – Fuchs mit Assist

Nach dem Führungstreffer wurden die Gastgeber zurückgedrängt und der FC Schalke 04 machte besonders über die Flügeln viel Druck, wobei der gut aufgelegte Fuchs auf der linken Seite für viel Wirbel sorgte. Nach knapp 30 Minuten verlängerte Raul eine Fuchs-Flanke elegant per Ferse zu Huntelaar, der den Ball zwar im Tor unterbrachte, allerdings knapp im Abseits stand. Nach 39 Minuten hatte Holty aber genug und hämmerte den Ball knapp außerhalb des Strafraums ins linke Kreuzeck. Knapp vor dem Pausenpfiff eroberte Fuchs den Ball an der Mittellinie, machte sofort das Spiel schnell und sprintete bis zum gegnerischen Strafraum. Fuchs wurde von einem Gegenspieler attackiert, konnte den Ball aber im Fallen zu Huntelaar passen, der seinen Fehler aus der dritten Minute wieder gutmachte und zur 2:1-Pausenführung traf. In der zweiten Halbzeit dominierte weiterhin Schalke, auch weil sich die Heimmannschaft wie ein Abstiegskandidat verhielt und den Gästen hilflos beim Kombinieren zusah. Raul und Farfan erzielten zwei weitere sehenswerte Treffer und während sich der FC Schalke über einen ungefährdeten Auswärtssieg freuen darf, muss der 1. FC Kaiserslautern schon langsam mit der zweiten Liga planen.

Großer Aktionsradius, gute Zweikampfwerte und die meisten Ballkontakte

Christian Fuchs lief am 26. Spieltag 11,07 Kilometer und absolvierte 21 Sprints und 58 intensive Läufe. Während alle anderen Spieler am Platz höchstens zwei Flanken produzierten, schlug der österreichische Nationalspieler gleich sechs Flanken in den gegnerischen Strafraum. Erfreulicher Weise hat Fuchs wieder eine positive Zweikampfbilanz, denn von 20 Duellen entschied er 12 für sich (60%). Seine wichtigste Balleroberung hatte er in der 45. Minute, als er den Zweikampf gegen Sahan gewann und im Anschluss den zweiten Treffer seiner Mannschaft auflegte. Anhand der sechs Flanken ist es bereits ersichtlich, dass Fuchs viel Druck über die Flügeln erzeugte, allerdings hatte der Österreicher einen recht großen Wirkungsbereich und rückte auch oft ins Zentrum ein, wenn es die Spielsituation erforderte. Im Vergleich mit Atsuto Uchida, Schalkes rechtem Außenverteidiger, sieht man, dass er offensiver agierte und einen größeren Aktionsradius hatte:

 

 

 

 

 

Uchidas Heatmap gegen den 1.FC Kaiserslautern

 

 

 

 

 

Fuchs´Heatmap gegen den 1.FC Kaiserslautern

Kein anderer Spieler am Platz hatte mehr Ballkontakte als Fuchs (82), der insgesamt 45 Pässe spielte, von denen 35 bei den Mitspielern ankamen (77,78%). Ein weiterer Topwert ist die Zahl der Torschussvorlagen, denn insgesamt bereitete Christian Fuchs sieben Möglichkeiten vor, die direkt zu einem Torschuss führten. Alles in allem eine wirklich gute Vorstellung, für die er vom kicker die Note 2,5 bekam.

Am kommenden Samstag trifft Fuchs mit seinem Klub auf Bayer Leverkusen. Die beiden Vereine liegen zwar in der Tabelle direkt hintereinander an der vierten und fünften Stelle, sind aber doch durch zehn Punkte voneinander getrennt.

Prödl verletzt sich erneut, Junuzovic 90 Minuten im Einsatz gegen Borussia Dortmund

Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic bekamen die Chance sich im schwierigen Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund zu beweisen. Werder musste neben zahlreichen verletzten Spielern auch Pizarro, den mit Abstand gefährlichsten Stürmer in den eigene Reihen, vorgeben, da dieser nach der Ohrfeige gegen Pogatetz nachträglich gesperrt wurde. Schaaf stellte sein 4-4-2-System um und schickte eine 4-2-3-1-Formation auf den Platz, wobei Junuzovic im linken offensiven Mittelfeld zum Zug kam. Da Arnautovic noch immer an den Folgen seiner Hunde-Verletzung laboriert, agierte Rosenberg als Solospitze. Wenn der Gegner Ballbesitz hatte ließen sich Junuzovic und Clemens Fritz, der rechte offensive Mittelfeldspieler, allerdings weit zurückfallen und verteidigten auf einer Höhe mit den defensiven Mittelfeldspielern Trybull und Ignjovski. Auf diese Art wollte Thomas Schaaf die starken Dortmunder Flügelspieler in ihrem Bewegungsradius stark einschränken. Eine interessante Taktik, die in der Praxis jedoch fehschlug, auch weil Bremen zu wenig fürs Spiel tat und nur reagierte, aber nicht agierte. Die meisten Werder-Feldspieler waren mit dem flotten Kombinationsspiel der Dortmunder überfordert. Es gab nur zwei Akteure bei den Gästen, die sich in Topform befanden und mit dem Gegner mithalten konnten: Innenverteidiger Sokratis und der Wiese-Ersatzmann im Tor, Sebastian Mielitz, der nach der Partie zu Recht von allen Seiten großes Lob bekam.

Keine Akzente in der Offensive, Stellungsfehler führt zum Gegentreffer

Das einzige Tor der Partie fiel bereits in der achten Minute, nach einer schön herausgespielten Aktion über Blaszczykowski, Großkreutz, Gündogan und Kagawa. Nach einer Großkreutz-Flanke spielte Gündogan den Ball elegant volley in die Mitte zurück und Kagawa konnte unbehindert zu seinem 23. Geburtstag das entscheidende Tor des Spiels erzielen. Leider spielte Junuzovic eine entscheidende Rolle bei dem Treffer, da er in der Rückwärtsbewegung Gündogan zwar wahrnahm und sich extra noch einmal nach ihm umdrehte, diesen dann jedoch völlig ungedeckt ließ, da er sich dafür entschied ins Zentrum zu rücken. Im Endeffekt sieht der österreichische Nationalspieler bei dieser Aktion nur zu, wie die Dortmunder den Treffer elegant herausspielen und muss sich diesen Stellungsfehler leider ankreiden lassen. In der Offensive konnte er auch keine Akzente setzen – kein Torschuss, keine Torschussvorlage und nur eine Flanke, die jedoch von einem Dortmund-Spieler geklärt werden konnte. Das Bemühen kann man ihm allerdings nicht absprechen, denn Junuzovic spulte wieder die mit Abstand größte Laufdistanz aller Spieler ab (13,33 Kilometer) und hatte auch die meisten Sprints (19) und die meisten intensiven Läufe (74) seiner Mannschaft. Auch seine Zweikampfbilanz ist in Ordnung, denn er gewann 12 seiner 22 Duelle (54,55%). Aufgrund dieser Werte zeigte sich wohl auch der kicker halbwegs gnädig und gab ihm die Note 4,5.

Prödl muss nach Muskelfaserriss ausgewechselt werden

Sebastian Prödl musste nach 56 Minuten ausgewechselt werden, da er sich nach einem Duell mit Stürmer Lewandowski einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog. Der Innenverteidiger vergrößert somit die Verletzungssorgen der Bremer und wird voraussichtlich zwei bis drei Wochen pausieren müssen. Nach dem Spiel wirkte er aufgrund der erneuten Verletzung sichtlich frustriert und hinterfragte sogar die zahlreichen Verletzungen in seinem Team: „Wir müssen uns alle hinterfragen, wie es zu diesem Zustand kommt. Ich habe da meine Ansätze, aber es ist nicht meine Aufgabe, das zu erörtern…. Als erstes müssen wir Spieler uns Gedanken machen, ob wir Profitum leben und unseren Körper entsprechend pflegen. Und ich werde schauen, ob bei meinem Aufbautraining etwas schief gelaufen ist.“

Mit seiner Leistung davor kann Prödl auch nicht wirklich zufrieden sein, obwohl er zehn von elf Zweikämpfen gewann (90,91%). In vielen Situationen kam er allerdings ein paar Schritte zu spät, sodass er gar nicht in den Zweikampf mit seinem Gegenspieler kommen konnte. Das schnelle Kombinationsspiel der Dortmunder bereitete ihm sichtlich mehr Schwierigkeiten als Sokratis, seinem starken Kollegen im Abwehrzentrum. Prödl hatte in den 56 Minuten 29 Ballkontakte und spielte 17 Pässe, von denen alle bei seinen Mitspielern ankamen!

Wir wünschen Sebastian Prödl eine rasche Genesung und hoffen, dass er in ein paar Runden seiner Mannschaft im Kampf um die internationalen Plätze wieder helfen wird können. Kommenden Samstag spielt Werder Bremen zu Hause gegen den FC Augsburg, der in den letzten Runden deutlich stärker wurde und die Abstiegsplätze verlassen konnte.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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