Im Mai 2009 holte die deutsche U17-Nationalmannschaft unter Marco Pezzaiuoli bei der Heim-Europameisterschaft den Titel. Dreieinhalb Jahre sind seitdem vergangen und einiges hat sich... Deutschlands U17-Europameister von 2009 – was machen sie heute?

DFB, Deutschland, NationalteamIm Mai 2009 holte die deutsche U17-Nationalmannschaft unter Marco Pezzaiuoli bei der Heim-Europameisterschaft den Titel. Dreieinhalb Jahre sind seitdem vergangen und einiges hat sich getan. Wer hat den Durchbruch geschafft? Wer ist in seiner Entwicklung stehen geblieben? abseits.at blickt auf den einstigen Kader.

Marc-André ter Stegen (Torhüter)

Seit 1996 steht ter Stegen für Borussia Mönchengladbach zwischen den Pfosten. Die Frage ist: wie lange noch? Der Torhüter hat die damaligen Hoffnungen voll und ganz erfüllt, gilt mittlerweile als einer der besten in der deutschen Bundesliga und steht vorm Sprung zu einem internationalen Topklub. Bei der EM-Endrunde 2009 wurde er ins Team des Turniers gewählt und musste nur zwei Gegentreffer hinnehmen.

Bernd Leno (Torhüter)

Schon in der Jugend stand Leno im Schatten seines Konkurrenten, obwohl er selbst auch großes Potenzial mitbringt. Bayer Leverkusen lieh den Youngster 2011 aus, nachdem sich der nominelle Einser-Keeper Rene Adler schwer verletzt hatte. Obwohl er ursprünglich nur als Notlösung eingeplant war spielte er sich in der Stammelf fest, so dass ihn die Rheinländer um kolportierte acht Millionen vom VfB Stuttgart fix verpflichteten.

Robert Labus (Verteidigung)

In der Innenverteidigung gehörte Labus ab 2006 beständig zum Kader und nahm nach dem U17-EM-Titel auch an der Weltmeisterschaft in Nigeria teil. Beim Hamburger SV hat er sich allerdings noch nicht durchgesetzt und kommt mittlerweile nicht mal bei den Amateuren zu regelmäßigen Einsätzen.

Shkodran Mustafi (Verteidigung)

Der Innenverteidiger mit albanischen Wurzeln wechselte nach dem Turnier vom HSV auf die Insel zu Everton. Dort bestritt er im Dezember 2009 sogar ein Spiel in der Europa League. Zum großen Durchbruch reichte es für Mustafi bei den Toffees jedoch nicht. Nachdem er in England nur in der Reserve League zum Einsatz kam, wechselte er 2011 zu Sampdoria. Mit den Blucerchiati stieg er in die Serie A auf und trat dort bisher in acht Spielen gegen den Ball.

Bienvenue Basala-Mazana (Verteidigung)

Basala-Mazana zählte seinerzeit zu den besten Außenverteidigern des Turniers und galt als mittelfristige Option beim 1. FC Köln. Für einen Profieinsatz hat es in der Domstadt bislang noch nicht gereicht und es scheint auch unwahrscheinlich, dass er dies noch erreichen wird. Im Sommer wurde er aus dem Kader aussortiert. In der Saison 2011/12 spielte er in Österreich auf Leihbasis bei der SV Ried.

Marvin Plattenhardt (Verteidigung)

Plattenhardt fühlt sich ebenfalls auf der defensiven Außenbahn zuhause. Bislang durchlief der gebürtige Baden-Württemberger alle Nachwuchsauswahlen und kämpft beim 1. FC Nürnberg um einen Stammplatz. Als 18-Jähriger feierte er im Frankenland sein Profidebüt und kommt bislang auf vier Assists in 26 Bundesligaspielen.

Gerrit Nauber (Verteidigung)

Zu drei Kurzeinsätzen reichte es für Nauber bei der Endrunde. Danach fuhr er noch zur U17-Weltmeisterschaft und bestritt ein Spiel für die U18-Auswahl des DFB. Auf Klubebene tritt er allerdings auf der Stelle. Bei Bayer Leverkusen waren die Amateure das höchste der Gefühle, weswegen er im letzten Sommer zu den Sportfreunde Lotte in die Regionalliga wechselte.

Christopher Buchtmann (Mittelfeld)

Im Mittelfeld zählte Buchtmann zu den prägenden Spielern der U17-Mannschaft.Bei seinem damaligen Verein, dem Liverpool FC, konnte er sich nicht durchsetzen, obwohl er einen Profivertrag abschloss. Nach einem halbjährigen Gastspiel bei Fulham fand er seinen Weg wieder zurück nach Deutschland. Beim 1. FC Köln kam er zunächst vorrangig in der zweiten Mannschaft zum Zug und wurde nach dem Abstieg der Geißböcke im letzten Sommer aus dem Profikader aussortiert. Mit dem FC St. Pauli kämpft er aktuell in der zweiten Bundesliga gegen den Abstieg.

Reinhold Yabo (Mittelfeld)

Der Kapitän des siegreichen Gastgebers gab im April 2010 sein Bundesligadebüt und wurde anschließend für die Saison 2011/2012 an Alemannia Aachen in die zweite Liga verliehen um weiter zu reifen. Ebenso wie Buchtmann wurde auch der zentrale Mittelfeldspieler ein Opfer des Umbruchs des 1. FC Kölns nach dem Abstieg und spielt nun für die Zweitvertretung.

Yunus Malli (Mittelfeld)

Bei Borussia Mönchengladbach hatte man im Jänner 2011 für Malli keine Verwendung mehr, woraufhin der Offensivspieler zu Mainz wechselte. Die 05er sahen in ihmvon Anfang an Potenzial, integrierten ihn in den Profikader und ließen ihn im Oktober 2011 in der Bundesliga debütieren. Seither hält er bei 22 Erstligaspielen und einem Treffer.

Matthias Zimmermann (Mittelfeld)

Neben Yabo wurde auch Zimmermann von der technischen Kommission der UEFA in die Mannschaft des Turniers gewählt. Bei seinem damaligen Verein, dem Karlsruher SC, sah er keine Perspektive mehr. Als Stammspieler in der zweiten Liga wechselte er 2011 zu Borussia Mönchengladbach, wo es aber nur zu acht Bundesligaminuten reichte. Deshalb unterschrieb er im Sommer 2012 bei der SpVgg Greuther Fürth. Beim Aufsteiger zählt der Rechtsverteidiger in der Rückrunde zum Stammpersonal.

Florian Trinks (Mittelfeld)

Bei Werder Bremen durchlief Trinks sämtliche Nachwuchsmannschaften und spielte sich bis zu den Profis hoch. Sein Bundesligadebüt für die Weser-Kicker feierte er im Jänner 2011 gegen den FC Bayern München und hinterließ im folgenden Jahr einen guten Eindruck. Dennoch konnte sich der Offensivspieler nicht dauerhaft in der ersten Elf festspielen. Im letzten Winter wechselte er zu Greuther Fürth.

Manuel Janzer (Mittelfeld)

Janzer ist nach wie vor beim VfB Stuttgart engagiert. Mit der U17-Auswahl der Schwaben wurde er in der Saison 2008/2009 deutscher Meister – neben dem EM-Titel der größte Erfolg. Für einen Profieinsatz hat es noch nicht gereicht. Seit letzter Saison ist er Leistungsträger in der zweiten Mannschaft.

Niko Opper (Mittelfeld)

In der Jugend von Bayer Leverkusen war Opper noch Stammspieler, den Sprung zu den Profis schaffte aber auch er nicht. Nach einer Saison in der Regionalliga West bei den Amateuren wechselte er zur laufenden Saison zum SV Babelsberg 03 – mit mäßigem Erfolg. Nur vier Spiele bestritt er in der dritten Liga.

Mario Götze (Sturm)

Der größte Star des damaligen Kaders ist zweifellos Mario Götze. Schon im November 2010 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen und avancierte gegen Schweden zum jüngsten Debütanten seit Uwe Seeler. Seinen Verein Borussia Dortmund führte er in der gleichen Saison als Topscorer zum Meistertitel. Ein Jahr später folgten das Double und die Nominierung in den Kader für die EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Lennart Thy (Sturm)

Mit drei Toren wurde Thy ex aequo Torschützenkönig. Schon als 18-Jähriger kam er in der Champions League zum Einsatz und konnte sich aufgrund einer sehr starken Vorbereitung im Sommer 2011 berechtigte Hoffnungen auf einen langfristigen Platz im Profikader von Werder Bremen machen. Allerdings konnte er in der Bundesliga nicht Fuß fassen und wechselte 2012 zum FC St. Pauli. Dort hat er allerdings auch zu kämpfen.

Abu-Bakar Kargbo (Sturm)

Nach fünf Jahren bei Hertha BSC verließ der gebürtige Sierra-Leoner die Hauptstädter und schloss sich Stoke City an. Bei den Potters reichte es aber nur zu 180 Minuten in der U21 und so zog es den Stürmer weiter zur zweiten Mannschaft von Bayer Leverkusen. Auch bei einem österreichischen Verein wurde Kargbo vorstellig, denn Sturm Graz testete ihn im letzten Oktober.

Kevin Scheidhauer (Sturm)

Auch die Karriere von Scheidhauer kam ins Stocken. Bei der Endrunde war er noch der zweitbeste Torschütze des Teams, danach kam er nicht über Spiele in der Regionalligafür den VfL Wolfsburg II hinaus. Dennoch hat er noch die Chance die Kurve zu kriegen, denn für den VfL Bochum lief der Stürmer in der laufenden Zweitligasaison 17 Mal auf und traf immerhin dreimal.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

  • valentin

    21.März.2013 #1 Author

    köln-amateure, hsv-amateure, sportfreunde lotte, ried…

    dieser überblick zeigt, dass eigentlich nur ganz wenigen spielern, die mit 17 die besten ihrer generation in europa sind, im anschluss der „planmäßige“ durchbruch gelingt.

    der großteil grundelt irgendwo dahin, ein paar sind mitläufer bei erstligisten, und nur drei habens wirklich geschafft, das niveau von 17 auch mit 21 zu halten, und das sind ter Stegen, Leno und Götze.

    was einer bis 17 oder 19 erreicht, ist also für die weitere karriere kaum was wert. das hätt ich mir in dieser drastik nicht erwartet.

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