Bundesligaspiele mit Beteiligung von Borussia Dortmund versprechen aktuell hohen Unterhaltungswert. Drei Tage nach dem 2:3 in Hamburg – die erste Niederlage in der Bundesliga... Individuelle Fehler kosten Dortmund erneut Punkte – spektakuläres Spiel in Frankfurt endet 3:3

Bundesligaspiele mit Beteiligung von Borussia Dortmund versprechen aktuell hohen Unterhaltungswert. Drei Tage nach dem 2:3 in Hamburg – die erste Niederlage in der Bundesliga seit über einem Jahr – erreichte der amtierende Doublesieger bei Eintracht Frankfurt ein 3:3. Zwar führte man zur Pause 2:0, individuelle Fehler und herzhaft kämpfende Hessen verhinderten aber drei Punkte. Somit ist der Aufsteiger weiterhin erster Verfolger von Bayern München.

Ein Doppelschlag durch Piszczek und Reus brachte Borussia Dortmund in Führung, nach der Pause brachten Aigner und Inui die Gastgeber wieder zurück ins Spiel, ehe der eingewechselte Götze seine Farben erneut in Front schoss. Den Ausgleich für den starken Aufsteiger besorgte schließlich Anderson per Kopf. Mit diesem Remis bleibt Eintracht Frankfurt weiter ungeschlagen, musste aber nach vier Siegen in Folge erstmals Punkte abgeben.

Hoffer erstmals in der Startelf

Vor 51.500 Zuschauern in der Commerzbank-Arena feierte ÖFB-Legionär Erwin Hoffer im Eintracht-Trikot sein Startelf-Debüt in der Bundesliga, da Einserstürmer Occean verletzt fehlte. Zwar hatte der 25-Jährige die eine oder andere auffällige Szene, unterm Strich veranlassten nur 17 Ballkontakte und sechs Pässe in 58 Minuten seinen Trainer Armin Veh ihn auszuwechseln. Das 4-2-3-1 der Frankfurter charakterisiert sich vor allem durch seine hohe Fluidität im Mittelfeld. Die beiden Außenverteidiger stehen sehr hoch, auf der Doppelsechs gibt Kapitän Schwegler einen tiefliegenden Spielmacher mit punktuellen Vorstößen, während Rode einen sehr großen Aktionsradius abdeckt. Die beiden offensiven Außen sind sehr unähnliche Spielertypen. Während Aigner die Breite hält, zieht Inui als inverser Flügelspieler oft ins Zentrum. Meier, nominell als Zehner aufgestellt, pendelt zwischen Mittelfeld und Angriff.

Grippewelle schwächt Dortmund

BVB-Coach Jürgen Klopp änderte seine Startelf gegenüber der Niederlage beim HSV nur an einer Position. Spielmacher Götze musste Blaszczykowski weichen, wodurch Reus wieder die zentrale und Perisic die linke Position der Offensivreihe bekleideten. DFB-Teamspieler Gündogan kehrte nach einer Erkältung wieder zurück in den Kader, während Bender wegen demselben Grund passen musste. Auch Torhüter Weidenfeller plagt seit letzter Woche ein grippaler Infekt, was auch ein Grund für seine aktuellen Unsicherheiten sein dürfte. Beim zweiten Gegentreffer in Hamburg machte er eine sehr unglückliche Figur und auch in Frankfurt wirkte er nicht immer souverän.

Dortmund überlädt die rechte Seite

Der BVB setzte einmal mehr auf altbewährte Muster im Spielaufbau. In Ballbesitz fächerten sich die beiden Innenverteidiger breit auf, davor ließen sich die defensiven Mittelfeldspieler fallen. Entweder bildete Kehl gemeinsam mit Subotic und Hummels eine Dreierkette oder der Kapitän positionierte sich weiter vorne. Leitner war stets der zentrale Anspielpunkt davor, ohne sich auf Verteidigungslinie fallen zu lassen. Verteilt wurden die Bälle dabei vor allem auf die rechte Seite, was logische Gründe hatte und durch die nebenstehende Grafik verdeutlicht wird. Wie erwähnt positionierten sich die Außenverteidiger der Frankfurter sehr hoch, was naturgemäß dazu einlädt die Räume hinter ihnen zu attackieren. Was auf der rechten Angriffsseite der Dortmunder zusätzlich dazu kommt, ist die Tatsache, dass sich Inui sehr stark ins Zentrum orientierte. Dadurch stand Eintracht-Linksverteidiger Oczipka gegen Kuba und Piszczek oft alleine. Nicht nur alle drei Tore gingen von dieser Seite aus, sondern auch zahlreiche weitere Chancen.

Offene Schnittstellen aufgrund unkompakter Pressingformation

Während beim 1:0 – Inui ließ Piszczek laufen – und beim 3:2 – Anderson zu passiv gegen Götze – in erster Linie individuelle Fehler entscheidend waren, war das 2:0 eine Folge taktischen Fehlverhaltens. Frankfurt nahm im Spiel gegen den Ball oft eine 4-3-3-Ordnung ein. Dabei stellten sich Hoffer und Meier auf den Seiten und Rode gestaffelt zentral auf. Durch die breite Stellung der BVB-Außenspieler wurden aber die verbliebenen drei Mittelfeldspieler der Eintracht extrem gestreckt, was viel Platz in den Halbräumen hinterließ. Dies nutzte Kuba, indem er in jenen rechten Halbraum abdriftete und einen präzisen Steilpass auf seinen Landsmann Piszczek spielte, dessen Hereingabe Reus sehenswert verwertete. Allerdings muss auch hier bekrittelt werden, dass Dortmunds Nummer Elf zu viel Platz gewährleistet wurde.

Unterbesetzter ballferner BVB-Flügel

„Zu viel Platz“ ist auch das Stichwort bei den Frankfurter Toren. Beim 1:2 rückte Schmelzer zu überhastet ein um den Rückraum zu abzudecken, dadurch kam er gegen Aigner zu spät und beim 3:3 ließ Hummels seinem Gegenspieler Anderson im Anschluss an einen Eckball ziehen. Am krassesten war es aber beim 2:2, als nach der Hereingabe von Aigner am langen Pfosten gleich zwei Frankfurter mutterseelenalleine frei standen. Dieses Problem, dass am ballfernen Flügel – und da besonderes der rechte – aufseiten der Schwarzgelben viel Platz war, war in einigen Fällen zu beobachten. Entscheidend dafür sind vor allem die offensive Denkweise der beiden Polen, sowie das starke ballseitige Verschieben der gesamten Abwehrsektion.

Götze belebt Dortmunds Spiel

Der Halbzeitwechsel Götze für Reus war auf dem Papier ein Eins-zu-Eins-Tausch, tatsächlich waren die Folgen aber weitergehend. Man merkte, dass Ersterer aufgrund seiner längeren Vereinszugehörigkeit mehr in die Strukturen und Abläufe eingebunden ist. Vor allem beim Gegenpressing, die tragende Säule des BVB-Spiels, hat Reus im Vergleich zu seinem Vorgänger Kagawa noch Nachholbedarf. Im Gegensatz zum Japaner positioniert er sich nicht neben Lewandowski, sondern versetzt dahinter, wodurch er in manchen Fällen ein, zwei Schritte zu kurz kommt. Aber auch im Angriffsspiel war Götze besser eingegliedert. Mit 32 Ballkontakten hatte er zehn Ballkontakte mehr als sein Kumpel, spielte zudem im gleichen Zeitraum 20 Pässe, die allesamt weit gestreut waren. Reus hingegen kam auf lediglich sieben, hauptsächlich kurze Zuspiele. Weiters ist der nebenstehenden Heatmap zu entnehmen, dass Götze präsenter auf den Seiten und auch im Angriffszentrum war. In manchen Fällen war er sogar der offensivste BVB-Spieler, da Lewandowski auf die Flügel auswich oder sich fallen ließ – nicht zu vergessen Götzes Sololäufe in den Strafraum.

Inui und Rode erneut bärenstark

In vielen Fällen würde der deutsche Teamspieler mit dieser Leistung ohne Gegenstimme zum Man of the Match gewählt werden, in diesem Spiel drängten sich aber auch weitere Akteure auf, allen voran die beiden Frankfurter Inui und Rode. Der 24-jährige Japaner, der vor der Saison aus Bochum kam, agiert seit Wochen in Hochform und ist das Um und Auf in der Offensive. Zwar öffnete seine zentrale Stellung den Dortmundern zahlreiche Möglichkeiten entlang seiner Seite, nach vorne hin war er aber – auch begünstigt durch obige Gründe – ein Aktivposten. Im Vergleich zum 2:1-Sieg in Nürnberg, als er schon früh zur Mitte zog, hielt er gegen Dortmund länger die Breite. Dem Spielstil blieb er aber treu, nämlich von links in Robben-Manier horizontal laufen und mit rechts abschließen. In Nürnberg traf er auf diese Weise, den Meister brachte er damit in zweimal arg ins Schwitzen. Mit 11,7km lief er übrigens genauso viel wie Rode und sonst kein anderer Mitspieler. Der zentrale Mittelfeldspieler ist das wichtigste Verbindungsglied durch die Mitte. Er stößt immer wieder mit langen Sprints aus der Tiefe vor und öffnet damit Räume.

Was Dortmund den Sieg kostete

Bei allem Respekt vor der vor allem moralisch starken Leistung von Eintracht Frankfurt, zu einem Gutteil geht der Punktgewinn auch auf das Konto der Gäste und dem günstigen Zeitpunkt des Anschlusstreffers, wie Veh nach dem Spiel gestand. Borussia Dortmund agierte trotz Führung zu hektisch, wollte immer wieder mit dem Kopf durch die Wand, anstatt auch mal hinten herum zu spielen und vergaß dabei auf die Absicherung. Das 1:2 steht sinnbildlich für dieses Verhalten – ein Gegentor, das man so auch in der letzten, verpatzen Champions-League-Saison vermehrt sah. Mit einfachen Pässen hinter die Abwehr stellten die Frankfurter ihren Gegner bloß. Weiters verspielte die Klopp-Elf Überzahlsituationen sehr einfach. Erst nach dem 3:3 – bzw. in Hamburg nach dem 1:3 – wirkten die Westfalen fokussierter und man neigt dazu zu sagen, dass die Borussen erst eins auf den Deckel kriegen müssen, damit sie wieder in die Spur finden.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

  • Naso

    28.September.2012 #1 Author

    Möglicherweise sollte man der Fairness halber erwähnen, dass Dortmund das erste Tor unter unglücklicher Hilfestellung zweier Frankfurter Abwehrspieler in Billardmanier erzielt hat und das dritte durch einen krassen Individuellen Fehler von Anderson. Nur das zweite Tor war tatsächlich schön gespielt. Dem gegenüber stehen 3 Frankfurter Tore aus dem Spiel heraus. Das erste nach einem sensationell gespielten Konter und das zweite nach einer ziemlich unerwarteten Eckballvariante. Wenn man diese Fakten in Betracht zieht und weiterhin mal spekuliert, was hätte passieren können wenn das erste und dritte Tor der Dortmunder so nicht gefallen wären, kann man zu dem Schluss kommen, das der Punkt für Dortmund durchaus glücklich war. Im Gegensatz zum Hamburgspiel war es diesmal auch nicht so, dass Dortmund eine deutlich höhere Zahl an Chance nicht genutzt hat (18 waren es gegen den HSV) – Frankfurt hätte gut und gerne 2-3 Tore mehr schießen können und hat in Inui den Bundesligaspieler mit den meisten Torschüssen überhaupt. Zudem würde ich dem Verfasser freundlichst nahe legen sich mal etwas mit dem Fankfurter Spielkonzept und den taktischen Verschiebungen der Mannschaft während des Spieles zu beschäftigen da es in der Bundesliga zur Zeit nicht viele Vereine gibt, welche dies so diszipliniert und erfolgreich auf den Platz bekommen.

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    • Axl

      28.September.2012 #2 Author

      ganz kann ich diese Kritik nich verstehen, aber ich versuch darauf einzugehen.

      Es wird ganz klar erwähnt, dass zwei der drei BVB-Tore aufgrund individueller Fehler zustandekamen – vierte Überschrift, erster Satz. Bei den ersten beiden Frankfurter Toren profitierte die Eintracht genauso aber von haarsträubenden Fehlern des Gegners. Natürlich schaut, v.a. das erste sehr schön gespielt aus, aber da haben sie zum einem stark gezockt, weil man gleich zu fünft vor dem Ball gewartet hat. Wenn der BVB die Mitte besser zu macht bzw. nicht nach der Pause grund- und planlos nach vorne stürmt, schaut die Sache anders aus. Auch das 2:2 war jetzt nicht viel schöner herausgespiel als das 1:0 oder 2:0. Da hatte Inui den gleichen Platz wie Piszczek jeweils davor. Und ein kurz abgespielter Eckball ist wohl alles andere als innovativ oder überraschend, da hat Hummels schlichtweg nicht aufgepasst.

      Dass die Eintracht sehr gut verschiebt, bekomm ich ebenfalls mit. Nur reicht das manchmal nicht, weil man dadurch keinen Druck auf den Gegner ausübt. Die einzige Chance ist, dass dieser von sich aus einen Fehler macht, wie es eben bei diesem Spiel der Fall (1:2). Vor dem 1:0 erfährt Hummels zB gar keinen Druck, kann in aller Ruhe den Ball vorbereiten und den Diagonalpass schlagen. Und auch das 2:0 hat gezeigt, dass man mit einer entsprechenden Taktik die vermeintlich kompakte Stellung der Frankfurter auseinanderreißen kann – siehe Screen.

      Davon, dass man gegen Frankfurt ähnlich dominant war wie gegen HSV schreib ich auch nichts, nur, dass wieder ähnliche Fehler gemacht wurden. Dass Inui die meisten die Schüsse aller BL-Spieler hat ist schön und gut, aber auch nur eine Seite der Medaille. Denn in der Rückwärtsbewegung hat er Oczipka oft alleine gelassen – spricht auch gegen das Verschieben-Argument.

      Und auf irgendwelche unseriösen Hättiwari-Spekulationen lass ich mich nicht ein.

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      • Naso

        29.September.2012 #3 Author

        Prinzipiell liest sich das richtig aber ist dann eben nicht mehr richtig wenn man die leicht reißerische Überschrift des Artikels betrachtet. Fehler ist ja nicht gleich Fehler. Ein Stellungsfehler im Spiel ist etwas, das jedem Spieler in der defensiven Bewegung, gerade bei schnellem Spiel des Gegners, passiert. Ein Fehler wie der von Anderson steht auf einem ganz anderen Papier – vom ersten Tor der Dortmunder will ich gar nicht noch mal anfangen.

        Es gibt Spielkonzepte, welche Fehler des Gegners provozieren, dabei aber gewisse Schwächen im eigenen Spiel in Kauf nehmen.
        Die Frankfurter zum Beispiel spielen mit zwei hoch stehenden Außenverteidigern, die bei jeder Gelegenheit nach Vorne gehen. Dabei rücken die beiden Mittelfeldspieler vor ihnen, respektive Inui und Aigner, in die Mitte um dort mehr Anspielmöglichkeiten zu schaffen und Gegenspieler zu binden. Gleichzeitig rückt einer der beiden 6er ebenfalls nach Vorne. Diese Taktik, welche genau so von Armin Veh schon VOR der Saison ziemlich erschöpfend illuminiert wurde und in ähnlicher Form auch von Dortmund gespielt wird, schafft natürlich Räume für vergleichbar hoch stehende Gegner und bringt die besagten Außenverteidiger oft in 1-1 Situationen.
        Außerdem verlangt die besagte Spielweise ein hohes Laufpensum und siehe da – die Frankfurter laufen so viel wie bisher kein anderes Bundesligateam und auch einen kleinen Tacken mehr als die ebenfalls läuferisch sehr starken Dortmunder.
        In der ersten Halbzeit war im Vergleich zu den vorherigen Spielen klar erkennbar, dass Frankfurt etwas defensiver agieren wollte, was nicht besonders gut funktioniert hat. Dies wurde in der pause korrigiert und man hat deutliche Unterschiede im Spielverhalten einzelner Spieler gesehen.

        Ähnliches gilt für die kurze Ecke. Eine solche Variante hat man von Frankfurt zum ersten mal gesehen und kann ergo darauf schließen, dass dies eine neu einstudierte Form war, die wohl mit Bedacht gegen Dortmund aus dem Hut gezaubert wurde.

        Was mich bei diesem Artkel im Grunde am meisten ärgerte ist die deutlich Dortmundlastige Sichtweise und Beurteilung. Das war auch der Grund warum ich das HSV Spiel erwähnte, da dies eben zwei völlig unterschiedliche Spiele waren.
        Gegen den HSV hätte der BVB gewinnen MÜSSEN und ist an der eigenen Chancenverwertung gescheitert.
        Gegen Frankfurt traf man auf einen taktisch hervorragend eingestellten , technisch und läuferisch sehr starken Gegner und hatte am Ende Glück den einen Punkt mitgenommen zu haben – ich sehe da schon eine leichte Diskrepanz zu ihrer Überschrift.
        Versöhnend möchte ihnen aber zumindest noch mitteilen, dass sie mit dieser leicht ignoranten Beurteilung des Frankfurter Spiels nicht alleine da stehen und auch etablierte TV „Fachmänner“ nach langatmigen Kleinreden der Dortmunder in zwei Sätzen noch nachschieben, dass die Eintracht ja so schlecht auch nicht gespielt habe. Die einzigen, die klar erkennen, und dies auch artikulieren, wie gut das aktuelle Frankfurter Team spielt sind die Englischen Sportmedien und Moderatoren.

        mit freundlichen Grüßen

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        • Axl

          30.September.2012 #4 Author

          na, das liest sich schon ein Stück konstruktiver als der erste Kommentar. 😉

          Es ist eben so, dass Dortmund auf dem Papier das bessere Team hat. Mannschaften wie Frankfurt müssen da entweder über ein hervorragendes Kollektiv bzw. Taktik kommen, um erfolgreich zu sein oder auf Fehler des Gegners hoffen – welcher Art auch immer.

          In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass ersters suboptimal funktionierte. Die Umstellung in der Halbzeit war zwar klar ersichtlich und auch so zu erwarten, aber gegriffen hat sie erst weil der BVB zu unkonzentriert agierte. Es gab mMn keinen Grund weiter mit derart offenem Visier zu agieren und nur 5 Minuten nach dem Seitenwechsel derart ungesichert nach vorne zu spielen. Wenn sie das nicht machen evtl. Frankfurt das Spiel überlassen, wirds für die schwerer als in einer 5-zu-4-Überzahl zu kontern. Haben sie natürlich schön ausgespielt – im Gegensatz zu Dortmund.

          Ich will jetzt auch keinen „wer kann längere Kommentare“-Wettbewerb starten, deshalb nur noch kurz zu der Fehler-Definition. Selbstverständlich ist jener von Anderson anderer Natur als ein simpler Stellungsfehler. Aber diese sind ja – zumindest meiner Auffassung nach – auch individuell und sogar noch schwerwiegender als verlorene Zweikämpfe, weil man durch sie oft gar nicht in diese kommt.

          Und da liegt eben der Unterschied. Die Dortmunder Freiräume kamen daher, dass sie die Schwächen in Frankfurts Taktik, die du schön beschrieben hast, ausgenutzt haben. Frankfurt aber hatte so viel Platz weil die Dortmunder unkonzentriert agierten. Beim 1:2 verliert Kehl einen unnötigen Zweikampf am gegnerischen 16er, dazu fehlt die zentrale Absicherung durch Leitner. Beim 2:2 ist der ballferne Flügel komplett entblößt weil Kuba nur zurück trabte. Und das 3:3 war ein klarer Stellungsfehler von Hummels. Ob das jetzt der erste kurz abgespielte Corner von Frankfurt in dieser Saison war ist dabei ziemlich egal. Es gab eine klare Zuordnung und Hummels hat schon genügend kurz abgespielte Eckbälle verteidigt – er schaut sogar zwei, dreimal in Richtung Anderson nachdem der Ball abgespielt wurde.

          Ums jetzt wirklich abzuschließen: wenn eine missverständlich formulierte Überschrift der einzige Kritikpunkt dieses Artikels ist, bin ich eigentlich recht zufrieden…

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