In dieser Serie wollen wir uns die interessantesten Wintertransfers ansehen und kurz darauf eingehen, was die jeweiligen Kicker bei ihrem neuen Verein erwartet. Diesmal... Die interessantesten Wintertransfers (2 ) – Ein neuer Mannschaftskollege für Christian Fuchs und ein junger Spielmacher mit österreichischen Wurzeln für Inter

Geld, US-DollarIn dieser Serie wollen wir uns die interessantesten Wintertransfers ansehen und kurz darauf eingehen, was die jeweiligen Kicker bei ihrem neuen Verein erwartet. Diesmal nehmen wir die Transfers von Michel Bastos zum FC Schalke 04 und den Wechsel von Mateo Kovačić zu Inter genauer unter die Lupe.

Michel Bastos -> FC Schalke 04

Der brasilianische Neuzugang Michel Bastos traf gleich beim Debütspiel für seinen neuen Arbeitgeber. Dennoch kann man nicht von einem Einstand nach Maß sprechen, denn Schalke 04 befindet sich auch nach dieser Partie weiterhin in einer Krisensituation, da das Heimspiel gegen Schlusslicht Greuther Fürth mit 1:2 verloren ging. Bastos gestand nach der Partie, dass er seinen Treffer gerne gegen einen Sieg eingetauscht hätte. Der 29-Jährige kam leihweise bis zum Sommer 2014 von Olympique Lyon, wobei Schalke 04 eine Kaufoption für den Mittelfeldspieler besitzt. Der zehnfache brasilianische Nationalspieler lief bei seinem ersten Pflichtspiel für Schalke 04 im linken Mittelfeld auf, womit Julian Draxler zentral agieren konnte und so die Rolle des nach Tottenham abgewanderten Lewis Holtby einnahm. Barcelona-Leihgabe Ibrahim Affelay zog sich Anfang des Jahres eine Muskelverletzung zu und wird den Schalkern voraussichtlich bis Anfang März fehlen. Insofern war großer Handlungsbedarf auf dieser Position gegeben und Bastos zeigte trotz der Niederlage in seiner ersten Partie, dass er sich als eine große Verstärkung für die angeschlagene Truppe entpuppen kann.

Der Brasilianer wechselte bereits mit 18 Jahren nach Europa, schaffte aber bei Feyenoord vorerst nicht seinen Durchbruch und wechselte in seine Heimat zurück, wo er einige Jahre später bei Figueirense explodierte und zehn Tore in 34 Spielen erzielte. Über OSC Lille (97 Spiele, 25 Tore) wechselte er zu Olympique Lyon (98 Spiele, 26 Tore) und landete schließlich bei Schalke 04, wo er nach dem ersten Spiel von der Gänsehaut-Atmosphäre im Stadion begeistert war. Zwischen November 2009 und Juli 2010 bestritt er zehn Spiele für die brasilianische Nationalmannschaft. Der Mittelfeldspieler kam überwiegend auf dem linken Flügel zum Einsatz, agierte allerdings auch einige Male auf der rechten Seite und als Flügelstürmer in einem 4-2-1-3-System. Bastos verfügt über einen sehr harten Schuss  – bei Standardsituationen herrscht für den Gegner Alarmstufe Rot. Weiters besitzt er eine starke Technik und ist in Kontersituationen extrem gefährlich. Der trickreiche Flügelspieler kann bei 1-gegen-1-Situationen seine Gegenspieler schlecht aussehen lassen. Auf alle Fälle ein sehr feiner Transfer und eine große Bereicherung – nicht nur für Schalke 04, sondern für die ganze deutsche Bundesliga.

Mateo Kovačić –> Inter Mailand

Der nächste Transfer hat einen starken Österreich-Bezug, denn die Eltern des jüngsten Inter-Neuzugangs flüchteten zu Beginn des Kroatienkriegs im Jahr 1991 nach Oberösterreich. Drei Jahre später kam Sohn Mateo auf die Welt, der mit sechs Jahren in den Nachwuchs vom LASK kam und dort sieben Jahre in diversen Nachwuchsmannschaften sein Können zeigte. Mit 13 Jahren zog seine Familie nach Zagreb, wo Dinamo ihn mit offenen Armen empfing. LASK-Fans müssen dem talentierten Spieler trotzdem nicht nachtrauern, denn wenn er nicht nach Kroatien gegangen wäre, dann hätten ihn andere Vereine weggeschnappt, denn zum Zeitpunkt seines Wechsels hatte er unter anderem Angebote von Bayern München, Juventus und Ajax vorliegen. Da seine Familie jedoch in die Heimat zurückwollte entschied sich der offensive Mittelfeldspieler für Dinamo Zagreb.

Am 20. November 2010 debütierte er mit 16 Jahren für die Kampfmannschaft, obwohl er ein Jahr davor einen Rückschlag erlitt, als er sich ein Bein brach. Ohne diese Verletzung wäre sein erster Einsatz in der höchsten kroatischen Liga wohl noch zeitiger gewesen. Sein Debüt endete mit einem 6:0-Sieg gegen NK Hrvatski dragovoljac, wobei auch er einen Treffer erzielte, womit er den Rekord für den jüngsten Torschütze der kroatischen Liga brach. In weiterer Folge etablierte er sich in der Kampfmannschaft, holte zweimal den Meistertitel und kam zuletzt auch in allen sechs Champions-League-Gruppenspielen zum Einsatz. Neben Inter zeigten auch Real Madrid, Chelsea und Manchester City Interesse am beidbeinigen Mittelfeldspieler, doch am Ende setzte sich der 18-fache italienische Meister durch und  überwies elf Millionen Euro nach Zagreb. Weitere Millionen könnten folgen, wenn sich die Italiener für die Champions League qualifizieren. Auch nach den Abgängen von Wesley Sneijder und Philippe Coutinho ist die Konkurrenz im Inter Mittelfeld gewaltig. Der 18-jährige Kroate hat im zentralen Mittelfeld unter anderem Kaliber wie Esteban Cambiasso, Walter Gargano, Javier Zanetti, Zdravko Kuzmanovic, Dejan Stankovic und Fredy Guarin als Konkurrenten um einen Stammplatz. Für den Kroaten spricht aber, dass er über eine enorme Kreativität verfügt, die in dieser Inter-Mannschaft nicht viele Spieler besitzen. Der Verein gab ihm die Rückennummer 10, was wohl auch ein Zeichen dafür ist, dass man zukünftig auf ihn setzten wird. Einfach wird es der talentierte Spielmacher angesichts des starken und breiten Kaders dennoch nicht haben.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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