Beide Mannschaften strauchelten etwas in den letzten Spielen. Nichtsdestotrotz ist das Duell Erster gegen Fünfter ein echtes Spitzenspiel. Manchester City Nach einem optimalen Saisonstart... Das Top-Spiel in England: Manchester City vs. FC Everton

David Silva - Spanien, Manchester CityBeide Mannschaften strauchelten etwas in den letzten Spielen. Nichtsdestotrotz ist das Duell Erster gegen Fünfter ein echtes Spitzenspiel.

Manchester City

Nach einem optimalen Saisonstart mit sechs Siegen aus sechs Spielen, wurde City in der Champions League von Celtic und ebenso auch in der Premier League bei der Niederlage gegen Tottenham Hotspur, sozusagen „entzaubert“. Die Conclusio aus den beiden Partien: die Defensive wackelt zweitweise noch gehörig.

Die Skyblues kassierten bereits sieben Saisontore – was im Endeffekt eines pro Spiel bedeutet. Vor allem 60-Millionen-Neueinkauf John Stones wirkte in den ersten Spielen auf diesem Niveau noch überfordert. Wenn man, rein statistisch betrachtet, alle Defensivaktionen (Balleroberungen, geblockte Schüsse, klärende Aktionen) des junge Innenverteidigers zusammenzählt, liegt er nicht mal unter den Top 30. Zum Vergleich; Kollege Nicolas Otamendi absolvierte zwar ein Spiel weniger, kommt aber auf fast doppelt soviele Aktionen.

Auch der neue Torhüter Claudio Bravo half bisher noch nicht dabei, die Defensive grundlegend zu stabilisieren. Der Chilene wirkt teilweise noch etwas nervös und konnte in seinen vier absolvierten Spielen erst zehn Schüsse abwehren. Zudem blieb er erst einmal ohne Gegentreffer. Zugegeben: der Torhüter ist meist das schwächste Glied in der Defensive; als nennenswerter Rückhalt kann Bravo aber ebenfalls noch nicht bezeichnet werden. Immerhin konnte er aber schon einen Elfmeter parieren. Für Bravo spricht obendrein, dass von seinen bisherigen Zuspielen (Abwürfe, Abstöße etc.) 79 Prozent bei den Mitspielern ankamen. Damit liegt der Neuzugang vom FC Barcelona auf Platz zwei der Liga. Genau für diesen, durchaus wertvollen Beitrag, zu Citys Spiel wurde Bravo ja vorrangig verpflichtet.

Im Mittelfeld, der Mannschaftsteil auf den Guardiola wohl am meisten Wert legt, läuft es zum Leidwesen des Spaniers im bisherigen Saisonverlauf ebenfalls noch nicht optimal. Größtes Manko: es gelingt immer noch nicht konstant, durch das fußballerische Trademark Passsicherheit, die signifikante Dominanz aufzubauen, für die, die Spielidee des Spaniers eigentlich steht und berühmt wurde. In Sachen Passquote liegt City daher derzeit mit 84 Prozent „nur“ auf Platz 5 der Premier League.

Der passsicherste Spieler im Mittelfeld ist Fernandinho. Der Brasilianer spielte bis dato 390 Pässe, wovon 87 Prozent ankamen. Um diese Zahlen vielleicht besser einordnen zu können: N`Golo Kante vom FC Chelsea kommt auf insgesamt 368 Pässe, 92 Prozent fanden dabei den Mitspieler. Fernandinho scheint damit für Guardiolas Spielidee nicht unbedingt die Ideallösung auf der Sechs zu sein. Aber: der Brasilianer bereitete offensiv auch schon 7 Abschlüsse vor; im direkten Vergleich mit den anderen „Sechsern“ der Premier League, ein sehr guter Wert.

Für das Spiel gegen Everton könnte, sehr zur Freude Guardiolas, Superstar Kevin de Bruyne wieder zur Verfügung stehen. Der Belgier ist in der Offensive, neben David Silva und Sergio Aguero, der entscheidende Akteure: er erzielte bereits 2 Tore und ist mit 4 Assists der Topvorlagengeber in Englands höchster Spielklasse. Mit ziemlicher Sicherheit fehlen werden Vincent Kompany und Bacary Sagna.

FC Everton

Der Klub aus Liverpool zeigte unter dem neuen Trainer Ronald Koeman in den ersten 7 Spielen bereits sehr vielversprechende Ansätze. Vor allem die Defensive hat sich unter dem Niederländer zu einem echten Bollwerk entwickelt. Das Duo Ashley Williams und Phil Jagielka räumt so ziemlich alles ab, was auch nur die Nähe des Strafraums kommt (der Waliser gewinnt beispielsweise 56 Prozent seiner Tacklings, Jagielka hat schon 75 Defensivaktionen auf dem Konto) und auch die Außenverteidiger Leamus Coleman und Leighton Baines überzeugten in den ersten Partien: mit 5 Gegentoren stellen die „Toffees“ die zweitbeste Defensive hinter den Spurs.

In den letzten beiden Premier League – Spielen war der Trend aber nicht gerade der Friend von Koemans Team: gegen Crystal Palace reichte es nur zu einem Unentschieden, während man das Spiel gegen Bournemouth sogar verlor.

Nichtsdestotrotz steht Everton mit 14 Punkten derzeit auf Platz 5 der Tabelle. An dieser durchaus positiven Momentaufnahme hat, neben den bereits genannten Defensivakteuren, auch der zentrale Mittelfeldspieler Idrissa Gueye einen großen Anteil. Der Senegalese führt ligaweit die meisten Duelle (Dribblings, Zweikämpfe, Kopfbälle etc.) und spielt zudem die zweitmeisten Pässe aller Premier League – Akteure. Auch der ewige Gareth Barry überzeugt, trotz seiner 35 Jahre, weiterhin als unverzichtbarer Leader des Everton-Mittelfelds.

In der Offensive konnte sich Koeman in den ersten Spielen vorwiegend auf seinen Superstar Romelu Lukaku verlassen. Der Belgier ist mit 5 Treffern der Toptorjäger Evertons und könnte potenziell, im Verbund mit beispielsweise Ross Barkley, der wackeligen City-Defensive sehr gefährlich werden. Wobei wir aber auch schon bei der Krux des Offensivspiels der Liverpooler wären: Lukaku erzielte nämlich bisher fast die Hälfte der 11 Saisontore seiner Mannschaft. Falls er ausfallen oder nicht in Topform agieren sollte, wird es für den Angriff sehr schwierig, Tore zu erzielen, da dem Team einfach ein weiterer zuverlässiger Torjäger abgeht. Everton verfügt zwar über eine der höchsten „Shot Accuracys“ (das Verhältnis von Schüssen insgesamt und Schüssen auf das Tor des Gegners) der Premier League, dafür stehen aber bis dahin zu wenig Tore zu Buche.

Für das Spiel gegen Manchester City stehen Ronald Koeman mehr oder weniger alle Leistungsträger zur Verfügung. Ausfallen könnten Aaron Lennon und James McCarthy.

So könnten sie spielen:

Manchester City: Bravo – Kolarov, Otamendi, Stones, Zabaleta –Fernandinho -Nolito, Gündogan, Silva, Navas – Aguero

FC Everton: Stekelenburg – Coleman, Jagielka, Williams, Baines–Cleverly, Gueye, Barry – Barkley, Lukaku, Bolasie

 Ral, abseits.at

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