Der österreichische Nationalspieler Marko Arnautoivic wechselt nach vier Saisonen bei Stoke City zu West Ham United. Der 28-Jährige unterschrieb bei den Londonern einen Fünfjahresvertrag... Transfers erklärt: Darum wechselte Marko Arnautovic zu West Ham United

_Marko Arnautovic - Stoke City, ÖsterreichDer österreichische Nationalspieler Marko Arnautoivic wechselt nach vier Saisonen bei Stoke City zu West Ham United. Der 28-Jährige unterschrieb bei den Londonern einen Fünfjahresvertrag und löst Andre Ayew als teuersten West-Ham-Transfer ab. Sein neuer Arbeitgeber griff tief ins „Geldbörserl“ und bezahlte stolze 25 Millionen Pfund für den ÖFB-Nationalspieler – eine Summe die vor Arnautovic für keinen anderen Österreicher ausgegeben wurde.

Gelungene Ära bei Stoke geht zu Ende

Während sich die West-Ham-Fans in den Diskussionsforen über den Neuzugang freuen, ist beim Stoke-Anhang der Katzenjammer groß. Arnautovic spielte sich in den letzten Jahren in die Herzen der Fans und hinterlässt mit seinem Abgang eine große Lücke. Insgesamt absolvierte der österreichische Nationalspieler 125 Meisterschaftsspiele für Stoke City, in denen er 22 Tore und 27 Assists beisteuerte. Marko Arnautovic ist bei Stoke nicht nur als Fußballspieler, sondern auch als Mensch gewachsen und sorgte in den Midlands mit seinen spielerischen Qualitäten, anstatt mit Skandalen  für Schlagzeilen. Sein ehemaliger Klub muss sich nun am Transfermarkt nach einer Alternative umsehen, wobei die hohe Ablösesumme dabei sicherlich behilflich sein dürfte.

Qualität statt Quantität

West-Ham-Trainer Slaven Bilic kündigte schon vor Beginn der Transferzeit an, dass der Verein im Sommer bei den Transfers extrem auf Qualität schauen würde. Laut dem Kroaten ist der Klub in der Breite gut aufgestellt, es fehlen aber drei bis vier Spieler, die die Fähigkeiten besitzen die Qualitär der Startaufstellung bzw. der ersten 15 Kaderplätze zu verbessern. Neben Arnautovic wurden bisher Joe Hart und Rechtsverteidiger Pablo Zabaleta fix verpflichtet. Mit Javier „Chicharito“ Hernandez wurde zudem ein absoluter Top-Stürmer verpflichtet, der auch in der Premier League für 20 Tore oder mehr gut ist.

Problemzone linker Flügel

Marko Arnautovic wurde verpflichtet um die Probleme am linken Flügel zu beheben, auch wenn Trainer Bilic betonte, dass sein Neuzugang polyvalent sei und in der Offensive überall eingesetzt werden kann. Dennoch kristallisierte sich in der vergangenen Spielzeit im Gegensatz zum rechten Flügel kein unumstrittener Stammspieler auf der linken Seite heraus. Der Schotte Robert Snodgrass, der sich so wie Sofiane Feghouli am rechten Flügel wohler fühlt, wusste nicht zu überzeugen und Andre Ayew wurde insbesondere nach dem Ausfall des verletzungsanfälligen Andy Carroll öfters im Sturmzentrum benötigt.

Slaven Bilic stellte deshalb sogar den genialen argentinischen Spielmacher Manuel Lanzini zeitweise auf dem linken Flügel auf, wo dieser aber seine Kreativität nicht wie im zentralen offensiven Mittelfeld ausleben konnte. Die Fans freuen sich auch deshalb über den Arnautovic-Transfer, weil der Wechsel bedeutet, dass der argentinische Nationalspieler wohl wieder vermehrt im Zentrum zum Zug kommen wird.

Gefährliche Flügelzange

Richtig freuen dürfen sich die West-Ham-Fans auf die neue Flügelzange, die wohl so manch gegnerischem Trainer Sorgenfalten auf die Stirn treiben wird. Auf dem rechten Flügel ist mit Michail Antonio nämlich ein Spieler am Werk, der in der Offensive über ganz ähnliche Fertigkeiten wie Arnautovic verfügt. Der Shooting-Star, der noch bis zum Sommer 2015 bei Nottingham Forest in der Championship spielte und erst mit 25 Jahren sein erstes Premier-League-Spiel bestritt, schaffte es sogar in den Kader des englischen Nationalteams. Antonio sucht wie Arnautovic Eins-gegen-Eins-Duelle und lebt insbesondere von seiner enorm starken Physis. In seinen 55 Premier-League-Einsätzen erzielte er 17 Treffer! Die beiden Spieler können ihrem Team Breite verleihen, für richtigen Powerfußball sorgen, aber auch zahlreiche überraschende Momente abliefern. Antonio laborierte über weite Strecken der Rückrunde allerdings an einer Oberschenkelverletzung und arbeitet momentan fieberhaft an seinem Comeback. Sobald er wieder vollkommen genesen ist, darf man sich auf die Flügelzange Arnautovic/Antonio so richtig freuen, zumal mit Lanzini ein trickreicher, offensiver Mittelfeldspieler im Kader steht, der sich blendend mit den beiden verstehen wird.

Viele Optionen in der Offensive

West-Ham-Trainer Slaven Bilic war in der letzten Saison lange auf der Suche nach dem perfekten System und ließ meistens entweder ein 4-2-3-1 oder eine 3-4-2-1 spielen. Nur zweimal stellte er ein 4-4-2 mit Doppelspitze auf, das heißt der Kampf um den einzigen Platz in der Sturmspitze wird so richtig heiß werden. Andy Carroll bietet eine gewisse Torgarantie wenn er spielt, allerdings hat der hochgewachsene Stürmer immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Der Einser-Stürmer wird somit Neuzugang Javier Hernandez sein.  Der mexikanische Stürmer verfügt über eine unglaubliche Antizipationsgabe und scheint schon vor jedem anderen Spieler zu wissen, wo der Ball landen wird. Seine klugen Bewegungen ohne Ball gepaart mit seiner Geschwindigkeit und seinem klinischen Abschluss machen ihn zu einem unglaublich interessanten Stürmer. Für den bisherigen Rekord-Neuzugang André Ayew wird der Konkurrenzkampf richtig groß werden, weshalb er auch auf den Flügel ausweichen könnte – damit wäre er wiederum der größte Konkurrent von Marko Arnautovic.

Durch den Arnautovic-Transfer werden die Hammers  jedenfalls noch ein gutes Stück unberechenbarer. Sollte Antonio wieder fit werden und Javier Hernandez die hohen Erwarttungen erfüllen, dann verfügt West Ham United über eine Offensive, die sich vor keinem Premier-League-Verein verstecken muss.

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger

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