Das ewig junge Duell zweier Traditionsteams aus Italien hat uns die Auslosung des Viertelfinales der Coppa Italia beschert. Juventus Turin empfing am Mittwochabend den... Coppa Italia Viertelfinale: Juventus Turin vs. AC Mailand

_Juventus Turin FansDas ewig junge Duell zweier Traditionsteams aus Italien hat uns die Auslosung des Viertelfinales der Coppa Italia beschert. Juventus Turin empfing am Mittwochabend den AC Mailand.

Vorbemerkungen

Hinsichtlich der Leistungen der letzten Wochen gingen die Mailänder mit gemischten Gefühlen in die Partie. In der Liga rutschte der AC mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen vom dritten auf den sechsten Tabellenrang ab. In den Cup-Bewerben lief es hingegen rund bei den Mailändern. Sie konnten zum einen den AC Turin im Achtelfinale der Coppa mit 2:1 besiegen und andererseits wurden die heutigen Gegner aus Turin im Finale der Supercoppa im Elfmeterschießen in die Knie gezwungen. Juventus Turin hingegen konnte sieben der letzten neun Spiele für sich entscheiden und liegt seit Monaten in der Tabelle unangefochten an der Spitze. Schmerzlich war jedoch die Finalniederlage gegen den AC Mailand kurz vor Weihnachten. Die Turiner brannten somit auf Revanche im heimischen Stadion. Die Bilanz spricht ebenfalls für Juventus, die in den letzten zehn Spielen gegen die Mailänder acht Siege verbuchen konnten. Die letzten beiden Begegnungen gingen jedoch an den AC, somit spricht die Tendenz ganz klar für sie. Eine interessante Personalie ist der Trainer der Turiner, Massimo Allegri, da er, bevor er im Sommer 2014 die Alte Dame übernahm, das Trainerzepter bei den Rot-Schwarzen aus Mailand geschwungen hatte. Einem spannenden Fußballabend stand somit nichts mehr im Wege.

Die Aufstellungen

Die Heimelf beginnt mit einer 4-2-2-2 Formation, bei der zu beachten ist, dass den beiden Sechsern vorwiegend Defensivaufgaben übertragen worden sind. Wie im Cup üblich verzichtet Trainer Allegri auf seinen Stammtorhüter Gigi Buffon. Für ihn steht der Brasilianer Neto zwischen den Pfosten. Die rechte Seite der Viererkette bekleidet Barzagli. Innen verteidigen Rugani und Bonucci. Links steht Asamoah im Defensivverbund. Die beiden Spieler vor der Abwehr sind Pjanic und Khedira. In den offensiven Aussenpositionen kommen Mandzukic und Cuadrado zum Zug. Im Sturmzentrum finden sich Higuain und Dybala wieder.

Der AC Mailand, der mit seiner eingespielten 4-3-3 Formation beginnt, startet mit Donnaruma im Tor. In der Abwehr wechselt Trainer Montella, im Gegensatz zum letzten Ligaspiel, drei Positionen aus; nur Abate auf der rechten Abwehrseite bleibt im Team. Links beginnt Antonelli und in der Mitte spielen Romagnoli und Zapata. Letzterer gibt heute sein Saisondebüt. Das zentrale Mittelfeld bekleiden Bertolacci, Kucka und Locatelli, wobei der blutjunge Locatelli den defensiveren Part des Trios übernimmt. In der Offensive sollen Suso und Bonaventura die Außenbahnen beackern und die Solospitze Bacca mit Bällen füttern. Die beiden hochkarätigen Neuzugängen, Rincon bei Juventus und Deulofeu bei Milan, sitzen vorerst auf der Bank.

Halbzeit eins im Zeichen der Alten Dame

Bei frostigen Temperaturen begann Juventus das Spiel vor 40.000 Zusehern sehr forsch. Bereits nach zwei Minuten schoss der 94-Millionen Stürmer Higuain das erste Mal auf das gegenerische Tor. Die Anfangsphase stellt ein Abtasten der Mannschaften dar, die Zweikämpfe werden jedoch schon sehr hart geführt. Nach zehn Minuten flankt Asamoah von der linken Seite in die Mitte, Cuadrado leitet den Ball unwiederstehlich mit der Ferse auf Dybala weiter und der versenkt den Ball volley im kurzen Eck. In der 21. Minuten ist es erneut soweit. Nachdem in den letzten Spielzügen wenig Torgefahr von Juventus ausging, nimmt sich Asamoah ein Herz, zieht von der linken Seite aus in die Mitte und wird 20 Meter vor dem gegnerischen Tor zu Fall gebracht. Pjanic, ein exzellenter Distanzschütze, lässt sich diesen Versuch nicht nehmen und knallt den Ball über die Mauer hinweg in die Maschen. Da kann sich Donnaruma strecken wie er möchte, der Freistoß ist zu genau geschossen. 2:0. In weiterer Folge der Partie übernimmt Juventus endgütltig die Kontrolle über das Spielgeschehen und lässt die Rossoneri zu keiner Torchance kommen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff bringt Suso einen Freistoß zur Mitte und zum ersten Mal kommt ein Hauch von Gefahr für das Tor der Turiner auf. Der anschließende Eckball verläuft, ebenso wie alle bisherigen Versuche der Mailänder, im Nichts.

Auffälligkeiten der ersten Hälfte

Das Spiel wurde äußerst körperbetont geführt und es wurden vier gelbe Karten vergeben. Das Duell zwischen Kucka und Mandzukic entwickelte sich mit Fortdauer des Spieles zu einem kleinen Privatduell, welches in einer gelben Karte für den Kroaten gipfelte. Formationstechnisch spielen die Mailänder sehr diszipliniert und stehen meist sehr kompakt hinter dem Ball. Dabei verteidigen sie zumeist in einer 4-1-4-1 Formation. In der Offensive fehlt es aber an Kreativität. Juventus agiert hinten äußerst konzentriert und presst den Gegner teilweise sehr früh mit drei bis vier Spielern tief in der gegenerischen Hälfte an. Sogar der Torhüter wird unter Druck gesetzt. Bezeichnend für das Spiel ist Milans Stürmer Bacca, an dem das Spiel bislang vollkommen vorbeilief.

Hälfte Zwei großteils unverändert

Die Mannschaften kommen unverändert aus den Kabinen und auch das Spielgeschehen verläuft wie in der ersten Hälfte. Asamaoh macht zu Beginn Druck und holt nach kurzer Zeit den ersten Freistoß für Juventus heraus, der jedoch nichts einbringt. Wie aus dem Nichts bringt Bacca die Gäste wieder ins Spiel. Nach einem Gestocher an der Strafraumgrenze der Turiner springt der Ball zum Stürmer der Rossoneri, der den Ball technisch einwandfrei im Gehäuse unterbringt. Wenige Minuten später grätscht Locatelli völlig ohne Not Dybala tief in der Hälfte der Turiner um und sieht völlig zu Recht seine zweite gelbe Karte. Mit Zehn gegen Elf schafft es Milan in keiner Situation Druck auf Juventus auszuüben. Die Alte Dame verabsäumt es aber den Deckel endgültig drauf zu machen, indem sie mehrere große Chancen liegen lassen. Die größte Möglichkeit vergibt Mandzukic, der einen Kopfball aus fünf Metern neben das Tor setzt. In der 83. Minuten zeigen die Turiner ihre ganze Klasse und kombinieren sich bis in den gegnerischen Strafraum, sind aber im Endeffekt zu verspielt und kommen nicht zum Abschluss. Die Turiner diktieren weiterhin das Spielgeschehen und lassen die Mailänder zu keiner großen Torchance kommen. Einzig der eingewechselte Deulofeu schießt aus spitzen Winkel auf das Tor, jedoch hat Neto keine Probleme den Ball zu parieren. Die Schlussoffensive bleibt beim AC ebenfalls aus. Dennoch lebt das Spiel bis zum Schluss von der Spannung, da die Mailänder nur ein Tor benötigen würden. Dieses gelingt ihnen aber nicht und somit steigt Juventus in das Halbfinale der Copoa Italia auf.

Auffälligkeiten der zweiten Hälfte

Milan wirkte die ganze zweite Hälfte über sehr passiv und konnten die Turiner so gut wie nie in Bedrängnis bringen. Es gab kein Angriffspressing vonseiten der Mailänder und somit konnte Juventus den Ball schön in den eigenen Reihen zirkulieren lassen. Auffallend waren beim AC auch die Wechsel von Trainer Montella. Nachdem Pasalic für Abate kam, rückte Kucka auf die Rechtsverteidigerposition. Der bereits Verwarnte konnte jedoch nicht mehr voll in die Zweikämpfe gehen und tat sich dementsprechend schwer mit den schnellen Spielern der Alten Dame. Obwohl Mailand dringend ein Tor benötigte, wurde Bacca vom Feld genommen und durch Deulofeu ersetzt. Letzterer konnte, ebenso wie der spät eingwechselte Honda, keine entscheidenden Akzente mehr setzen. Juventus spielte hingegen genau das, was von Nöten war, um das Spiel zu gewinnen. Sie standen hinten konzentriert und konnten einige gute Chance vorfinden. Der einzige Kritikpunkt dabei ist, dass die Chancenauswertung in der zweiten Hälfte mangelhaft war.

Spieler des Spiels

Diesen Titel teilen sich der agile Asamoah und der umsichtige Pjanic. Asamoah beackerte die linke Seite der Turiner und bildete mit Mandzukic eine starke Allianz. Da Mandzukic ein gelernter Stürmer ist, zog es ihn immer wieder in die Mitte. Dadurch wurden Räume für den Ghanaer frei, welche er hervorragend nutzen konnte. Außerdem war er bei beiden Toren direkt involviert und hatte auch sonst starke Flankenläufe auf seiner linken Seite. Weiters ließ Asamoah auch in der Defensive nichts anbrennen. Miralem Pjanic war wie so oft auch heute der Strippenzieher im zentralen Mittelfeld der Turiner. Seine Freistöße sind eine Waffe der Alten Dame und einer davon führte auch heute wieder zu einem Torerfolg. Er diktierte das Spiel nach Belieben und verlangsamte bzw. beschleunigte das Spielgeschehen. Er fand auch die eine oder andere Chance auf ein zweites vor und konnte seinen Offensivdrang im Spiel von Juve ausleben.

RES Juventus Turin

Thomas Schützenhöfer

Thomas Schützenhöfer

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