Am Sonntag um 20.45 Uhr findet im Estadio Balaídos das Topspiel der spanischen Meisterschaft statt. In Runde 21 trifft der Pokalhalbfinalist Celta Vigo auf... Das Topspiel in Spanien: Celta Vigo gegen Real Madrid

Real Madrid - Wappen mit Farben_abseits.atAm Sonntag um 20.45 Uhr findet im Estadio Balaídos das Topspiel der spanischen Meisterschaft statt. In Runde 21 trifft der Pokalhalbfinalist Celta Vigo auf den Tabellenführer Real Madrid. Eine kurze Gegenüberstellung der beiden spanischen Topteams und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen.

Statistik

Die Statistik vor diesem Duell spricht für Real Madrid. In den letzten zehn Spielen gegeneinander gab es sieben Siege für die Königlichen, ein Remis und nur zwei volle Erfolge für Celta Vigo. Die Tordifferenz von 27:12 für Madrid unterstreicht nochmal die Favoritenrolle vor diesem Match. Allerdings ist anzumerken, dass die Statistik in der Heimstätte von Celta etwas ausgeglichener aussieht. In den letzten sechs Partien in Vigo gab es zwei Dreier für die Gastgeber, ein Unentschieden und nur drei Siege für das weiße Ballett.

Die letzten beiden Aufeinandertreffen fanden im Rahmen des spanischen Pokal-Viertelfinals Ende Jänner statt. Celta sorgte dabei für eine kleine Sensation. Die Galicier schafften es nach dem 2:1-Auswärtsieg im Hinspiel die Madrilenen im eigenen Stadion aus dem Bewerb zu schießen. Im Rückspiel kam Vigo zu einem 2:2-Unentschieden, was gleichzeitig den Aufstieg in die Runde der besten vier bedeutete.

Der Kader von Celta Vigo

Celta Vigo hält nach 20 Spieltagen bei neun Siegen, drei Unentschieden, acht Niederlagen und den damit verbundenen 30 Punkten. Die Galicier sind auf einen guten Weg sich nach der starken letzten Saison erneut für die Europa-League zu qualifizieren. Ein Grund für die konstanten Leistungen des Teams ist die gute Mischung im Kader.

In der Defensive sorgen Rechtsverteidiger Hugo Mallo, Innenverteidiger Facundo Roncaglia und Linksverteidiger Jonny Castro für Recht und Ordnung. Der 25-jährige Kapitän Mallo und der im Sommer vom AC Florenz gekommene Argentinier Roncaglia sind zudem auch torgefährlich. Beide halten bei jeweils zwei Saisontreffern.

Im Mittelfeld sind der Chilene Pablo Hernández und der Däne Daniel Wass hervorzuheben. Der im zentralen Mittelfeld spielende Routinier Hernández überzeugte in seinem bislang 16 Partien vor allem mit seinem guten Passspiel. Der 27-jährige Wass hingegen hat seine Qualitäten mehr im Offensivspiel und hat mit zwei Toren beziehungsweise drei Vorlagen einen guten Wert zu bieten.

Zu den Leistungsträgern gehört auch John Guidetti. Mit seinen 24 Jahren stand der schwedische Mittelstürmer schon bei etlichen Vereinen in Europa unter Vertrag. Unter anderem bei Manchester City, Celtic Glasgow, Stoke City, Feyenoord Rotterdam und dem FC Burnley. In Vigo spielt der 1,85 Meter große Rechtsfuß eine immer wichtigere Rolle in der Mannschaft von Trainer Eduardo Berizzo. In 13 Einsätzen kam der Schwede zu immerhin zwei Treffern und einer Vorlage.

Der Star des Teams ist allerdings Iago Aspas. Der 29-jährige Spanier spielt bislang seine stärkste Saison und überzeugt mit einer beeindruckenden Torquote. Mit elf Treffern aus 18 Partien ist der Mittelstürmer Toptorschütze seiner Mannschaft und trifft somit alle 129 Minuten für seinen Verein. Gleichzeitig ist Aspas hinter Luis Suárez, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo der viertbeste Torschütze in La Liga.

Stärken und Schwächen

Für die Gastgeber spricht die Heimstärke. Die Celtiñas, in Deutsch „die Kelten“, wie sie von ihren Anhängern genannt werden sind eine richtige Heimmacht. Von zehn Partien im eigenen Stadion verlor man nur drei Spiele, wobei die ersten Niederlagen vom ersten beziehungsweise dritten Spieltag datieren. Die letzte Pleite musste man gegen den FC Sevilla Mitte Dezember einstecken, seitdem hat Vigo aber nicht mehr zuhause verloren.

Eine Schwäche des Teams aus den Nordwesten Spaniens ist die aktuelle Doppelbelastung. Celta Vigo muss nicht nur jedes Wochenende in der Liga antreten sondern auch unter der Woche in der Copa del Rey. Die Mannschaft hat zwar einen guten Kader, aber umfasst nicht die Breite wie sie beispielsweise Real Madrid besitzt. Möglicherweise sind die Spieler nicht zu 100 Prozent fit und der Elf könnte in einigen Momenten die nötige Spritzigkeit fehlen um für eine Überraschung zu sorgen.

Nullnummer im Pokal

Im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey gab es gegen CD Alavés nur eine Nullnummer. In einer chancenarmen ersten Hälfte hatte Alavés-Sechser Manu García die beste Möglichkeit auf die Führung, doch Torhüter Sergio Álvarez konnte parieren. Der Favorit aus Vigo konnte sich überhaupt nicht in Szene setzen.

Celta übernahm im zweiten Durchgang schließlich die Kontrolle über das Spiel und hatte in der 66. Minute die beste Chance im ganzen Spiel. Nach weitem Ball von Marcelo Díaz auf Daniel Wass, legte der Däne perfekt auf Aspas zurück und der traf aus zirka 15 Metern nur die Latte. Von Alavés war nach dem Seitenwechsel wenig bis gar nichts mehr zu sehen und hatte in der Schlussphase noch Glück, dass ein weiterer Aluminiumtreffer von Pablo Hernández das Remis rettete.

Im Rückspiel ist damit für beide Teams noch alles möglich und es wird sich zeigen wer im Finale gegen den FC Barcelona oder Atlético Madrid antreten darf.

Die Stärken und Schwächen von Real Madrid

Eine der größten Stärken von Real Madrid ist die Offensive. Die Königlichen erzielten in 19 Spielen starke 51 Treffer. Damit stellt man hinter Barcelona, die bei einen Tor mehr halten die beste Offensive der Liga. Einen großen Anteil hat dabei Superstar Cristiano Ronaldo. Der Portugiese erzielte in 15 Partien 13 Treffer und ist damit bester Torschütze im Team von Trainer Zinédine Zidane. Aber auch Innenverteidiger Sergio Ramos und Edeljoker Álvaro Morata haben mit jeweils sechs Saisontoren einen Topwert aufzuweisen.

Eine Schwäche beim Team aus Madrid könnte das Ausscheiden in der Copa sein. Real Madrid weiß, dass sie genau gegen diesen Gegner in zwei Partien alles andere als gut ausgesehen haben. Celta war in beiden Spielen zumindest auf Augenhöhe und phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Real ist zwar gewarnt, doch die Celtiñas haben gegen die Königlichen nichts zu verlieren.

Aktuell hält Real Madrid nach 19 Partien, bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz bei 14 Siegen, vier Remis, einer Niederlage und den damit verbundenen 46 Zählern.

Dreier gegen Real Sociedad im letzten Spiel

Am Ligaspieltag Nummer 20 setzte sich der aktuelle Champions-League-Sieger im Duell des Tabellenersten gegen den Tabellenfünften souverän mit 3:0 durch. In der 38. Minute sorgte Mateo Kovačić mit seinem ersten Saisontor für die Führung. Nach schöner Vorarbeit von Cristiano Ronaldo verwandelte der 22-jährige Kroate cool zum 1:0 in die linke untere Ecke.

In der zweiten Spielhälfte überwand Ronaldo sechs Minuten nach Wiederanpfiff Sociedad-Keeper Gerónimo Rulli per Heber zum 2:0. In der 74. Minute schwächten sich die Gäste durch die zweite gelbe Karte von Abwehrchef Iñigo Martínez nach einem unnötigen Foul selbst und musste die Schlussphase mit einem Mann weniger auskommen. Acht Minuten vor dem Ende sorgte dann der zuvor eingewechselte Álvaro Morata durch das dritte Tor für die endgültige Entscheidung im Spiel.

Real Sociedad hielt lange gut dagegen, konnte selber aber nie für wirklich für Gefahr sorgen und somit setzten sich die Madrilenen verdient mit 3:0 durch.

Fazit

Eine Niederlage für Celta Vigo könnte bei Siegen von Espanyol Barcelona gegen Málaga (Samstag, 13.00 Uhr), Eibar gegen Valencia (Samstag, 20.45 Uhr) und Las Palmas gegen Granada (Montag, 20.45 Uhr) das Abrutschen auf Platz elf bedeuten.

Bei einer Pleite von Real Madrid würde der Vorsprung, bei einem Spiel weniger auf einen Zähler auf die Verfolger schmelzen, wenn der FC Barcelona gegen Athletic Bilbao (Samstag, 16.15 Uhr) und der FC Sevilla gegen Villarreal (Sonntag, 12.00 Uhr) drei Punkte einfahren.

Im Estadio Balaídos dürfen sich die Fans beider Mannschaften auf eine torreiche Partie freuen. Seit Dezember 2012 gab es bis auf einmal in diesem Aufeinandertreffen immer mindestens drei Tore zu bestaunen.

Es bleibt abzuwarten ob sich der Favorit im Spitzenspiel der 21. Runde durchsetzen kann, oder ob der vermeintliche Außenseiter aus Vigo nach der Pokalüberraschung für die nächste kleine Sensation sorgt.

Voraussichtliche Aufstellung Celta Vigo (4-2-3-1)
1 Álvarez – 2 Mallo, 24 Roncaglia, 22 Cabral, 19 Castro – 5 Díaz, 6 Radoja – 18 Wass, 8 Hernández, 7 Bogonda – 10 Aspas

Voraussichtliche Aufstellung Real Madrid (4-3-3)
1 Navas – 6 Nacho, 5 Varane, 4 Ramos, 12 Marcelo – 16 Kovačić, 14 Casemiro, 8 Kroos – 17 Vázquez, 9 Benzema, 7 Ronaldo

Alexander Friedl, abseits.at

Alexander Friedl

• Student/ Akademischer Sportjournalist • Redakteur Sport Business Magazin • Spezialgebiet: Spanischer Fußball • Twitter: alexfriedl_2 •

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