Die Stars des FC Barcelona sind aktuell im besten Fußballeralter und die Aufstellung der Katalanen liest sich wie eine Weltauswahl. Und trotz der unglaublichen... Die Zukunft des FC Barcelona – Leider Nein!

Die Stars des FC Barcelona sind aktuell im besten Fußballeralter und die Aufstellung der Katalanen liest sich wie eine Weltauswahl. Und trotz der unglaublichen Erfolge von Messi, Iniesta, Xavi und Co. gibt es schon wieder neue Stars, welche in den Kader nachrücken. Barça wird sich wohl auch in Zukunft keine Sorgen um den Nummer 1 Status im Weltfußball machen müssen, zumindest an Talenten mangelt es den Katalanen nicht. Einige dieser Spieler wurden schon in die erste Mannschaft hochgezogen, andere spielen noch in der B-Mannschaft des FCB, jedoch wird der Aufstieg in den Kader des großen FC Barcelona nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wer sind allerdings diese Zukunftshoffnungen des FC Barcelona?

Weiter Weg

Schon viele Talente wurden als die neuen Stars des FC Barcelona gelobt, allerdings konnten diesen Vorschusslorbeeren nur die wenigsten gerecht werden. Vor allem die Medien sprachen schon oft von neuen Messis, Iniestas oder Xavis, jedoch  ist gerade dieser Druck eine zusätzliche Schwierigkeit für die jungen Talente. Dass man sich bei Barcelona, so ganz nebenbei die wohl beste Mannschaft der Welt, nicht so einfach durchsetzten kann, ist klar. Vor allem die Standardpositionen für die Talente aus La Masia, die Außenpositionen in Sturm und Verteidigung, sind schon seit Jahren extrem gut besetzt. Trotzdem sind diese Positionen für die meisten Spieler die logische Folge der Ausbildung, da fast ausnahmslos auf schnelle und technisch starke Spieler gesetzt wird. Sehr oft ist hier die Rede von Pedros Ebenbildern, da der 24-jährige Rechtsaußen der erste typische Flügelspieler Barças war und viele Spieler ein sehr ähnliches Profil aufweisen wie er. Schnell, technisch versiert, beidbeinig. Genau diese Eigenschaften werden in La Masia gefördert, genau solche Spieler werden von den Jugendscouts des FCB ausgesucht. Logische Folge ist damit, dass es für junge Spieler vor allem auf diesen Positionen ein schwerer Weg in die erste Mannschaft wird. Trotzdem schaffen es immer wieder Spieler in den Kader und können sich, sofern sie sich konstant weiterentwickeln, auch in absehbarer Zeit einen Platz in der Stammformation erspielen. Einige Talente sind allerdings schon am Weg in die Barça-Elf gescheitert, die besten Beispiele hierfür sind sicherlich Bojan Krkić und Giovani Dos Santos.

Bojan Krkić

Der 21-jährige Bojan Krkić, meist kurz Bojan genannt, wurde im Alter von neun Jahren in die Jugendakademie des FC Barcelona aufgenommen. In La Masia verbrachte der serbischstämmige Stürmer, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, sieben Jahre um dann im Jahr 2006 in die C-Mannschaft des FCB befördert zu werden. Während seiner Zeit in den diversen Jugendmannschaften brach Bojan zahlreiche Rekorde und wurde schon sehr früh zu Messis Nachfolger erklärt. Gleichzeitig spielte Bojan auch schon für die B-Mannschaft der Katalanen und erzielte in 22 Spielen zehn Treffer. Schon im darauffolgenden Jahr feierte Bojan im Alter von 17 Jahren und 22 Tagen sein Debüt für die erste Mannschaft  Barças in der Champions League und ist damit seither der jüngste jemals für den FC Barcelona eingesetzte Spieler in der Königsklasse. Im gleichen Jahr erzielte Bojan im Ligaspiel gegen Villareal auch seinen ersten Treffer für die Katalanen und ist damit auch der jüngste Torschütze der Klubgeschichte. Nachdem Bojan 2009 ohne einen Einsatz im Finale die Champions League gewann, wurde ein Jahr später sein Vertrag um fünf Jahre verlängert, gleichzeitig wurde die festgeschrieben Ablöse auf 100 Millionen Euro erhöht. Dieser Betrag zeigt sehr deutlich, wie wertvoll Bojan Krkić damals für den FC Barcelona erschien. Trotz den 26 Toren, welche der 21-Jährige in 104 Spielen für die Katalanen erzielte, war Bojan bei Barça keineswegs glücklich. Da er auch bei seinem zweiten Champions-League-Sieg im Finale nicht zum Einsatz kam, wollte er nicht mehr für den FC Barcelona spielen. So wurde Bojan, welcher auch einen Kurzauftritt für die spanische A-Nationalmannschaft feiern durfte, um 12 Millionen Euro zum AS Rom transferiert. Diese geringe Transfersumme erklärt sich damit, dass im Kaufvertrag eine Klausel enthalten ist, welche es dem FC Barcelona erlaubt, den Stürmer Ende der Saison 2012/13 um 13 Millionen Euro zurückzukaufen. In dem Falle, dass der AS Rom Bojan behalten möchte, müssen weitere 40 Millionen Euro an die Katalanen überwiesen werden. Krkić selbst möchte nicht mehr für Barcelona spielen, da er sich vor allem von Trainer Pep Guardiola schlecht behandelt fühlte. Trotzdem stellt sich die Frage, ob der pfeilschnelle Stürmer, welchem oft zu viel Eigensinn nachgesagt wird, dem AS Rom 40 Millionen Euro wert ist. Falls dies nicht der Fall ist, hat Bojan wohl keine Wahl und muss zurück zum FCB oder sich einen neuen Verein suchen, denn der neue Lionel Messi wird er wohl doch nicht werden.

Giovani Dos Santos

Giovani Dos Santos wurde als einer von drei Söhnen des ehemaligen brasilianischen Stürmers Zizinho geboren und ist aufgrund der Staatszugehörigkeit seiner Mutter mexikanischer Staatsbürger. Nachdem er als 12-Jähriger bei CF Monterrey bei einem Probetraining überzeugte, nahm er kurze Zeit später bei einem Jugendturnier in Frankreich teil. Nachdem Gio, wie er genannt wird, bei diesem Turnier vor allem in der Partie gegen die Jugendmannschaft des FC Barcelona brillierte, wurde ein Wechsel zu den Katalanen arrangiert. Auch sein ein Jahr jüngerer Bruder Jonathan wurde daraufhin bei den Katalanen aufgenommen und die beiden durchliefen alle Jugendmannschaften, allerdings spielte Giovani immer eine Altersklasse höher. Nachdem er 2006 in die B-Mannschaft des FC Barcelona berufen wurde, durfte er auch seinen ersten Auftritt für die erste Mannschaft der Katalanen feiern. In einem Testspiel gegen Aarhus traf er gleich in seinem ersten Spiel für Barça. Ein Jahr später, in der Saison 2007/08, wurde er zusammen mit Bojan Krkic in die erste Mannschaft befördert und galt als Nachfolger Ronaldinhos. Ähnlich wie Bojan wurde auch ihm eine große Zukunft prophezeit, allerdings wechselte er nach 35 Spielen für den FCB in denen er zwar vier Tore erzielen konnte, aber 21mal nur als Einwechselspieler eingesetzt wurde, zu Tottenham Hotspur. Allerdings wurde Dos Santos nach sieben Spielen für Tottenham, wobei er in keinem davon über 90 Minuten spielte, in die zweite Liga zu Ipswich Town verliehen. Doch auch in der zweiten englischen Liga konnte er sich kaum durchsetzten und kam nur auf acht Einsätze, wobei er allerdings respektable vier Tore erzielte. In der darauffolgenden Saison landete er bei Galatasaray Istanbul, jedoch war auch diese Leihe nicht erfolgreich, da Gio in 14 Spielen kein einziges Tor erzielen konnte. Ein Jahr später, am 31. Jänner 2011, wechselte Dos Santos erneut auf Leihbasis zu Racing Santander und erzielte bei den Spaniern in 16 Partien 5 Tore. Aktuell geht Dos Santos wieder für Tottenham auf Torjagd, allerdings kam der Rechtsaußen in der kompletten Saison 2011/12 auf bis dato nur fünf Kurzeinsätze, welche maximal nur 12 Minuten dauerten. Für die mexikanische Nationalmannschaft bestritt der 22-jährige Dos Santos bis dato 52 Spiele, in denen er elfmal traf. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurde er in allen vier Partien über die gesamte Spielzeit eingesetzt und wurde neben Sieger Thomas Müller und Andre Ayew für die Wahl zum besten Jugendspieler des Turniers nominiert.

Fazit

Man sieht also, dass der Weg in die erste Mannschaft des FC Barcelona absolut kein leichter ist. Gerade deswegen kann auch über die Zukunft von Spielern wie Cuenca, Tello, Muniesa und Co. kaum eine Prognose abgegeben werden. Dos Santos und vor allem Bojan wurden in ihrer Zeit bei Barcelona hochgelobt und mit den damaligen Stars Ronaldinho und Messi verglichen beziehungsweise schon als ihre Erben ausgewiesen. Möglicherweise sind auch diese Tatsache und dieser Druck daran schuld, dass diese Spieler bei Barcelona nicht zum Zug kommen, beziehungsweise relativ schnell aufgeben, sobald sie keine Chance mehr sehen. Aber auch bei ihren neuen Vereinen können sie nicht unbedingt mit ausgezeichneten Leistungen aufwarten. Mit Cesc Fabregas wiederum ist in dieser Saison ein Spieler nach Barcelona heimgekehrt, welcher nach der Ausbildung in La Masia als 16-Jähriger nach England zu Arsenal London wechselte und dort Karriere machte. Die 40 Millionen Ablöse für Fabregas hätte sich Barceloa theoretisch sparen können…

Michael Prügl, abseits.at

Michael Prügl

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