Dieser Trainer, auch the „Special One“ genannt, ist von Grund auf anders als alle anderen Trainerkollegen und deshalb gibt es auch keinen anderen Trainer... Jose Mourinho – Das Porträt eines Trainer-Superstars

Dieser Trainer, auch the „Special One“ genannt, ist von Grund auf anders als alle anderen Trainerkollegen und deshalb gibt es auch keinen anderen Trainer auf dieser Welt, welcher derart polarisiert wie der portugiesische Starcoach Jose Mourinho. Er rastet in Interviews aus, beschimpft Spieler und Presse und trotzdem respektieren und lieben ihn die Fans und vor allem auch seine Spieler.

SEINE KURZE SPIELERKARRIERE…

Jose Mourinho wurde am 26. Januar 1963 in Setubal in Portugal geboren. Wenn man sich die kurze Karriere von Mourinho als Spieler ansieht, dann neigt man dazu zu sagen, dass er nie ein wirklicher Profifußballspieler war. Trotzdem sollte man aber auch erwähnen, dass er einige Jahre lang aktiv in der zweiten portugiesischen Liga tätig war. Mit 27 Jahren entschloss er sich allerdings dazu sich aktiv als Profifußballer zurückzuziehen und eine Trainerkarriere zu starten. Der äußerst wechselwillige Jose Mourinho hat in seiner Trainerkarriere bereits zehn verschiedene Vereine trainiert. Seine längste Amtszeit als Trainer hatte er ausgerechnet beim FC Barcelona, wo er als Co-Trainer unter Bobby Robson und unter Louis van Gaal arbeitete. In seinen bisherigen Stationen als Chefcoach hat er aber ebenfalls bereits Spuren hinterlassen. Mourinho gilt seit seiner Amtszeit als Coach beim FC Chelsea als großer Anhänger des englischen Fußballs. Aber auch in Italien bei Inter Mailand fühlte sich der Portugiese sehr wohl, weshalb ihm der Abschied auch ziemlich schmerzte. Auch nach seiner Amtszeit als Trainer konnte er auf ein „Wir“ in Bezug auf Inter nicht verzichten.

ERFOLG STEHT IM VORDERGRUND

Der Erfolg, welcher ihm in seiner aktiven Zeit als Profifußballer verwehrt blieb, steht nun bei Jose Mourinho absolut im Vordergrund. Sobald der Starcoach eine Möglichkeit für sich sieht, sich als Trainer weiterzuentwickeln oder aber auch einen Legendenstatus zu erhalten, so nutzt er diese und wechselt den Verein. Nachfolgend werden die genauen Stationen als Trainer angeführt und auch näher erläutert.

SEINE ERSTEN STATIONEN ALS TRAINER

Nachdem Jose Mourinho seine aktive Karriere beendet hatte, übernahm er 1990 eine Stelle als Co-Trainer beim CF Estrela Amadora in Portugal. Doch dort blieb er nicht lange und wechselte schon sehr bald wieder weiter zu einem anderen portugiesischen Verein, namens AD Ovarense. Es wäre aber nicht Jose Mourinho, wenn er sich mit diesem Wechsel nicht auch in beruflicher Hinsicht weiterentwickeln hätte können, denn in diesen drei Jahren gelang es ihm als Chefcoach die ersten Erfahrungen zu sammeln.

1993 – WECHSEL ZU SPORTING LISSABON

1993 wechselte Jose Mourinho dann schlussendlich zu einem der größten Vereine in Portugal: Sporting Lissabon. Zu dieser Zeit arbeitete Jose Mourinho mit Startrainer Bobby Robson zusammen, wo der Portugiese als Co-Trainer und Übersetzer aktiv war. Dieser Bobby Robson nahm Jose Mourinho schlussendlich 1996 auch mit zum FC Barcelona, wo Mourinho Katalanisch lernte um schneller ein Teil der Mannschaft zu werden. In den Jahren darauf war Mourinho auch als Co-Trainer unter Louis van Gaal beim FC Barcelona tätig, wo er sehr viel an Erfahrung für seine späteren Trainerstationen sammeln konnte. Anschließend wollte der Portugiese aber wieder selbst eine Mannschaft als Chef trainieren und wechselte deshalb 2000 wieder zurück nach Portugal zu Sporting Lissabon.

2000 – CHEFTRAINER BEI SPORTING LISSABON

Bei Sporting Lissabon übernahm er die Position von Jupp Heynckes, allerdings ahnte er zu dieser Zeit noch nicht, dass auch seine Zeit als Trainer bei Sporting sehr beschränkt sein wird. Nach einem Präsidentenwechsel beim Verein wurde beschlossen, dass sein damaliger Vertrag bei Sporting Lissabon nicht verlängert wird und deshalb musste er sich abermals einen neuen Job suchen. Er nahm einen Job als Trainer bei União Leiria an und führte den Verein in dieser Saison auf Platz 5, was die beste Vereinsplatzierung der Geschichte bedeutete. Kurz darauf wechselte „Mou“ zum FC Porto.

2002 – CHEFCOACH BEIM FC PORTO

Nach einem guten ersten Jahr beim FC Porto wollte Jose Mourinho mehr und versprach, den Fans den Meisterteller – und was Mourinho verspricht, das hält er auch. Der FC Porto wurde 2003 mit 86 Punkten Meister und im gleichen Jahr gelang es dem portugiesischen Traditionsklub auch den UEFA Pokal zu gewinnen. Im Jahr darauf setzte er sich noch höhere Ziele, welche er ebenfalls erreichte. Er wurde nicht nur Meister mit dem FC Porto, sondern gewann auch die UEFA Champions League.

2004 – WECHSEL ZUM FC CHELSEA

Nachdem er in Portugal als Trainer alles erreicht hat, was man erreichen kann wechselte er 2004 schlussendlich zu Chelsea nach London. Dieser Schritt war wahrscheinlich der wichtigste in seinem ganzen Leben. Mit folgenden Worten stellte er sich in London bei seiner Ansprache vor: „Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, aber ich bin Champions-League-Sieger und etwas ganz Besonderes.“ Mourinho bewies aber auch in den Saisonen darauf, dass er seine Worte halten kann und wurde in den Jahren 2005 und 2006 englischer Meister. 2005 und 2007 gelang es ihm, den englischen Pokal mit dem FC Chelsea zu gewinnen. Nach einigen Unstimmigkeiten mit Klubboss Roman Abramowitsch verließ Jose Mourinho 2007 den Verein und wechselte zu Inter Mailand.

WECHSEL NACH ITALIEN ZU INTER MAILAND…

In der Saison 2008/09 wurde Inter sofort Meister – mit zehn Punkten Vorsprung auf die nächste Konkurrenz. Am 4. Spieltag der Serie A feierte Jose Mourinho ein ansehnliches Jubiläum: 100 Ligaheimspiele ohne Niederlage und dass bei verschiedenen Vereinen! In der Champions League lief es aber nicht so gut für den Starcoach, denn hier musste er sich bereits im Achtelfinale gegen Manchester United geschlagen geben. Im Jahr darauf aber dann gelang es dem Portugiesen auch mit Inter Mailand die Champions League zu gewinnen. Im Finale trat er ausgerechnet gegen seinen früheren „Lehrer“ Louis van Gaal (damals Trainer von Bayern München) an.

WECHSEL NACH SPANIEN

Kurz nach dem Gewinn der UEFA Champions League mit Inter Mailand wurden Gerüchte laut, dass Mourinho möglicherweise kurz vor einem Wechsel nach Madrid steht. Am 28. Mai 2010 bestätigten sowohl Real Madrid als auch Inter Mailand, dass der Starcoach nach Madrid übersiedeln wird. In seinem ersten Clasico als Trainer von Real Madrid musste er auch seine bis dato höchste Niederlage einstecken, nämlich das 0:5 beim FC Barcelona. Ebenfalls endete nach 150 Heimspielen ohne Niederlage ein anderer Wahnsinnsrekord am 2. April 2011 als er zuhause gegen Sporting Gijon verlor. Im Jahre 2011 gelang es aber Jose Mourinho mit der Copa Del Rey trotzdem zumindest einen Titel in Spanien zu gewinnen.

AKTUELL: EKLAT UM „THE SPECIAL ONE“: SCHIEDSRICHTERKRITIK UND HANDGREIFLICHKEIT

Anstatt nach den Tumulten im spanischen Supercup Klasse zu zeigen und die Niederlage hinzunehmen, fand er den Schuldigen wieder einmal in der Person des Schiedsrichters und wurde zudem auch noch handgreiflich.
Schiedsrichterkritik ist im Fußball sicherlich nicht wegzudenken sowohl von den Spielern als auch von den Trainern, aber trotzdem sollte man nicht so emotional werden wie der portugiesische Starcoach. In dem nachfolgenden Video kann man die genauen strittigen Szenen noch einmal nachverfolgen.

Man kann sagen, dass die Karriere des Jose Mourinho sicherlich nicht in Madrid enden wird und er wahrscheinlich noch zahlreiche andere Vereine coachen wird. Eines ist aber sicher: Er gehört schon jetzt, trotz seiner Körpergröße von nur 175cm, zum Kreis der größten Trainer aller Zeiten!

Patrick Wagner, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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