In einer mehrteiligen Serie bringen wir euch einige (noch) unbekannte Namen aus der europäischen Fußballwelt näher, welche in Zukunft für viel Furore sorgen werden.... Die größten Nachwuchstalente der Welt (10) – Jankovic, Markovic, Ninkovic

In einer mehrteiligen Serie bringen wir euch einige (noch) unbekannte Namen aus der europäischen Fußballwelt näher, welche in Zukunft für viel Furore sorgen werden. Dieses Mal liegt der Fokus auf Südosteuropa beziehungsweise Serbien.

Filip Jankovic

Erst 17 Jahre ist Filip Jankovic alt, doch er wird schon von zahlreichen europäischen Topvereinen gescoutet – von Tottenham gab es bereits ein Angebot, bei Real Madrid war er schon im Trainingscamp. Selbst in der Geschichte der legendären Jugendakademie von Roter Stern, seinem aktuellen Verein, ist er einmalig. Er ist der zweitjüngste Akteur, der jemals für den Verein gespielt hat und der jüngste, der je auf internationaler Bühne eingesetzt wurde. Im Winter 2012 erhielt er einen Profivertrag und seine Eltern unterschrieben in seinem Namen für drei Jahre.

Seine Stärken werden gleich auf den ersten Blick schon sichtbar: der 1,74m kleine Jankovic ist für sein Alter sehr reif. Er überzeugt durch elegante Ballbehauptungen, einfache Dribblings, kreative Pässe und intelligente Angriffseinleitungen. Darum spielt er auch nicht als hängender Stürmer oder als inverser Flügelstürmer, sondern agiert von rechts spielgestalterisch oder läuft in der Mitte auf. Dabei ist er entweder als Zehner oder als spielgestaltender Achter einsetzbar.

Dennoch dürfte er langfristig als Zehner auflaufen. Dies liegt daran, dass er mit seiner Schnelligkeit und Wendigkeit den Ball auf engstem Raum führen und behaupten kann. Gepaart mit seiner hervorragenden Technik und Spielintelligenz kann er von dort aus direkt die Stürmer bedienen, das Spiel verlagern oder gar mit seinem intelligenten Positionsspiel in den Strafraum eindringen, um dort für Gefahr zu sorgen.

Lazar Markovic

Ein weiteres großes Talent des serbischen Fußballst ist nur ein Jahr älter und beim Lokalrivalen Partizan Belgrad angestellt. Im Gegensatz zu Jankovic ist Lazar Markovic ein offensiverer Spieler, der eher über seine athletischen Fähigkeiten und seine herausragende Geschwindigkeit kommt. Markovic kam mit 17 Jahren zu Partizan und eroberte sich in den vergangenen 1 ½ Jahren einen Stammplatz. In dieser Saison kam er sogar auf zwölf Scorerpunkte (sechs Tore, sechs Vorlagen) in nur 1061 Minuten (14 Partien) in der serbischen Liga. Desweiteren erzielte er sein erstes Tor für die serbische A-Nationalmannschaft.

Diese Werte sind besonders beeindruckend, weil Markovic vorzugsweise über die Flügel kommt. Er kann zwar auch als hängender Stürmer oder als Mittelstürmer agieren, doch seine Stärken kommen erst dann wirklich zum Tragen, wenn er von der linken Seite nach innen zieht und abschließen kann. Alternativ kann der Rechtsfuß auch auf der rechten Außenbahn agieren, Flanken bringen und – besonders stark – diagonal zum Tor ziehen. Dadurch kann er Pässe in die Schnittstellen effektiv verwerten oder die Halbräume überladen. Mit seiner Schnelligkeit und Abschlussstärke erinnert er dabei etwas an Barcelonas Pedro, der diese Rolle in seinem ersten Jahr bei den Katalanen in Perfektion ausführte.

Ob es bei Markovic dazu reicht und ob er auf dieser Position sein Glück finden wird, bleibt abzuwarten. Mit seiner Dynamik und Athletik stehen ihm zahlreiche Türen offen: als sehr offensiver Außenverteidiger, wo er aber noch nicht eingesetzt wurde, als beweglicher Mittelstürmer, als hängender Stürmer im Zentrum eines 4-2-3-1 oder eben auf seiner bisherigen Paradeposition auf den Flügeln. Chelsea, Juventus, Bayern und Inter sollen schon Interesse angemeldet haben; Markovic wird wohl in den nächsten Jahren zu einem der gefragtesten Spieler aus Südosteuropa aufsteigen, obwohl der Markt noch viel hergibt. Die große Frage lautet nur, ob er seine Dynamik und seine Vorteile in der Geschwindigkeit auch auf höchstem Niveau  umsetzen kann.

Nikola Ninkovic

Der dritte Spieler in unserem Artikel ist ein weiterer Akteur von Partizan Belgrad, nämlich Nikola Ninkovic. Gemeinsam mit Markovic unterschrieb er 2011 einen Profivertrag bei den „Crno-Beli“ (Schwarzweißen), obwohl er zu jenem Zeitpunkt erst 16 Jahre alt war. Ninkovic ist wohl jener Spielertyp, der sich zwischen Markovic und Jankovic bewegt. Er ist nicht der technisch bereits jetzt perfekte und unglaublich präzise Akteur, der Jankovic zu werden scheint. Dennoch bringt er das technische Rüstzeug für einen Topverein mit.

Auf der anderen Seite ist er auch nicht so dynamisch und extrem schnell wie Markovic, aber auch kein langsamer Akteur – die Mischung aus technischer Fertigkeit und akzeptabler Schnelligkeit sorgt aktuell dafür, dass er vorrangig hinter den Spitzen zum Einsatz kommt. Mit seinen 1,82m wirkt er eher wie ein klassischer Zehner, doch seine Bewegungen sind modern: immer wieder weicht er auf die Seiten aus, sucht Lücken und seine größte Stärke ist die Beteiligung am mannschaftlichen Kombinationsspiel.

Ninkovic kam auch als klassischer Flügelstürmer und als hängender Stürmer zum Einsatz, doch er dürfte in den nächsten Jahren weiterhin vorrangig als zentraloffensiver Spieler auflaufen. Sein gutes Passspiel und starkes Dribbling sorgt dafür, dass er unterschiedliche Aufgaben auf seiner Position erfüllen und sie auf mehrere Varianten interpretieren kann. Wie weit es mit ihm hinaus geht, hängt von seiner Verbesserung in sämtlichen Bereichen in den nächsten Jahren ab, insbesondere seine körperliche Entwicklung wird beobachtet werden müssen. Lazio und Tottenham haben angeblich schon Angebote abgegeben – es könnte zu früh kommen.

Rene Maric, abseits.at

Rene Maric