In diesem Teil der Reihe beschäftigen wir uns mit Gamba Osaka. Die Blau-Schwarzen holten 2005 ihre einzige Meisterschaft und zählen zu den besten Klubs... Gamba Osaka – Der Last-Minute Meister von 2005 (1)

Japan - FlaggeIn diesem Teil der Reihe beschäftigen wir uns mit Gamba Osaka. Die Blau-Schwarzen holten 2005 ihre einzige Meisterschaft und zählen zu den besten Klubs Japans. Wie immer widmen wir uns im ersten Teil der Geschichte und den Besonderheiten um den Lesern und Leserinnen ein Gefühl dafür zu geben, welche Rolle dieser Verein in der japanischen Fußballwelt spielt. Im zweiten Teil gehen wir dann auf den Kader und das Spielsystem ein. Hierbei legen wir besonders Wert darauf Talente zu erwähnen, die möglicherweise in den nächsten Jahren nach Europa wechseln könnten.

Steckbrief

Voller Name: Gamba Osaka

Gegründet: 1980

Vereinsfarben: Schwarz-Blau

Stadion: Expo ’70 Commemorative Stadium

Fassungsvermögen: 21.000

Präsident: Teruhisa Noro

Trainer: Kenta Hasegawa

Erfolge

1x Meister der höchsten Spielklasse (J. League 1 – 2005)

2x Meister der zweithöchsten Spielklasse (Japan Football League Division 2 – 1985 / J. League 2 – 2013)

1x Meister der dritthöchsten Spielklasse (Kansai Soccer League – 1983)

2x Meister der vierthöchsten Spielklasse (Nara Soccer League – 1981, 1982)

1x Gewinner des höchsten asiatischen Klubbewerbs (AFC Champions League – 2008)

3x Gewinner des japanischen Pokals (Emperor’s Cup – 1990, 2008, 2009)

1x Gewinner des japanischen Ligapokals (J. League Cup – 2007)

1x Gewinner des japanischen Supercups (XEROX Super Cup – 2007)

Anfänge und Umstrukturierung

Der Verein wurde 1980 unter dem Namen Matsushita Electric Industrials als Werksteam des heutigen Elektronikherstellers Panasonic gegründet. Die meisten Spieler und Verantwortlichen, die für den Verein engagiert wurden, kamen von Yanmar Club. Dies war die zweiten Mannschaft von Yanmar Diesel (heute Cerezo Osaka), die aufgelöst wurde, da der Verein sportlich, wie finanziell, in einer Krise steckte. In den ersten Jahren ging es schnell bergauf und so konnte man schon 5 Jahre nach der Gründung den Aufstieg in die erste Liga feiern. Doch hier stieß der Verein schnell an seine Grenzen und spielte in den kommenden Jahren immer gegen den Abstieg.

Als 1991 die Idee einer neuen Profiliga aufkam, begann man auch bei Matsushita den Klub zu reformieren. So wurde der Verein aus der Firma ausgegliedert und in Gamba Osaka umbenannt. Zur Herkunft des Namens Gamba, kam es aufgrund von zwei Begebenheiten. Zum einen bedeutet ganbaru auf Japanisch, soviel wie „Entschlossen kämpfen“ oder „sein Bestes geben“. Zum anderen bedeutet gamba auf Italienisch, soviel wie Fuß. Die Vereinsfarben blieben im Firmendesign Blau-Schwarz, wodurch man sich bei den Trikots und dem Vereinsaufbau sehr stark an Inter Mailand orientierte. Der Verein stammt aus der Stadt Suita, die heute zum Städtekonglomerat von Osaka zählt. Die Erwähnung im Vereinsnamen stammt von der gleichnamigen Provinz.

Erfolge und legendäre Spieler

Die ersten Jahre in der J. League verliefen genauso trostlos, wie zuvor in der JFL. Man spielte regelmäßig gegen den Abstieg und aufgrund der großen Konkurrenz durch Baseball fanden nur wenige Anhänger den Weg ins Stadion. Doch langsam verbesserte sich die Situation. 1997 schaffte man erstmals einen einstelligen Tabellenplatz und ab 2002 wurde man endgültig als Topklub zu Kenntnis genommen. Die Gründe dafür waren einerseits gute Transfers und andererseits das Aufblühen einiger Talente, die heute Vereinslegenden sind. Zwischen 2002 und 2011 landete man nur 2 Mal nicht in den Top 3 und 2005 konnte man im wohl spannendsten Saisonfinale der Fußballgeschichte sogar den ersten Meistertitel erringen. Damals hatten am letzten Spieltag noch 5 Mannschaften Chancen auf die Meisterschaft und Gamba entriss dem Lokalrivalen Cerezo den Titel erst durch ein Tor in der Nachspielzeit. Zwischen 2007 und 2009 konnte man außerdem zwei Mal den Emperors Cup, einmal den Ligacup und einmal die AFC Champions League gewinnen. Die einzige kleine Unterbrechung dieser erfolgreichen Ära fand 2012 statt, als man überraschenderweise Abstieg, aber schon im darauffolgenden Jahr wieder die Rückkehr in die erste Spielklasse feiern konnte.

Große Legenden bei sind bei Gamba viele zu finden. Noch heute sind mit Yasuhito Endo, Takahiro Futagawa und Tomokazu Myojin drei der wichtigsten Spieler der Vereinsgeschichte zu finden. Weiters gelten auch der Ex-Salzburgspieler Tsuneyasu Miyamoto, der Kameruner Patrick M’Boma und Akira Kaji als wichtige Spieler. Außerdem brachte die Jugendabteilung von Gamba einige Europalegionäre und Nationalspieler, wie zum Beispiel Junichi Inamoto (Arsenal London, Fulham, West Bromwich, Cardiff, Galatasaray, Eintracht Frankfurt, Rennes), Masashi Oguro (Grenoble, FC Turin), Michihiro Yasuda (Vitesse Arnheim), Takashi Usami (Bayern München, Hoffenheim) und Akihiro Ienaga (RCD Mallorca) hervor.

Stadion und Rivalitäten

Gamba trägt seine Heimspiele im Expo ’70 Commemorative Stadium aus, welches 1970 für die Weltausstellung in Suita errichtet wurde. Trotz der geringen Größe von nur 21.000 Zuschauern ist das Stadion selten ausverkauft, da der Lokalrivale Cerezo in der ohnehin nicht sonderlich fußballbegeisterten Stadt Osaka eher als Fanmagnet in Erscheinung tritt.

Cerezo Osaka ist der größte Rivale und liefert sich mit Gamba seit Jahren spannende Derbys (Osaka Derby). Während sich die Cerezo-Fans meist auf die große Tradition berufen, sehen die Fans von Gamba die großen Erfolge des letzten Jahrzehnts und die Gründungsmitgliedschaft der J. League als die großen Errungenschaften ihres Vereins. Weitere kleine Rivalitäten liefert sich Gamba mit den nahegelegenen Vereinen Vissel Kobe und Kyoto Sanga (Kansai Derby).

Andreas Mejavsek

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