Vor 14 Monaten kehrte der mittlerweile 32-jährige Jamaikaner Usain Bolt der Leichtathletik den Rücken. Der „schnellste Mann der Welt“ möchte sich nun aufs Kicken... Usain Bolt wollte zwei Mille: Australien-Engagement gestorben

Vor 14 Monaten kehrte der mittlerweile 32-jährige Jamaikaner Usain Bolt der Leichtathletik den Rücken. Der „schnellste Mann der Welt“ möchte sich nun aufs Kicken konzentrieren, hat aber finanziell andere Vorstellungen als die Klubs…

Das Muskelpaket aus Sherwood Content holte als Sprinter acht Olympiasiege und elf Weltmeistertitel. Bolt ist der einzige Mensch, der die 100 Meter in unter 9,60 Sekunden lief. Seine Leidenschaft ist aber nicht das Geradeaus-Laufen, sondern die Jagd nach dem runden Leder. Nachdem Bolt im August 2017 seine Karriere beendete, machte er bei einigen Probetrainings auf sich aufmerksam.

PR-Trainings in Deutschland und Norwegen

Zuerst war der 195cm große Leichtathlet bei Peter Stöger in Dortmund zu Gast. Das Training in der Länderspielpause war noch eher als PR-Gag zu bezeichnen. Später probte Bolt beim einstigen norwegischen Meister Strömsgodset Drammen, wo er in einem Test gegen eine Jugendauswahl zu einem 20-minütigen Einsatz kam.

Bolts erster (Fußball-)Doppelpack

Ernst machte schließlich der australische Klub Central Coast Mariners. Im Juli wurde Bolt zu einem sechswöchigen Probetraining eingeladen, was später noch verlängert wurde. In einigen Tests kam Bolt als Linksaußen zu Kurzeinsätzen und vor zwei Wochen spielte er im Rahmen eines Benefizspiels erstmalig von Beginn an für die Mariners. Gegen eine Sydney Südwest Auswahl gab es einen 4:0-Sieg mit zwei Treffern des Jamaikaners.

Wie ein Topverdiener in Österreich

Die beiden Tore ließen Bolts Selbstvertrauen aber offenbar rasant anwachsen, denn als es nun in die Vertragsverhandlungen mit den Central Coast Mariners ging, wurde schnell klar, dass die Vorstellungen etwas weit auseinanderliegen. Bolt stellte sich für seine Dienste nämlich ein Jahresgehalt von umgerechnet 1,85 Millionen Euro vor – die Mariners schlugen hingegen rund 92.000 Euro vor.

Wohin zieht es Bolt nach Aussie-Aus?

Dass das Bolt-Engagement in Australien eher ein Marketing Gag sein sollte ist klar, zumindest vom Verein aus – und dass Bolt knappe zwei Millionen Euro im Jahr wert sein sollte, selbst wenn er nur ein einziges Pflichtspiel bestreiten würde, ist ebenso logisch. Der Merchandising-Wert dürfte vor allem weltweit betrachtet deutlich höher liegen, ein kleiner Klub wie die Mariners können dieses schwer kalkulierbare Risiko aber nicht eingehen. Die A-League sollte für Bolt damit Geschichte sein, bevor sie überhaupt noch anfing. Man darf aber die Augen offenhalten, denn der ehrgeizige Bolt wird hiermit sicher nicht beim letzten Klub angefragt haben. Speziell in Asien dürften PR-Engagements manchen Klubs wichtiger sein, als der nachhaltige sportliche Erfolg…

Marketing als einziger Grund

In der BBC meldete sich mit Andy Keogh ein aktueller Stürmer von Perth Glory zu Wort. Er meint, dass Bolt „die Ballkontrolle eines Trampolins hat“. Keogh führt weiter aus: „Ein Profivertrag für Bolt wäre vom Marketing-Standpunkt aus betrachtet gut, aber aus sportlicher Sicht eine Farce.“

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen