Zur Abwechslung erreichen uns auch gute Nachrichten aus der südkoreanischen K-League, denn Jeju-United-Spieler Shin Young-Rok erwachte vor wenigen Stunden aus dem Koma. Der 24-jährige... Von Komapatienten und Wettskandalen – Die K-League kommt nicht zur Ruhe

Zur Abwechslung erreichen uns auch gute Nachrichten aus der südkoreanischen K-League, denn Jeju-United-Spieler Shin Young-Rok erwachte vor wenigen Stunden aus dem Koma. Der 24-jährige Stürmer brach vor sieben Wochen während eines Meisterschaftsspiels gegen Daegu auf dem Spielfeld zusammen und lag seitdem auf der Intensivstation. Ansonsten gibt es leider nicht viel Positives aus Südkorea zu vermelden.

Die südkoreanischen Fußballfans atmeten erleichtert auf, als sie die Nachricht vernahmen, dass Shin Young-Rok aus dem Koma erwachte und laut seinen Ärzten auf dem Weg der Besserung sei. Die Lage um den talentierten Stürmer ist noch immer ernst, aber sein behandelnder Arzt ist optimistisch, dass sich sein Patient zur Gänze erholen wird. Shin Young-Rok erlitt am 08. Mai ein Multiorganversagen und schwebte lange Zeit in akuter Lebensgefahr.

SÜDKOREAS UNBELIEBTE LIGA

Die Weltmeisterschaft im Jahr 2002 löste in Südkorea einen Fußball-Boom aus, da sich die „roten Teufeln“ durch Siege gegen Spanien, Portugal und Italien gehörig Respekt verschaffen konnten. Es gelang jedoch nicht die Euphorie vom Nationalteam auf die heimische Fußballliga zu übertragen. Nach wie vor ist Baseball mit großem Abstand die Nummer 1 in Südkorea. Es liegt nicht an der mangelnden Fußballbegeisterung der Bevölkerung, denn die TV-Übertragungen der englischen Premier League sind äußerst beliebt und erreichen hohe Einschaltquoten. Funktionäre der K-League sehen die Premier League jedoch als direkten Konkurrenten an, der die heimische Liga in einem schlechten Licht erscheinen lässt. Auch koreanische Fußballfans geben zu, dass sie durch den schnellen englischen Fußball im Fernsehen verwöhnt wurden und deshalb nur wenig Interesse für die schwächere K-League aufbringen können.

10 SPIELER LEBENSLÄNGLICH GESPERRT

Zu allem Überfluss gab es jetzt auch noch einen großen Wettskandal, der für die Popularität der K-League innerhalb der heimischen Bevölkerung nicht zuträglich sein wird. Der südkoreanische Fußballverband musste gleich 10 Spielern eine lebenslange Sperre geben. Der bekannteste Übeltäter ist der sechsfache Nationalspieler Kim Dong-Hyun, der unter anderem auch schon in Europa bei Braga unter Vertrag war, sich dort aber gegen Spieler wie João Tomás nicht durchsetzen konnte. Kim spielte eine Schlüsselrolle in der Bestechungsaffäre, da er nicht nur selbst Spiele manipulierte, sondern der Wettmafia auch den Kontakt zu anderen Spielern ermöglichte. Der Wettskandal kam ins Rollen, nachdem ein ehemaliger Spieler in seinem Appartement Selbstmord verübte und einen Abschiedsbrief hinterließ, der den Behörden bei der Zerschlagung der kriminellen Vereinigung äußerst hilfreich war.

DIE FOLGEN DES SKANDALS

Der Wettskandal könnte weit reichende Folgen für die Liga haben, da Südkoreas Regierung momentan überlegt, sämtliche Fördergelder zu streichen, was die Vereine in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen würde. Auch die staatlichen Buchmacher mussten sämtliche Wettangebote der K-League vorübergehend aus dem Programm nehmen. Wie immer muss erst etwas Schlimmes passieren, bevor wichtige Maßnahmen umgesetzt werden, aber immerhin bemüht sich der südkoreanische Fußballverband nun um ein besseres Frühwarnsystem und setzt auf eine Kooperation mit China und Japan, um effektiv gegen die illegalen Wettbüros in Macao und Hongkong vorzugehen. Die südkoreanischen Fans werden den Skandal noch am ehesten verkraften, denn sie erfreuen sich ohnehin lieber an der englischen Premier League.

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger

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