Serbien – Ein Wochenende rund ums Belgrader Derby   Auch wenn der Besuch des Belgrader Stadtderbys kein Novum war, gab es dennoch einen Anlass... Groundhopper’s Diary | Die Wundertüte Serbien

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Serbien – Ein Wochenende rund ums Belgrader Derby

 

Auch wenn der Besuch des Belgrader Stadtderbys kein Novum war, gab es dennoch einen Anlass dieses wieder einmal zu besuchen. Dieser war nämlich der Austragungsort, zumal es der erste Besuch eines Derbys im Stadion des FK Partizan sein sollte. Nachdem wir am Freitag schon zu viert beim Gebietsligaspiel in Pyhra waren, traf sich diese Besetzung am Samstag in der Früh in Wien, um zur Mittagszeit bereits in der serbischen Hauptstadt zu sein.

Zuerst wurden beim Partizan-Stadion die Karten für das am Abend stattfindende Spiel besorgt und dann ging es gleich weiter zum Hotel. Dieses lag gleich neben dem Stadion des FK BASK, der seinerseits in der drittklassigen serbischen Liga spielt. Gerade als wir auf den Hotelparkplatz fahren, laufen zwei Mannschaften ein. Wir gehen aber mal zur Rezeption, wo uns mitgeteilt wird, dass unsere Zimmer erst in einer Stunde fertig sein werden. Wir erwidern nur, dass dies perfekt ist, wofür wir einen sehr ungläubigen Blick der jungen Dame an der Rezeption ernten und begeben uns auf die Tribünen des BASK-Stadions.

FK BASK U19 – FK Sinđelić Beograd U19 2:4 (1:2)

Im Stadion des FK BASK haben wir noch nichts verpasst. Anhand der Trikots können wir auch ausmachen, dass der FK BASK gegen den FK Sinđelić spielt. Das Internet beseitigt dann auch unsere Zweifel, ob es ein Spiel der zweiten Mannschaften oder der U19 ist. Die Seite des Belgrader Fußballverbandes weist diese Partie der Prva omladinka liga zu, was soviel wie erste Juniorenliga bedeutet.

Rund 50 Besucher, größtenteils Eltern der Spieler, befinden sich im Stadion. Natürlich darf der obligate Körnerverkäufer auch bei einem U19-Spiel nicht fehlen. Wer allerdings Lust auf andere Snacks hat, kann sich im unter der Hintertortribüne befindlichen BASK-Café stärken.

Beide Mannschaften waren auf dem Kunstrasen technisch sehr gut unterwegs, jedoch waren die Gäste im Abschluss effektiver. Die Jugendvertretung des akademischen Sportklubs Belgrads (= BASK) ging gegen die Altersgenossen vom FK Sinđelić schnell in Rückstand, wobei dieser auch nicht mehr egalisiert werden konnte. Das Spiel endete nach 90 Minuten mit einem 4:2-Sieg der Gäste.

Wir checkten nach diesem überraschenden Ground im Hotel ein und sahen wir das BASK-Stadion für die um 17.00 Uhr stattfindende Zweitligapartie von Bežanija gegen Gornji Milanovac rausgeputzt wurde.

FK Čukarički – FK Spartak Subotica 1:1 (1:0)

Für uns ging es vom BASK-Stadion per Fußweg zum nächsten Spiel. Dies war ein Spiel der erstklassigen Superliga und fand im Stadion des FK Čukarički statt. Es ist auch noch unter dem Namen „Stadion na Banovom brdu“ (= Stadion am Bans-Hügel) bekannt. So steil wie der Aufstieg in den Stadtteil Čukarički ist auch der Aufstieg des  FK Čukarički. Nachdem der Verein, übrigens als erster Fußballverein des Landes, vollständig privatisiert wurde, wurde kräftig in das Stadion und in die Mannschaft investiert, sodass man als Aufsteiger – Grödig lässt grüßen – gleich nach Qualifikation für der Europa-League greift.

Vor rund 1.000 Besuchern war an diesem Spieltag der FK Spartak Subotica zu Gast. Čukarički dominierte zwar dieses schwache Spiel und wollte die 1:0-Führung aus der ersten Halbzeit über die Zeit retten. Dies misslang allerdings, denn Spartak kam in der Schlussminute zum schmeichelhaften Ausgleich. Per Taxi ging es dann für uns zum Stadion des FK Partizan und somit zum Highlight einer jeden Halbserie der serbischen Superliga.

FK Partizan – FK Crvena Zvezda 2:1 (1:0)

Im Belgrader Derby ging es für Partizan um die letzte Chance den ewigen Rivalen Crvena Zvezda im Titelkampf noch abfangen zu können. Vor 28.000 Besuchern herrschte eine tolle Stimmung und der Spielverlauf sorgte dafür, dass beide Kurven zu Höchstleistungen aufliefen. Die Kurve von Crvena Zvezda zeigte sich alles in allem besser organisiert und stellte zu Beginn jeder Halbzeit eine tolle Choreographie dar. Partizans Support war allerdings auch erwähnenswert. Zwischen Partizans Führungstreffer, der aus einem traumhaften Freistoß von Drinčić resultierte, schaffte Roter Stern das Kunststück gleich zwei Elfmeter zu vergeben. Durch diesen Spielverlauf bedingt waren die Partizan-Fans natürlich völlig aus dem Häuschen und zündeten Bengalen als ob es kein Morgen gäbe.  Nach dem Seitenwechsel folgte der nicht unverdiente Ausgleich durch Mrda, doch Partizan erzielte aus heiterem Himmel in der Schlussminute durch den eingewechselten Kojić den Siegestreffer. Dies führte bei den Schwarzen-Weißen zu einem Zustand völliger Extase.

Es war ein denkwürdiger Abend der sowohl spiel- als auch fantechnisch alles beinhaltete, was das Fußballherz höher schlagen lässt. Im Großen und Ganzen lief auch alles, abgesehen von einem Scharmützel von Partizan-Fans mit der Polizei vor Anpfiff und vor dem Stadion, friedlich ab.

FK Železničar Beograd – FK Resnik 4:1 (3:0)

Am Sonntagvormittag traf in der viertklassigen Zonska liga beograda der FK Železničar auf den FK Resink. Ins Stadion des FK Železničar, das sich zwischen dem Hauptbahnhof und der Save versteckt und immerhin eine mächtige Tribüne besitzt, kamen rund 100 Besucher. Diese wurden für ihr Kommen belohnt, denn Železničar ließ den Gästen aus Resnik keine Chance und führte zur Pause bereits mit 3:0. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie etwas, jedoch trafen die Gastgeber noch ein viertes Mal. Immerhin durften die Gäste mit dem Ehrentreffer den Schlusspunkt setzen. Abseits des Rasens hätte der Körnerverkäufer dieses Mal der Vater von Novak Djoković sein können und die Frau Linienrichter, ob ihrer perfekten Maniküre, direkt von der an diesem Wochenende in Belgrad stattfindenden Kosmetikmesse hätte kommen können. Erwähnenswert war noch die Anzeigetafel, die nur mittels Leiter erreichbar war und daher den Platzwart zu einigen Aufgängen zwang. Wir verabschiedeten uns mit diesen kuriosen Eindrücken aus Belgrad und machten uns auf den Weg nach Senta.

FK Senta – FK Bačka Subotica 3:1 (1:0)

In Senta, das sich bereits nahe an der ungarischen Grenze befindet, wäre eigentlich der Abschluss unseres Wochenendes geplant gewesen, doch es kam anders. Wir erhielten Besuch von unserem serbischen Hopperkollegen Saša, der noch ein Zuckerl für uns parat hatte. Aber alles der Reihe nach und so widmen wir uns dem  FK Senta, der das Gradski Stadion mit den alten Sitzen des Partizan-Stadions runderneuert hat und den Aufstieg in die Zweitklassigkeit anstrebt.

An diesem Nachmittag sollte bei einem Spiel der drittklassigen Srpska Liga Vojvodina der FK Bačka Subotica keinen Stolperstein für den Aufstieg darstellen. Vor 350 Zuschauern bot Senta nach der schnellen Führung über weite Strecken Sommerfußball pur. Erst in der Schlussphase fielen zwei weitere Treffer für Senta und Bačka gelang noch der Ehrentreffer. Zu diesem Zeitpunkt folgten wir jedoch Saša bereits unauffällig. Wohin die Reise gehen sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Es sollte aber ein unterklassiges Nachbarschaftsderby auf uns warten.

FK Sloga Ostojićevo – FK Tisa Padej 7:2 (3:1)

Nach rund zehn Minuten Fahrzeit erreichten wir Ostojićevo. Dort kam es in der sechstklassigen – und somit niedrigsten Leistungsstufe – Potiska Liga im Sportski Centar Mile Sretenović – Čiča zum Duell gegen den nur fünf Kilometer entfernten Ort Padej. Der Tabellenführer FK Sloga Ostojićevo spielte mit dem Gastverein FK Tisa Padej vor 300 Besuchern an diesem Nachmittag Katz und Maus und gewann ganz klar mit 7:2. Da in Ostojićevo der vorhandene Ziffernsatz der Anzeigetafel nur bis fünf geht, stellte der Platzwart seinen Dienst nach dem fünften Treffer der Gastgeber auch ein. Aber das Ergebnis war für uns Nebensache, denn wann kommt man schon einmal in den Genuss eines gut besuchten serbischen Sportplatzes mitten im Nirgendwo! Es war jedenfalls ein würdiger Abschluss für dieses ereignisreiche Fußballwochenende in Serbien.

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Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.