Am 8. März und damit am Tag nachdem feststand, dass der FC Basel aus der Champions League als letzter verbliebener Schweizer Vertreter in Europa... Anstoßzeitenanalyse zur Schweizer Super League 2017/18

Am 8. März und damit am Tag nachdem feststand, dass der FC Basel aus der Champions League als letzter verbliebener Schweizer Vertreter in Europa ausgeschieden ist, hat die Swiss Football League die noch ausstehenden Runden 28 bis 36 zeitgenau angesetzt. Dies erfreut die Fans sicherlich, erleichtert es doch die Planung sehr. Dies war die erste Saison mit einem neuem TV-Vertrag, der bis zur Saison 2020/21 gilt, was zu einigen Änderungen bei den Anstoßzeiten führte.

So gibt es nur noch zwei verschiedene Anstoßzeiten. Am Samstag um 19 Uhr werden zwei Partien zeitgleich ausgetragen. Dazu kommen am Sonntag um 16 Uhr drei Spiele, wovon eins pro Runde weiterhin auf den Sendern der SRG (SRF zwei, RTS Deux und RSI LA 2) im Free-TV läuft. Alle 180 Spiele sind darüberhinaus im Pay-TV bei Teleclub zu sehen, wo erstmals auch Konferenzen angeboten werden. Vormals sah es wie folgt aus:
– Samstag: je ein Spiel um 17:45 und um 20 Uhr
– Sonntag: zwei Spiele um 13:45 und ein Spiel um 16 Uhr, das live im Free-TV auf den Sendern der SRG gezeigt wird

Auf Wünsche der Klubs und Fans änderte man das jedoch, erhofft man sich doch durch die Neuerung mehr Zuschauer in den Stadien. Es kam zu vier englischen Wochen (20 Spiele). Dazu fanden in der vorletzten Runde alle Spiele zeitgleich sonntags um 16 Uhr und in der letzten samstags um 19 Uhr statt (10 Spiele). Damit ergeben sich theoretisch 30 Runden mit den Regelanspielzeiten. Drei Spiele mussten jedoch vom Samstagabendtermin auf einen Mittwoch verschoben werden (2×18:30 Uhr und 1x 18:45 Uhr). Insgesamt fallen dann 57 Spiele am Samstag um 19 Uhr und 90 Spiele am Sonntag um 16 Uhr an.

Zusätzlich verschoben sich die drei Sonntagsspiele am Osterwochenende von Sonntag auf Montag. Da es aber bei 16 Uhr blieb, wird dies wie eine normale Runde behandelt. Ferner ist zu bedenken, dass der FC Basel in der Champions League bis ins Achtelfinale kam und aufgrund dessen acht Spiele vorher an einem Samstag haben musste. Die Young Boys und Lugano schieden nach der Gruppenphase der Europa League aus, hatten also sechs sichere Spiele nach EL-Spielen am Sonntag.

Ohnehin ist die Transparenz und die Vorausplanung der Super League vorbildlich. Es gibt klare und offen einsehbare Termine, die man hier unter dem Punkt „gut zu wissen“ einsehen kann.



Basel musste wie bereits angesprochen wegen der Champions League acht Begegnungen sowieso am Samstag austragen. Nichtsdestotrotz ist es kein Zufall, dass der FCB dennoch viele weitere Spiele hier bekam. YB wurde nämlich mit neun Spielen am zweitwenigsten hier bedacht, liegt aber dafür am Sonntag an zweiter Stelle. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass Teleclub die beiden Meisterschaftskandidaten bei nur noch zwei Anstoßzeiten natürlich möglichst aufgeteilt haben möchte, um an beiden Tagen hohe Einschaltquoten zu erzielen. Den FCZ und GC konnte man dazu abwechselnd parallel mit in die Konferenz nehmen, wie sich an deren ausgeglichenen Werten zeigt.



Die drei beliebtesten Klubs des Landes stehen natürlich erwartungsgemäß vorne. Bei den Grasshoppers und dem sportlich starken St. Gallen hätte man sicherlich einige Übertragungen mehr erwarten können. Thun und Lausanne sind dagegen verständlicherweise mit wenigen Auftritten im Free-TV versehen worden.


Interessant ist außerdem, welche Spiele die SRG wie oft übertragen durfte. Hier kommt es natürlich auf die Duelle der vier großen Klubs (FCB, YB, FCZ und GC) an:
Zürcher Derby 1
FCB – YB (und umgekehrt) 2
FCZ – FCB (und umgekehrt) 1
YB – FCZ (und umgekehrt) 2
GC – FCB (und umgekehrt) 1

Teleclub hat also eine sehr hohe Exklusivität der Topspiele, denn es gibt bekanntlich vier Spiele gegen jeden Gegner pro Saison.

Kein neues Ligaformat

Nachdem ein Dreivierteljahr lang geprüft und die holländische Firma Hypercube mit der Entwicklung alternativer Spielmodi beauftragt wurde, lehnten die Klubs eine Änderung ab, sodass alles wie 2003 bleibt und damit: Keine Playoffs, keine Barrage, keine Aufstockung. Die Halbierung der Punkte etwa wurde von den Klubs als nicht fair angesehen, bei der Trennung der Liga nach einer bestimmten Anzahl an Spieltagen wurde ein 20-prozentiger Einnahmeverlust bei den Zuschauern der Klubs in der Abstiegsrunde prognostiziert und einer Aufstockung standen Hindernisse bei der Spielplanarchitektur und der wirtschaftliche Aspekt im Weg.

Christoph Trompeter, abseits.at

Christoph Trompeter