Auch in diesem Monat tat sich wieder Einiges in Bezug auf Ausrüster, Finanzen, Logos, Marketing, Medien, Sponsoring, Stadien und Turniere. Ausrüster Ab der Saison... Der monatliche Rückblick auf das Business rund um den Fußball (05/2018)

Auch in diesem Monat tat sich wieder Einiges in Bezug auf Ausrüster, Finanzen, Logos, Marketing, Medien, Sponsoring, Stadien und Turniere.

Ausrüster

Ab der Saison 2019/20 läuft der VfB Stuttgart für vier Jahre in Trikots von Jako auf. Das Unternehmen, welches wie der Klub aus Baden-Württemberg stammt, möchte in Zukunft verstärkt in der Region investieren, weshalb eine Zusammenarbeit nahe lag. Damit endet die 16 Jahre andauernde Partnerschaft mit Puma.

Nach sechs Jahren verlässt Leicester City ebenfalls Puma und zwar ab der kommenden Saison für Adidas. Die Vertragslaufzeit wurde nicht kommuniziert.

Crystal Palace wechselt von Macron zu Puma. Der Londoner Klub wurde ab der Saison 2014/15 vom italienischen Hersteller ausgestattet, wechselt ab der nächsten Saison für eine unbekannte Laufzeit zu den Herzogenaurachern.

In Frankreich nahm Adidas den Racing Club Strasbourg für vier Jahre unter Vertrag und ersetzt damit nach elf Jahren Hummel. Da das neue Headquarter von Adidas in Frankreich dort eröffnet wurde, lag auch hier eine Zusammenarbeit nahe.

Ebenfalls neu im Portfolio von Adidas ist ab der neuen Saison für vier Jahre der Aufsteiger Wolverhampton Wanderers. Damit endet die fünfjährige Partnerschaft mit Puma.

Der französische Traditionsklub und momentane Zweitligist RC Lens wird nach vier Jahren mit Umbro in den nächsten drei Jahren mit Macron-Trikots auflaufen.

Auch Millwall hat einen Vertrag mit Macron abgeschlossen und wird in den nächsten vier Jahren von dem italienischen Hersteller ausgerüstet. Für die letzten zwei Jahre war Errea beim Londoner Klub der Partner in Sachen Trikots.

Mit Cagliari konnte Macron eine Vertragsverlängerung erzielen. Der italienische Erstligist wird seit 2016 von dem italienischen Hersteller ausgerüstet und dies nun bis mindestens 2023.

Sevilla hat mit Nike einen Dreijahresvertag abgeschlossen. Der 2013 unterzeichnete Fünfjahresvertrag mit New Balance wurde nicht verlängert.

Bei West Brom endet die seit 2011/12 bestehende Partnerschaft mit Adidas. Neuer Ausrüster in der kommenden Saison wird Puma. Die Laufzeit wurde nicht bekannt.

Russland und Adidas haben im Vorfeld der WM eine Vertragsverlängerung des seit 2008 bestehenden Vertrages bis 2022 verkündet.

Nike und die Chinese Super League haben den Vertrag um zehn Jahre verlängert. Bislang lief der Kontrakt bis 2019, nun bis 2029. Es wird geschätzt, dass die Zahlungen auf 15,76 Mio. US-Dollar pro Jahr verdoppelt werden. Seit 2011 rüstet das US-Unternehmen alle 16 Klubs aus. Die Bekanntgabe erfolgte in Zusammenhang mit der Vorstellung des neuen Nationaltrikots, welches ebenfalls von Nike produziert wird.

Die 3. Liga in Deutschland erhält einen einheitlichen Ball. Bislang konnte jeder Klub selbst entscheiden, mit welchem Ball gespielt werden soll. Nun übernimmt Adidas für vier Spielzeiten.

Das japanische Unternehmen Molten ist neuer Ballpartner des asiatischen Kontinentalverbandes AFC und stellt damit das Spielgeräte für sämtliche vom AFC veranstaltete Wettbewerbe.

Das für sein vielfach gelobtes Design neue Heimtrikot Nigerias erlebt einen unglaublichen Boom. Es gab drei Mio. Vorbestellungen, kurz nach dem Start des Online-Verkaufs war vieles der Kollektion bereits ausverkauft und in London vor dem Nike Store bildete sich eine lange Schlange. Ausrüster Nike zahlt übrigens nur 1 Mio. US-Dollar pro Jahr.

Finanzen

Die Premier League hat die Verteilung der TV-Gelder für die abgelaufene Saison veröffentlicht. Meister Manchester City führt die Wertung an. Die TV-Gelder aus dem Ausland werden gleichmäßig an alle Klubs verteilt, wohingegen die Verteilung aus den Inlandsgeldern wie folgt abläuft: 50 Prozent gleichmäßig, 25 Prozent je nachdem, wie oft ein Klub im heimischen Fernsehen übertragen wurde und 25 Prozent nach dem Tabellenplatz.

Der Report „The European Elite 2018“ von KPMG liefert einige interessante Zahlen zu den Topklubs des Kontinents. Manchester United führt das Ranking an.

Marketingmaßnahmen

Nachdem man im letzten Monat noch den Verlust der Champions und Europa League beklagen musste, hat Konami nun sieben der neun neuen Ligen bekanntgegeben, die in PES 2019 mit offiziellen Lizenzen vertreten sein werden. Dabei ist die russische Liga exklusiv nur in PES: Dänische Superliga, Liga NOS (Portugal), Pro League (Belgien), Swiss Super League, Ladbrokes Premiership (Schottland), Superliga (Argentinien) und Russian Premier Liga

Sponsoring

Derdienstälteste“ Sponsor der Europa League hat den Vertrag um drei weitere Jahre verlängert. Hankook Tire bleibt bis 2021 Partner. Nach Amstel, Enterprise-Rent-A-Car, Kia Motors und Molten ist es der fünfte Vertragsabschluss für den kommenden Rechtezyklus 2018-2021.

Im Vorfeld des Champions-League-Finales haben mit Adidas (seit 2011) und Playstation von Sony (seit 1997) langjährige Partner neue Verträge für die Rechteperiode 2018-2021 mit der UEFA abgeschlossen.

Die Boca Juniors laufen ab der Saison 2018/19 bis zum Ende der Saison 2022/23 mit dem Logo von Qatar Airways auf der Brust auf. Letzten Monat gab das Unternehmen erst die Partnerschaft mit der AS Roma bekannt, nachdem man von 2013/2014 bis 2016/17 Hauptsponsor beim FC Barcelona war.

Standard Chartered, Hauptsponsor von Liverpool, verlängerte das seit 2010 bestehende Hauptsponsorship bis Ende 2022/23. Der Wert soll sich auf 40 Mio. Pfund jährlich und damit 10 Mio. mehr als bisher belaufen.

Nachdem man in der abgelaufenen noch ohne Ärmelsponsor auflief, gab Arsenal nun die dreijährige Partnerschaft mit dem Rwanda Development Board bekannt, sodass als Tourismuswerbung für das Land „Visit Rwanda“ auf den Ärmel sichtbar sein wird. Aufgrund stark eingeschränkter Pressefreiheit und Unterdrückung der Opposition steht das Land vielfach in der Kritik.

Rheinenergie hat die seit 2006 bestehende Namensrechte am Kölner Stadion trotz des Abstiegs bis Ende 2023/24 verlängert. Bezahlt werden sollen 3 Mio. Euro pro Jahr in der zweiten Liga und 3,5 Mio Euro pro Saison in der ersten Liga.

Fans von Juventus haben eine Petition gestartet, weil es auf dem neuen Trikot nach einer Saison ohne (davor gab es zwei Saisonen mit) nun wieder mit einer Box um den Aufdruck des Hauptsponsors Jeep gibt.

Logos

Ligue 1-Aufsteiger Nîmes Olympique hat sein neues Logo vorgestellt.

Die Europa League präsentiert sich nun mit einer geänderten Brand Identity.

Medien

Amazon wird eine Biopic-Serie über den Weltfußballer Diego Armando Maradona produzieren. Ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

Sky hat in UK nach 20 Jahren die Rechte an La Liga verloren und zwar an das bisher noch nicht im dortigen Markt agierende Unternehmen Eleven Sports. Bislang ist noch nicht bekannt, wie die Rechte ausgestrahlt werden sollen, obwohl sie bereits ab kommender Saison gelten.

Für die Bundesliga und zweite Liga in Österreich wurde das Übertragungskonzept bzw. die TV-Partner präsentiert. Einzelheiten finden sich in den verlinkten Artikeln.

DAZN wird 45 Minuten nach Abpfiff Highlights aller WM-Spiele zeigen, nach derzeitigem Stand aber nur in Deutschland.

Die SRG und der Schweizerische Fussballverband (SFV) haben sich auf eine weitere Zusammenarbeit bezüglich der Spiele des Schweizer Cups, der Schweizer Frauen- und U-Nationalteams sowie der Swiss Football Awards bis 2023/24 geeinigt.

Die Ligue 1 hat die nationalen Medienrechte für den Zeitraum 2020 bis 2024 vergeben. Bislang flossen 748,5 Mio. Euro pro Saison, ab 2020 werden es 1,153 Mrd. Euro sein, was eine 60-prozentige Steigerung darstellt. Neue Rechteinhaber sind die das spanische Unternehmen Mediapro, das bereits in Spanien Rechte an La Liga hält, und beIN Sports, die vorher auch schon Spiele zeigten. Canal+, seit 1984 Partner der Liga, ging komplett leer aus.

In Italien musste Mediapro dagegen einen Rückschlag hinnehmen, wurden der Firma doch dort die nationalen Medienrechte an der Serie A für den Zeitraum 2018-2021 entzogen. Grund dafür ist, dass die Firma die Rechte als Zwischenhändler erworben hatte, die Rechte nun aber über einen eigenen Kanal verwerten wollte.

Lesetipp: Wie der katarische Sender beIN Sports von Piraterie betroffen ist und was die Politik damit zu tun hat

Stadien

Der Krokodil-Kopf der Timsah Arena im türkischen Bursa ist fertigstellt. 2011 begannen die Bauarbeiten, 2016 fand das erste Spiel statt, aber erst jetzt ist das Stadion vollständig gebaut.

In Valencia soll es endlich weitergehen mit dem neuen Stadion. Darum wird sich Deloitte kümmern, sodass der Klub in das Nou Mestalla vor der Saison 2021/22 einziehen kann. Ursprünglich sollte das Stadion bereits zur Saison 2009/10 fertigstellt werden.

Chelsea hat die Neubaupläne für die Stamford Bridge vorerst auf Eis gelegt. Als Grund gab man dafür das „aktuell ungünstige Investitionsklima“ an. Inoffizielle dürfte auch die Visaprobleme vom Roman Abramowitsch ein Grund sein. Der ca. 580 Mio. Neubau sollte zu Saisonbeginn 2021/22 fertiggestellt werden.

Turniere

Katar und Japan wurden nun offiziell als Teilnehmer der Copa América im nächsten Jahr bestätigt. Während es für Katar ein Debüt ist, war Japan bereits 1999 dabei. Der asiatische und südamerikanische Kontinentalverband sind eng verbunden, weshalb zu den zehn südamerikanischen Vertretern zwei aus Asien dazukommen.

Für den erstmals mit 16 Mannschaften stattfindenden Gold Cup 2019 wurden die 15 US-Stadien bekanntgegeben. Erstmals dabei sind das Banc of California Stadium Los Angeles und das Allianz Field in Minnesota. In den nächsten Monaten werden noch die Stadien aus Zentralamerika und der Karibik ausgewählt. In diesen Regionen gab es noch nie Spiele des Gold Cup.

Neben der Aufteilung der Partien in der Champions League zwischen Sky und DAZN wurde nun auch öffentlich, dass jeder der Vertreter aus Deutschland, England, Spanien und Italien während der Gruppenphase mindestens ein Spiel zur frühen Anstoßzeit um 18:55 Uhr haben wird.

Überraschend wird in der Schweiz wieder die Barrage eingeführt. Dies war das Ergebnis (mit 16 zu 4 Stimmen) einer außerordentlichen Generalversammlung. Künftig spielt also der Neunte der Super League gegen den Zweiten der Challenge League. Erst im November vergangenen Jahres war das Ergebnis bei einer Abstimmung noch anders.

Die UEFA hat die Finalorte 2020 bekanntgegeben. Istanbul bekommt die Champions League der Männer, Wien die Champions League der Frauen, Danzig die Europa League und Porto den Super Cup.

Außerdem hat die UEFA einige Details zum Spielplan der EURO 2020 veröffentlicht. Etwas überraschend gibt es kein Spiel um Platz 3.

Der FC Cincinnati wird in der nächsten Saison als 26. Team in der MLS an den Start gehen. Ab 2021 soll in einem spezifischen Fußballstadion gespielt werden, denn bislang muss man noch in der zweitklassigen United Soccer League (USL) im Nippert Stadium der Universität, welches für American Football ausgelegt ist, seine Spiele absolvieren.

Christoph Trompeter, abseits.at

Christoph Trompeter