Möglicherweise werden Rekordtransfersummen und Rekordgagen von Spielern und Trainern bald der Vergangenheit angehören und Vereine, welche im finanziellen Abseits stehen, werden vielleicht bald nicht... Europäische Spitzenklubs im finanziellen „Abseits“

Möglicherweise werden Rekordtransfersummen und Rekordgagen von Spielern und Trainern bald der Vergangenheit angehören und Vereine, welche im finanziellen Abseits stehen, werden vielleicht bald nicht mehr international zu bewundern sein.

Der Schuldenberg der Fußballgroßklubs wie beispielsweise in England und Spanien wird immer höher und trotzdem werden jedes Jahr wieder Spieler um Rekordtransfersummen verpflichtet.

Erst vor kurzem gab der amtierende Champions League Gewinner FC Barcelona die Verpflichtung des Chilenen Sanchez bekannt, welcher für die unglaubliche Transfersumme von 38 Millionen Euro vom italienischen Spitzenklub Udinese Calcio kommt und das obwohl der spanische Meister tief verschuldet ist und nur noch aufgrund nicht geltend gemachter Forderungen existiert.

So zum Beispiel belaufen sich die Schulden der Vereine aus der Spanischen Primera División auf bereits über 5 Milliarden Euro und viele davon existieren eigentlich nur mehr deshalb weil der Staat und die Sozialversicherungen Gnade über Recht ergehen lassen und nicht auf die Bezahlung der fälligen Zahlungsverpflichtungen bestehen.

WIE LANGE KANN DER STAAT DIESE VORGEHENSWEISE NOCH DULDEN?

Die Verschuldung Spaniens steigt immer weiter an und es ist zurzeit nicht ausgeschlossen dass die europäische Union möglicherweise auch einen Rettungsschirm für Spanien schnüren wird müssen. Doch warum werden hier zuerst nicht die offenen Forderungen der Fußballvereine eingefordert? Kann man dieses System weiter dulden? Warum soll die europäische Union für Spanien noch tiefer in die Tasche greifen, nur weil diese nicht ihre Forderungen von den Vereinen einbeziehen?

Natürlich ist die Summe an ausstehenden Steuern und Sozialversicherungsabgaben bei weitem nicht so hoch, um einen etwaige Staatsbankrott abzuwenden, doch trotzdem sollte der Staat zukünftig konsequenter auch gegen Fußballgroßklubs vorgehen und so zeigen, dass der Rechtsgrundsatz „gleiches Recht für alle“ auch in Bezug auf Fußball ihre Gültigkeit hat.

NEUES SYSTEM DER UEFA AB 2012/13 – „FINANZIELLES FAIRPLAY“

Demnach dürfen europaweit ab der Spielsaison 2012/2013 Fußballklubs nicht mehr ausgeben als sie einnehmen, andernfalls droht Ihnen eine etwaige Lizenzverweigerung durch die UEFA und sie wären somit nicht mehr berechtigt in den höchsten europäischen Bewerben (Anm.: UEFA Champions League und UEFA Europa League) mitzuspielen. Durch den Ausschluss aus diesen sehr lukrativen Bewerben würden den Vereinen zusätzlich viele Fernseh- und Sponsorengelder entgehen und sie würden deshalb sicherlich sofort in ein noch größeres finanzielles „Loch“ fallen, aus dem es sehr schwer werden würde wieder herauszukommen.

Zu hoffen bleibt dass auch 2012/2013 die sportlichen Ereignisse im Fußball die Medien prägen werden und nicht Meldungen über Klubs, welche vor dem finanziellen Kollaps, quasi im ABSEITS, stehen.

Doch leider wird momentan diese „Drohung“ seitens der UEFA von den Fußballklubs noch nicht wirklich wahrgenommen und es bleibt wirklich abzuwarten ob die scheinbaren Großklubs diese Anforderungen erfüllen werden können oder ob es möglicherweise zu einer Wende im europäischen Spitzenfußball kommen wird.

Fazit: Es bleibt abzuwarten ob das neue System von der UEFA zu einer Verbesserung führen wird und ob die Vereine lernen besser zu wirtschaften. Wichtig ist allerdings, dass die UEFA die Sanktionen strikt nach den Regeln ahndet und nicht über die tatsächlichen Bilanzergebnisse mancher Vereine hinwegblickt, nur weil der Verein vielleicht Manchester United oder Real Madrid heißt.

Patrick Wagner, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen