Seit der Affäre rund um die verweigerte Einwechslung im Champions-League-Spiel gegen Bayern München liegt Carlos Tevez mit seinem Club Manchester City im Dauerclinch. Nach... Pfosten der Woche (KW 07) – Carlos Tevez

Seit der Affäre rund um die verweigerte Einwechslung im Champions-League-Spiel gegen Bayern München liegt Carlos Tevez mit seinem Club Manchester City im Dauerclinch. Nach zaghaften Anzeichen einer Aussöhnung mit Coach Roberto Mancini geht die Posse nun in die nächste Runde. 

Ob nun Frühlingsgefühle oder der nicht zustande gekommene Wintertransfer zu einem anderen Großklub der Auslöser waren, lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen; doch wie aus heiterem Himmel schlug der streitbare Argentinier zuletzt versöhnliche Töne gegenüber seinem Brötchengeber an. Tevez bekundete – für viele überraschend – seine Bereitschaft, wieder für Manchester City Fußball zu spielen und Mancini zog durchaus in Erwägung, über eine Begnadigung seines in Ungnade gefallenen Stürmers nachdenken zu wollen.

Da an dieser Stelle in einer kriselnden Zweierbeziehung üblicherweise ein klärendes Gespräch auf dem Programm steht, nutzte Tevez auch gleich die erstbeste Gelegenheit dazu – allerdings sprach er nicht mit Mancini oder einem anderen Klubverantwortlichen, sondern mit dem argentinischen Fernsehen und zog dort ordentlich gegen Verein und Trainer vom Leder. An jedem denkwürdigen Abend in München sei er behandelt worden wie ein Hund, weshalb an einen Einsatz keinesfalls zu denken war:

„Mancini kam auf mich zu, ich war dabei sehr ruhig. Er sagte einige fürchterliche Dinge zu mir und sprach mit mir in diesem Ton, also sagte ich: Nein, ich mache mich nicht warm. Eigentlich wollte ich spielen, aber der Coach hatte schlechte Laune.“

Jene Unbelehrbaren, die gedacht hatten, Tevez habe seinen Einsatz ohne triftigen Grund verweigert, müssen spätestens jetzt ihre Fehleinschätzung eingestehen; allzu viele können das aber ohnehin nicht gewesen sein, denn Scharen von Arbeitnehmern in aller Welt, die regelmäßig schon mittags wegen eines übellaunigen Vorgesetzten ihre Tätigkeit einstellen und sich fürs Erste den Nachmittag freinehmen, hatten sowieso nie Zweifel an Tevez‘ Integrität.

Das TV-Lamento ging aber noch weiter: Mancini habe ihm kommentarlos die Kapitänsbinde entzogen und in der Kabine wäre es nach einem Spiel sogar beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen. Viele schlimme Dinge seien passiert, dennoch will Tevez das Training bei City wieder aufnehmen und dann weitersehen. Für Mancini ist eine Entschuldigung jedoch unabdingbare Voraussetzung, um über eine Rückkehr von Tevez in den Kader sprechen zu können, weshalb der Argentinier zum Schluss noch ein aufrichtiges Schuldeingeständnis nachreichte:

„Wenn ich einen Fehler gemacht habe, entschuldige ich mich. Ich glaube aber ehrlich, dass ich keinen gemacht habe.“

Wer würde angesichts solch tiefempfundener Reue nicht eine weitere Chance für Tevez wohlwollend in Erwägung ziehen? Doch nur hartherzige, schlecht gelaunte Vollidioten.

(Lichtgestalt)

Lichtgestalt

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