Das spanische Nationalteam reist einmal mehr als Titelfavorit Nummer eins zu einem Fußball-Großereignis. Sowohl die letzten beiden Europmeister- als auch die Weltmeisterschaft 2010 konnten... Erneut Favorit: Bleibt Spanien das Maß aller Dinge in der Fußballwelt?

Spanische Fans, SpanienDas spanische Nationalteam reist einmal mehr als Titelfavorit Nummer eins zu einem Fußball-Großereignis. Sowohl die letzten beiden Europmeister- als auch die Weltmeisterschaft 2010 konnten die Iberer gewinnen. Der Kader, der Vicente del Bosque in Brasilien zur Verfügung steht, scheint dabei noch stärker zu sein als bei den bisherigen Erfolgen.

WM-Historie

In Südafrika holte Spanien mit sechs Siegen in sieben Spielen in eindrucksvoller Art und Weise den WM-Titel. Lediglich das erste Gruppenspiel gegen die Schweiz ging mit 0:1 verloren. Die Weltmeisterschaften davor waren jedoch weniger glorreich. Zwar qualifizierte man sich für insgesamt 13 Endrunden, neben 2010 kamen die Spanier aber nur beim letzten Turnier in Brasilien 1950 über das Viertelfinale hinaus. Bei der Heim-WM 1982 war in der zweiten Runde gegen Deutschland und England Schluss.

Qualifikation

Die Qualifikation meisterte Spanien ohne nennenswerte Probleme. In Gruppe I holte man mit drei Punkten Vorsprung den Gruppensieg vor Frankreich. Die weiteren Gegner waren Finnland, Georgien und Weißrussland. Sechs von acht Spielen wurden gewonnen, nur die Heimspiele gegen Finnland und Frankreich endeten Unentschieden. Besonders beeindruckend ist, dass Spanien nur drei Gegentore hinnehmen musste – so wenige wie kein anderes europäisches Team. Dass auf der anderen Seite „nur“ 14 Tore stehen, zeigt einmal mehr, dass die primäre Auswirkung der Tiki-Taka-Spielweise jene ist, dass der Gegner kaum zu Chancen kommt.

Gruppengegner

Bei der Auslosung war Spanien das topgesetzte Team und trifft in Brasilien als Kopf der Gruppe B auf Australien, Chile und die Niederlande – eine durchaus ansprechende Gruppe. Chile gilt als eines der taktisch interessantesten Teams des Turniers, spielt enorm flexibel. Die Niederlande werden erstmals auf das von Bondscoach Louis van Gaal eingeführte 3-4-1-2 setzen. Gegen eine derart hohe zentrale Kompaktheit könnte Spanien durchaus Probleme bekommen, wie man es beispielsweise auch bei der letzten EM gegen Italien gesehen hat. Die Australier gehen als großer Außenseiter in die Gruppenphase, können aber ebenfalls eine physisch starke Defensive aufbieten.

Bisherige Duelle

Das Spiel gegen die Niederländer verspricht vor allem aufgrund dessen, dass sich beide Teams im letzten WM-Finale gegenüberstanden, viel Brisanz. In Johannesburg setzten sich die Iberer damals dank eines Tors von Andres Iniesta in der 116. Minute in der Verlängerung mit 1:0 durch. Insgesamt traf man bereits zehnmal auf Oranje, hat dabei eine leicht positive Bilanz (fünf Siege, ein Remis, vier Niederlagen). Auch gegen Chile spielte man zehnmal – unter anderem bei der letzten WM in der Gruppenphase – und blieb dabei ohne Niederlage, gewann dabei achtmal. Beim letzten Aufeinandertreffen im September 2010 konnte man eine Niederlage aber nur mit Mühe abwenden, glich erst in der Nachspielzeit aus. Australien ist für Spanien hingegen ein unbeschriebenes Blatt.

Wo verdienen die Spieler ihr Geld?

Der Großteil der 23 Spieler im endgültigen WM-Kader spielt bei den drei spanischen Großklubs Real, Atlético und Barca. Den größten Anteil stellen dabei die Katalanen mit insgesamt sieben Spielern, während Atlético sogar einen Spieler mehr entsendet als der Stadtrivale. Ansonsten gibt es noch zwei Legionäre, die in Italien bei Napoli tätig sind, sechs aus der englischen Premier League von den Manchester und Londoner Großklubs United und City bzw. Arsenal und Chelsea sowie mit Javi Martinez einen Legionär aus der deutschen Bundesliga. Besondere Aufmerksamt dürfte Diego Costa bekommen. Der 25-Jährige wurde nämlich erst vor kurzem eingebürgert und soll die Probleme im Sturm beheben.

Extreme im aktuellen Kader

Längstdienende Spieler: Iker Casillas (153 Länderspiele/0 Tore), Xavi Hernandez (130/13), Sergio Ramos (115/9)

Jüngste Spieler: Koke (22), David de Gea (23), Cesar Azpilicueta (24)

Älteste Spieler: Xavi (34), Iker Casillas (33), Xabi Alonso (32)

Rekorde

Höchster Sieg: Spanien – Bulgarien 13:0 (1933)

Höchste Niederlage: Italien – Spanien 7:1 (1928), England – Spanien 7:1 (1931)

Rekordspieler: Iker Casillas (153 Länderspiele) vor Xavi Hernandez (131) und Andoni Zubizarreta (126)

Rekordtorschütze: David Villa (56 Tore) vor Raul Gonzalez (44) und Fernando Torres (37)

Alexander Semeliker

@axlsem

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