Mit der stärksten Mannschaft seit 30 Jahren wollen die Belgier in Brasilien für die große Überraschung sorgen. Enzo Scifo, Jan Ceulemans oder Jean-Marie Pfaff....

Belgien - FlaggeMit der stärksten Mannschaft seit 30 Jahren wollen die Belgier in Brasilien für die große Überraschung sorgen. Enzo Scifo, Jan Ceulemans oder Jean-Marie Pfaff. Klingende Namen des belgischen Fußballs und Teil jener Elf, die vor fast 30 Jahren den vierten Platz bei der WM in Mexiko geholt hat. Doch das ist für die belgischen Fußballfans „Schnee von gestern“, zumal die aktuelle Elf sich anschickt, abermals für Furore in der Fußballwelt zu sorgen. Mit Eden Hazard, Marouane Fellaini und Thibaut Courtois will sich eine neue Generation ihren Platz in den Geschichtsbüchern sichern.

WM-Historie

2002 in Japan und Südkorea waren die Belgier das letzte Mal bei einer WM im Einsatz, musste allerdings in der Runde der letzten 16 chancenlos gegen den späteren Weltmeister Brasilien die Segel streichen. Insgesamt ist es die 12. Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Wirklich überzeugen konnte man dabei vor allem von 1986 bis 1994. Im ersten dieser Jahre feierte man mit Platz vier den bislang größten Erfolg der Turniergeschichte, während man 1990 erst in der Verlängerung an England und einem Traumtor von David Platt scheiterte. 1994 war dann abermals im Achtelfinale gegen Deutschland Endstation, wenngleich die damalige Generation ihren Zenit bereits überschritten hatte.

Qualifikation

Das Ticket für Brasilien löste die Truppe von Coach Marc Wilmots in beeindruckender Manier. In einer sehr starken Gruppe mit Kroatien, Serbien, Wales, Schottland und Mazedonien marschierte Belgien ohne Niederlage und mit acht Siegen aus zehn Spielen souverän als Gruppensieger durch die Quali. Dabei erzielte man in jedem Spiel mindestens einen Treffer, wenngleich lediglich beim Auswärtsspiel in Serbien drei Tore auf der Habenseite zu verbuchen waren. Ebenfalls beeindruckend – gleich zehn verschiedene Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein.

Gruppengegner

Die Auslosung hat es indes vermeintlich gut mit den Roten Teufeln gemeint. In einer Gruppe mit Russland, Südkorea und Algerien gilt das Team um Eden Hazard als Favorit. Nachdem die Russen in der Qualifikation nicht zu überzeugen wussten und die Belgier vor allem in Punkto Spielstärke hier eindeutig zu favorisieren sind, wartet zum Auftakt mit Algerien eines der vermutlich schwächsten Teams des Turniers. In der Abschlusspartie trifft man mit Südkorea auf eine weitere „Unbekannte“.

Bisherige Duelle

Sowohl gegen Russland, als auch gegen Südkorea gab es bislang nur drei Duelle (die Sowjetunion wird dabei nicht miteinbezogen), gegen Algerien gar nur zwei. Auffällig dabei – die Belgier verloren kein einziges der acht Spiele. Mit Südkorea machte man sogar während zweier WM-Vorrunden Bekanntschaft. Die letzte Begegnung gewann man allerdings bereits vor 15 Jahren mit 2:1. Der 2:0-Erfolg in Russland ist dagegen nur knapp vier Jahre her. Gegen Algerien gab es nach einem 0:0 2002 einen 3:1-Erfolg ein Jahr später, beides im Rahmen von freundschaftlichen Länderspielen.

Wo verdienen die Spieler ihr Geld?

Belgien ist ein Team der Legionäre. Die meisten von ihnen gehen ihrem Tagwerk in der englischen Premier League nach, wo gleich elf Akteure engagiert sind – keiner davon bei einem Team, welches schlechter platziert war als Platz 7(!). Der Block um Kompany, Vermaelen, Vertonghen, Fellaini und Hazard bildet auch den Kern der Start-Elf. Mit Goalie Courtois und Verteidiger Alderweireld sind zwei Spieler beim spanischen Meister Atlético Madrid unter Vertrag. Die Abwehrspieler Ciman und van den Borre sind als einzige noch in der belgischen Jupiler League aktiv. Der Rest des Kaders verteilt sich auf Deutschland, Italien, Russland, Frankreich und Portugal.

Extreme im aktuellen Kader

Längstdienender Spieler: Daniel van Buyten (78 Spiele/10 Tore), Vincent Kompany (58/4), Jan Vertonghen (56/4)
Jüngste Spieler: Divock Origi (19), Adnan Januzaj (19), Romelu Lukaku (21)
Älteste Spieler: Daniel van Buyten (36), Nicolas Lombaerts (29), Laurent Ciman (28)

Rekorde

Rekordspieler: Jan Ceulemans (94 Spiele/23 Tore), Timmy Simons (93/6), Eric Gerets (86/2) & Franky van der Elst (86/1)
Höchster Sieg: Belgien – Sambia 9:0 (1994)
Höchste Niederlage: Spanien – Belgien 5:0 (2009)
Rekordtorschützen: Paul van Himst & Bernard Voorhof (30) vor Marc Wilmots (28)

Marcel Ludwig

  • HansAlaba

    3.Juni.2014 #1 Author

    Wäre schön wenn da noch mehr Taktikanalyse dahinter wäre.

    Antworten

  • Roder Duivel

    4.Juni.2014 #2 Author

    Kleine Anmerkung:
    Anders als im Text behauptet, hat Belgien 2002 ohne große Namen Brasilien im Achtelfinale stark gefordert, vielleicht mehr als jede andere Mannschaft im Turnier.
    Wilmots wurde in der 36. Minute ein Kopfballtor aberkannt, auch danach spielten die Belgier einige gute Chancen heraus und Brasilien traf nach biederer Vorstellung erst in den letzten 25 Minuten.

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    • Johnny Johnsan

      4.Juni.2014 #3 Author

      Wollte ich auch gerade sagen

      Antworten

      • autor

        4.Juni.2014 #4 Author

        das chancelos blieb selbstverständlich beim drüberlesen hängen, wird rausgenommen…

        Antworten

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