Die ersten 48 von insgesamt 64 Spielen bei der WM-Endrunde in Brasilien sind vorbei, die Gruppenphase abgeschlossen. In einer achtteiligen Serie blickt abseits.at auf... Rückblick auf die WM-Gruppenphase – Gruppe G

Deutschland - FlaggeDie ersten 48 von insgesamt 64 Spielen bei der WM-Endrunde in Brasilien sind vorbei, die Gruppenphase abgeschlossen. In einer achtteiligen Serie blickt abseits.at auf die Leistungen der 32 Teams zurück. In diesem Artikel nehmen wir die Gruppe G mit Deutschland, USA, Portugal und Ghana unter die Lupe.

Deutschland: die pure, aber nicht makellose Dominanz

Im Vorfeld der WM zählte man Deutschland erneut zum Kreis der Favoriten, jedoch nicht so klar wie etwa noch bei der EM 2012. Für das Turnier in Brasilien ließ sich Bundestrainer einiges einfallen. So wurde die Viererabwehrkette durchgehend von Innenverteidigern gebildet, spielte Philipp Lahm im defensiven Mittelfeld und agierte man der nicht überall beliebten falschen Neun im Angriff. Nominell bekleidet wurde sie von Thomas Müller, der sich jedoch in der Besetzung des Sturmzentrums mit den beiden Flügelspielern abwechselte. Insbesondere die Wechselwirkung mit Mesut Özil sorgte für einige gute Aktionen und Kombinationen in die Tiefe.

Die Deutschen strahlten dabei in jeder Partie eine große Dominanz am Ball aus – nur Argentinien hatte in einer verhältnismäßig schwächer besetzten Gruppe mehr Ballbesitz. Allerdings setzte man diesen Vorteil nicht konsequent in Tore bzw. Chancen um. Vor allem gegen Ghana wäre das der DFB-Elf beinahe zum Verhängnis geworden; erst der 16. WM-Treffer von Miroslav Klose sicherte den Punktgewinn, nachdem man zuvor 1:2 hinten lag. Zudem ließ man verhältnismäßig viele Schüsse zu (35).

USA: Rekordtor ebnet Weg ins Achtelfinale

Auch die USA schafften den Sprung ins Achtelfinale und treffen dort auf Belgien. Die Amerikaner starteten überaus gut ins Turnier, als Clint Dempsey im Auftaktspiel gegen Ghana das schnellste Tor in der Geschichte des US-Teams erzielte. In der Folge konnten sich die Spieler von Jürgen Klinsmann darauf beschränken, das Spiel über die Defensivabläufe zu kontrollieren, was ihnen auch recht gut gelang. Den Ausgleich konnte man zwar nicht verhindern, aber kurz vor Schluss gelang nach einem Eckball noch der Siegtreffer.

Gegen Portugal mussten die US-Boys einem frühen Rückstand hinterherlaufen, schafften es diesen zu drehen und mussten sich aufgrund eines späten Gegentors aber erst recht mit nur einem Punkt zufrieden geben. Für dieses Spiel wechselte Klinsmann von einer 4-4-2-rautenähnlicher Formation zu einem 4-2-3-1 mit starkem Rechtsfokus. Insbesondere Fabian Johnson zeigte in dieser Partie groß auf, indem er einige Male in hohem Tempo hinterlief und in die Tiefe ging. Im abschließenden Gruppenspiel gegen die Deutschen unterlag man zwar nur knapp mit 0:1, wurde aber selbst kaum zwingend.

Portugal: kein Ronaldo, keine Party

Die Portugiesen um ihren Superstar Cristiano Ronaldo reisten durchaus ambitioniert nach Südamerika, mussten ihre Koffer aber nach drei Spielen wieder packen. Einen großen Teil dazu trug die 0:4-Klatsche im ersten Gruppenspiel gegen Deutschland bei, wobei die Portugiesen dabei einerseits verletzungsbedingt, andererseits aufgrund einer vermeidbaren roten Karte gegen Pepe geschwächt wurden. Aber auch strategisch wirkten sie nicht immer sattelfest und strukturiert, wobei auch Ronaldo seinen Teil dazu beitrug. Wie bei seinem Klub Real Madrid zockte der 29-Jährige bei gegnerischem Ballbesitz, was ein wichtiger Grund für die oben erwähnten Überladungen zugunsten der USA war.

Erst als Coach Paulo Bento in der Schlussphase seinem Team eine aktivere Linie verordnete schaffte man den Ausgleich. Durch das Forcieren des eigenen Flügelspiels wurde das des Gegners eingedämmt und nach einer Unzahl an Flanken konnte man sich die letzte Hoffnung für das letzte Spiel offenhalten. Dort vergaben die Portugiesen jedoch eine Reihe von guten Chancen. Dass dabei hauptsächlich Ronaldo beteiligt war, zeigt wie abhängig das Bento-Team von diesem ist.

Ghana: nur Durchschlagskraft ist zu wenig

Das Team aus Ghana ereilte ein ähnliches Schicksal wie die Elfenbeinküste, die in erster deshalb ausschied, weil man sich zu sehr auf physische Durchbrüche versteifte. Ghana ist dabei im Spiel mit dem Ball noch ein wenig ausrechenbarer, aber im Konter enorm gefährlich, wie auch Deutschland spüren musste. Im zweiten Spiel lieferten sich die beiden Teams einen offenen Schlagabtausch, der damit endete, dass die Spieler beim Schlusspfiff im wahrsten Sinne stehend k.o. waren.

Die Probleme, eine gut organisierte Defensive zu knacken, erkannte man bei den Ghanaern besonders gut im Duell gegen die USA, wo man bereits in der ersten Minute zurücklag. Die Afrikaner versuchten ständig über die rechte Seite durchzukommen, was insofern zu hinterfragen ist, als man auf der gegenüberliegenden Seite mit Kwadwo Asamoah und Andrew Ayew individuell stärker besetzt war. Der Charakter des letzten Gruppenspiels gegen Portugal, als beide Teams nach vorne spielen mussten, kam den Schützlingen von Kwesi Appiah deutlich mehr entgegen. Letztlich bedeutete die 1:2-Niederlage aber, dass man als Gruppenletzter ausschied.

Die besten Elf

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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