Insgesamt verfügt Griechenland über eine routinierte Mannschaft. Anders als bei der erfolgreichen Europameisterschaft 2004 konzentriert sich diese Routine aber auf die Offensive. Ausgefuchste Angreifer... Routiniert vorne, spritzig hinten: So geht Griechenland in die WM 2014!

Kostas Mitroglou - GriechenlandInsgesamt verfügt Griechenland über eine routinierte Mannschaft. Anders als bei der erfolgreichen Europameisterschaft 2004 konzentriert sich diese Routine aber auf die Offensive. Ausgefuchste Angreifer und Spielgestalter sollen das Spiel der Griechen pragmatisch machen, während man in der Abwehr und auf den Außenpositionen eher auf Dynamik und jüngere Kräfte setzt.

Im Tor ist mit dem 28-jährigen Orestis Karnezis zu rechnen, der im letzten halben Jahr von Udinese an den spanischen Erstligisten Granada ausgeliehen war. Der ehemalige Panathinaikos-Keeper ist einer der großen Aufsteiger der jüngeren Vergangenheit und überzeugte immer wieder mit guten Reflexen. Panagiotis Glikos von PAOK und Stefanos Kapino von Panathinaikos müssen sich ganz klar hinten anstellen. Ob Karnezis auch auf der großen Bühne einer WM überzeugen kann, steht aber noch in den Sternen. Dem Keeper der Griechen muss man bis auf weiteres neutral gegenüberstehen.

Torhüter - Griechenland WM

Die Innenverteidigung werden Dortmunds Sokratis Papastathopoulos und Kostas Manolas von Olympiakos, einer der jüngsten Spieler des Teams, bilden. Als Backup fungiert der 32-jährige Vangelis Moras von Hellas Verona und auch Loukas Vyntra von Levante kann in der Innenverteidigung auflaufen. Sokratis und Manolas sind zwar hochtalentierte Innenverteidiger, könnten aber gerade gegen technisch starke Gegner Probleme mit der Organisation des Defensivzentrums bekommen. Ein Leuchtturm wie einst der „statisch-geniale“ Traianos Dellas fehlt den Griechen momentan.

Innenverteidigung - Griechenland WM

Auf der linken Abwehrseite ist mit dem in Deutschland geborenen José Holebas zu rechnen. Der 20-fache Teamspieler wird während der WM 30 Jahre alt und startete erst in den letzten 2 ½ Jahren so richtig durch. Holebas gilt als Außenverteidiger moderner Prägung und spielt aktuell für Olympiakos Piräus. Im Team etablierter ist Rechtsverteidiger Vassilis Torosidis, der als Ergänzungsspieler bei der AS Roma unter Vertrag steht. Im Frühjahr erhielt der 28-Jährige bei den Römern durchaus viel Spielpraxis. Das Backup auf der linken Seite ist PAOK-Abwehrspieler Giorgos Tzavelas, rechts hängt der routinierte Ivanschitz-Teamkollege Loukas Vyntra in der Warteschleife.

Aussenverteidigung - Griechenland WM

Das zentrale Mittelfeld ist im griechischen Team fast noch mehr Schaltzentrale als in anderen Mannschaften. Weil die Flügel der Griechen sehr offensiv ausgerichtet sind, besteht die Mittelfeldzentrale Griechenlands eher aus defensiv geprägten Spielern bzw. Box-to-Box-Midfieldern. Einer von ihnen ist natürlich Kapitän und Rekordnationalspieler Giorgos Karagounis, der eher die offensiveren Aufgaben verrichten wird. Defensiver agiert hingegen Alexandros Tziolis, der zuletzt an den türkischen Verein Kayserispor ausgeliehen war. Der 29-Jährige ist ein klassischer Abräumer, der mit seiner Physis punktet und kaum offensiv initiativ wird.

Mittlerweile spielte sich auch der 27-jährige Giannis Maniatis von Olympiakos Piräus recht sicher ins Team. Der ist zwar am Ball ebenfalls kaum präsent und gilt als Spieler mit relativ wenig Ballbesitz und Pässen pro Spiel, räumt aber auf einer leicht versetzten Position vor Tziolis auf und ist durch seine Dynamik im Zwischenlinienraum ein wichtiger Spieler für die Griechen. Der routinierte Konstantinos Katsouranis ist die Alternative fürs zentrale Mittelfeld und auch der Indikator dafür welchen Takt Trainer Fernando Santos angeben will. Spielt der 34-Jährige anstelle von Karagounis versucht man die zentrale Defensive auf altmodische Art und Weise zuzumachen, spielt er anstelle von Maniatis nimmt Karagounis in der zentralen Offensive so etwas wie eine Freigeistrolle ein. Wenn Katsouranis gar nicht spielt, ist das Mittelfeld klassisch mit 6er (Tziolis), 8er (Maniatis) und 10er (Karagounis) gestaffelt.

Backups fürs zentrale Mittelfeld sind der defensiv orientierte Panagiotis Tachtsidis (23) vom AC Torino und Andreas Samaris (24) von Olympiakos Piräus. Aber auch die beiden flexiblen, etatmäßigen Flügelspieler Lazaros Christodoulopoulos und Panagiotis Kone können auf der Achterposition zum Einsatz kommen.

Zentrales Mittelfeld - Griechenland WM

Rechts Salpingidis, links Samaras. Die Flügelpositionen im nominellen 4-3-3 der Griechen sind klar vergeben. Der kleine Dimitrios Salpingidis ist ein Mann für wichtige Tore und Großereignisse und kann durch seine Durchsetzungskraft, Dribbelstärke und einen niedrigen Schwerpunkt nur schwer vom Ball getrennt werden. Giorgos Samaras ist hingegen eher ein statischer, technisch durchaus versierter Kicker, der seine besten Zeiten bei seinem Langzeitarbeitgeber Celtic Glasgow aber schon hinter sich hat. Fernando Santos wird an seinen beiden etablierten Flügeln festhalten, auch wenn eine Rochade womöglich besser wäre. Gerade von Samaras darf man beim bevorstehenden Turnier nicht zu viel erwarten.

Interessanter wäre der Einsatz des 23-jährigen Technikers Ioannis Fetfazidis vom FC Genua, der mehr Frische auf die Flügelpositionen bringen könnte. Fetfazidis ist aber ein Rechtsaußen und wird wohl an Salpingidis nicht vorbeikommen. Bolognas Panagiotis Kone (26) kann auf beiden Seiten auflaufen, hat aber trotz einer respektablen Saison in der Serie A nur Außenseiterchancen auf einen Platz im Team. Sein Teamkollege Lazaros Christodoulopoulos (27) ist eher einer für links, wird aber gegen Samaras kaum eine Chance haben.

Flügel - Griechenland WM

Der griechische Shooting Star Kostas Mitroglou brennt auf sein erstes Großereignis und schoss sich immerhin zu Saisonbeginn bei Olympiakos Piräus warm. Nach seinem Wechsel zu Fulham im Jänner wurde es aber still um den 26-jährigen Deutsch-Griechen. Verletzungen warfen ihn zurück und er kam nur auf drei Einsätze für den Premier-League-Absteiger. Im Team ist der Held der Qualifikation aber gesetzt und soll als Stoßstürmer agieren. Vom 15-Millionen-Euro-Mann Mitroglou, einem besonderen Typen, ist bei der WM durchaus das eine oder andere Tor zu erwarten. Und wenn alle Stricke reißen gibt’s (noch immer) Theofanis Gekas (34), der aus der deutschen Bundesliga dafür bekannt ist, extrem wenige Ballkontakte für ein Tor zu brauchen. In der vergangenen Saison erzielte er 13 Tore in 24 Spielen für Konyaspor in der türkischen Liga.

Angriff - Griechenland WM

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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